Vor kurzem habe der SchoggoLade seinen fünften Geburtstag gefeiert, berichtet Daniela Hoffmann am Küchentisch ihres Eigenheims im Herzen von Gretzenbach. «Mit der Eröffnung habe ich mir einen lang gehegten Traum verwirklicht.» Seither macht die kaufmännische Angestellte, die hauptberuflich 50 Prozent arbeitet, grosse und kleine Schokoladenträume wahr: etwa Bruchschokolade, Pralinés, Bûchettes oder Osterhasen gehören in ihr Repertoire.

Daniela Hoffmann stellt alle ihre Produkte in der hauseigenen Küche her, einen Laden hat sie nicht. Grund dafür ist die finanzielle Abhängigkeit, die ein solches Ladenlokal mit sich bringen würde. Deshalb betreibt die Gretzenbacherin einen Online-Shop, verkauft ihre Produkte in ausgewählten Lebensmittelgeschäften und ist oft auf den Märkten der Region unterwegs: auf dem Wochenmarkt in Olten, an jedem zweiten Samstag im Monat in Schöftland, am Markt in Rothrist. «Mir sind der Kontakt mit den Kunden und die Beratung sehr wichtig», meint Hoffmann. Sie erkläre ihre Produkte auch gerne: Goldenes Papier bedeutet dunkle Schokolade, silbernes Milchschokolade, bronzenes weisse Schokolade.

Ein bis zwei Tage in der Küche

Im letzten Jahr hat Hoffmann 800 Kilogramm Kuvertüre verarbeitet. Sie verwendet sie für das Überziehen ihrer Pralinés & Co. Nebst Schokolade kommen bei ihr auch Marzipan oder Gianduja, ein Schokoladenaufstrich aus Haselnüssen, zum Einsatz. Pralinés füllt sie gerne mit schottischem Whiskey oder mit Säntis-Cream, einem Likör, der mit Baileys verglichen werden kann und aus dem Appenzellerland stammt. Normalerweise steht Hoffmann ein bis zwei Tage pro Woche in der Küche.

Nur schon das Herstellen der Kuvertüre braucht seine Zeit. Auch sonst scheint die Kuvertüre sehr empfindlicher Natur zu sein: «Erhitzt man sie zu schnell oder zu heiss, so trennt sie sich», erklärt Hoffmann, die verschiedene Grundkurse bei bekannten Chocolatiers absolviert hat. Ausserdem benötige die Kuvertüre eine Raumtemperatur von 18 bis 20 Grad, damit sie schön werde. So geht Hoffmann im Sommer ihrer Nebentätigkeit nicht nach: Es ist zu warm. Sie weiss, dass man beim Herstellen von Schokolade bei der Sache sein muss: «Sonst gelingt es nicht.»

Demnächst eigenes Ladenlokal?

«Ich mag es individuell und kreativ», sagt die 56-Jährige und wird dabei fast ein wenig philosophisch: «Ich bin eine Macherin, jemand der sich schnell traut, neue Dinge auszuprobieren.» Vor allem von ihrer neusten Kreation, einer Caramel brûlé mit Fleur de Sel, schwärmt Hoffmann. Besonders am Herzen liegt Hoffmann auch die Nachhaltigkeit ihrer Rohstoffe: «Ich beziehe nur Fairtrade-Kuvertüre aus Mittel- und Südamerika», erklärt sie.

Bald schon stehen wieder Weihnachtsmärkte auf dem Programm: Der SchoggoLade wird beispielsweise an der Oltner Ausgabe in der Altstadt oder am Gretzenbacher Weihnachtsmarkt vertreten sein. Auch jenem der Stiftung Arkadis in der Schärenmatte stattet die Gretzenbacherin einen Besuch ab.

Ob sie denn nie darüber nachgedacht hat, aus ihren Marktbesuchen und dem Online-Shop ein Ladenlokal mit Verkaufsfläche zu machen? «Dieser Gedanke ist tatsächlich nicht von der Hand zu weisen», bestätigt Hoffmann und fügt lachend hinzu: «Vielleicht, wenn Johnny Depp, so wie im Spielfilm ‹Chocolat›, eines Tages vor meinem Marktstand auftauchen würde.» Dass hingegen ihr Laden gesellschaftlich nicht akzeptiert werden würde, darum müsste sie sich bestimmt keine Sorgen machen.