Niedergösgen

«Ich hätte genügend Zeit»: Andreas Meier kandidiert für das Gemeindepräsidium

Bauunternehmer und Vizegemeindepräsident Andreas Meier will die Nachfolge von Kurt Henzmann antreten. Die Nachfolge für seinen Betrieb hat der 58-Jährige vor zwei Jahren aufgegleist.

Bauunternehmer und Vizegemeindepräsident Andreas Meier will die Nachfolge von Kurt Henzmann antreten. Die Nachfolge für seinen Betrieb hat der 58-Jährige vor zwei Jahren aufgegleist.

Niedergösgens Vizegemeindepräsident Andreas Meier kandidiert für das Gemeindepräsidium. Er reagiert damit auf den Verzicht von Bürgergemeindepräsident Patrick Friker.

Vergangene Woche stellte Niedergösgens Bürgergemeindepräsident Patrick Friker (CVP) klar, dass er auf eine Kandidatur für das Niedergösger Gemeindepräsidium verzichte (wir berichteten). Viele hatten fest mit Friker gerechnet. So auch Vizegemeindepräsident Andreas Meier, der Frikers Entscheid sehr bedauert. «Patrick Friker ist ein sehr fähiger Mann, der die Gemeinde bestens kennt und der auch alle Fähigkeiten – so auch Führungsqualitäten und ein gutes Netzwerk – mitgebracht hätte, um die Einwohnergemeinde Niedergösgen zu führen. Ich schätze ihn sehr», teilte Meier gestern in einem Schreiben an die Meiden mit. Vor einem Monat hatte Meier gegenüber dieser Zeitung eine eigene Kandidatur noch ausgeschlossen. Frikers Verzicht habe ihn aber «nach reiflicher Überlegung und nach Rücksprache mit seiner Familie dazu bewogen, Verantwortung zu übernehmen und nun selbst für das Gemeindepräsidium anzutreten», wie er sagt. Er sei fest davon ausgegangen, dass Friker kandidieren würde, sagt Meier auf Anfrage. «Und er wäre auch gewählt worden», ist er überzeugt. Deshalb hatte er selber keine Kandidatur beabsichtigt. Er wolle den Jungen keinesfalls im Wege stehen, so der 58-Jährige. «Aber in den kommenden Jahren kommt sehr vieles auf die Gemeinde zu, jemand aus dem Gemeinderat muss jetzt die Verantwortung übernehmen.»

Begonnenes abschliessen

Meier, der keiner Partei angehört, tritt für die Fraktion «CVP und Unabhängige» an, für die er auch in den Gemeinderat gewählt wurde und die seit den Wahlen im vergangenen Jahr den gesamten neunköpfigen Niedergösger Gemeinderat stellt. An der Generalversammlung der Ortspartei im April hatte der Status der Unabhängigen für Diskussionen gesorgt. Der Vizegemeindepräsident hatte daraufhin von der Partei ein Bekenntnis gefordert. Diesbezüglich herrsche immer noch die selbe Ausgangslage, sagt Meier und betont zugleich, dass er mit allen Gemeinderatsmitgliedern weiterhin zusammenarbeiten möchte. «Wir müssen jetzt Sachpolitik betreiben und nicht Parteipolitik. Das sind wir den Bewohnern von Niedergösgen schuldig». Falls er gewählt würde, möchte er die vom vorherigen und jetzigen Gemeinderat begonnenen Geschäfte weiterführen und zum Abschluss bringen sowie eigene neue Inputs setzen.

Nachfolgeregelung für Firma

Die Nachfolge in seinem Betrieb, der Andreas Meier AG, hat der Bauunternehmer bereits vor zwei Jahren notariell geregelt. Für den Bereich Tiefbau wurde ein Geschäftsführer eingesetzt, und Sohn Manuel hat die Geschäftsführung im Bereich Transport übernommen. Der stufenweise Übergang soll im Jahr 2021 abgeschlossen sein. Heute amtet Andreas Meier nur noch als Verwaltungsratspräsident sowie als Aktionär des Unternehmens, das er gegründet hat. «Ich hätte nun also genügend Zeit, um dieses Halbamt auszuführen», bekennt Meier.
Einen Interessenkonflikt zwischen den beiden Funktionen als Gemeindepräsident und Verwaltungsratspräsident einer Baufirma fürchtet Meier nicht. «Einem Unternehmer muss es möglich sein, sich politisch zu engagieren. Sonst funktioniert unser ganzes System nicht mehr», ist er überzeugt. Amt und Beruf gelte es aber klar zu trennen. Als Bauunternehmer und Leiter des Ressorts Strassen in der Werk- und Wasserkommission praktiziere er dies seit Jahren.

Langjähriges Engagement

Andreas Meier kann einen respektablen Leistungsausweis vorweisen: Von 1981 bis 1993 – und seit 2016 wiederum – sass er im Gemeinderat. Von 1993 bis 2001 war er OK-Präsident der Gewerbeschau Niedergösgen sowie von 1997 bis 2006 Präsident und Sportchef des FC Niedergösgen. Seit 2013 ist er zudem Vizepräsident der Werk- und Wasserkommission. Darüber hinaus ist er seit 2014 OK-Präsident des Oktoberfestes in Winznau. Letzteres will er auch in diesem Jahr unbedingt wieder durchführen. Darauf angesprochen sagt er: «Wer weiss, vielleicht feiern wir dann ja den Wahlsieg.»

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