Stüsslingen

«Ich biete den Kunden keine Fertigprodukte an»: Imbissstand-Besitzerin verkauft selbstgemachte Burger

Nadi's Kitchen verwöhnt Stüsslingen kulinarisch mit selbstgemachten Speisen in einem Foodwagen.

An der Hauptstrasse in Stüsslingen befindet sich ein besonderer Imbissstand. Nadi’s Kitchen nennt sich der Imbissstand, welcher sich in einem Anhänger befindet und teilweise von einem weiss schimmernden Zelt überdacht wird. Im Zelt vernimmt man einen herrlichen Duft von gebratenem Burgerfleisch, das auf einer Grillplatte vor sich her brutzelt. Die Ladenbesitzerin Nadia Kammer bereitet in Stüsslingen seit drei Jahren frische und selbstgemachte Speisen zu. «Ich biete den Kunden keine Fertigprodukte aus dem Tiefkühlregal an, sondern möchte, dass sie sich das Menu selber zusammenstellen können», sagt Kammer. Die gesprächige Köchin arbeitet seit dem neuen Jahr von Dienstag bis Samstag rund 16 Stunden am Tag. Im vorherigen Jahr waren die Öffnungszeiten immer von Mittwoch bis Samstag geregelt. «Ich arbeitete nebenbei auch zehn Jahre lang auf dem Schloss Wartenfels als stellvertretende Schlosswartin», sagt die 51-Jährige. Diese Tätigkeit wird sie im Februar niederlegen. Denn Kammer möchte sich voll und ganz auf ihren Foodwagen konzentrieren.

«Ich habe schon sehr viele Berufe gemacht, in denen ich oft in Kontakt mit Menschen kam, egal ob Jung oder Alt», so Kammer. So betrieb sie in einem Altersheim ein Café für Bewohner und Besucher.

«Eigentlich wäre dies mein Traumberuf gewesen, es hat allerdings nicht lange funktioniert, ab da wollte ich etwas Neues ausprobieren», erzählt die Köchin. Sie wollte unbedingt etwas machen, wo sie in Kontakt mit Menschen kommt und sie ihre Kreativität ausleben konnte. Beides konnte sie verknüpfen mit einem eigenen Foodwagen. «Da es aber im Kanton Solothurn keine Wirteschule gibt, musste ich die Schule im Baselbiet in Liestal absolvieren», so die alleinerziehende Mutter. Danach machte sie sich auf die Suche nach einem geeigneten Anhänger für ihren Imbissstand. Diesen fand sie im Internet und entsprach nicht nur ihren Bedürfnissen, sondern auch den Vorschriften des Wirtepatents.

Frisch und vor allem selbstgemacht, das ist das Motto von Nadia Kammer. Brot für Burger holt sie bei einem Bäcker und Fleisch bei einem Metzger. Auf der Speisekarte finden sich klassische Burger aber auch Veggieburger, bei denen statt Fleisch Gemüsepatties zubereitet werden. «Es gibt aber auch oft Suppe bei mir, wobei die dickflüssige Gemüsesuppe am populärsten ist», sagt Kammer. Bei den Menus dürfen Kunden ihre Wünsche einfliessen lassen. «Einer hat mich einmal gefragt, ob ich statt Tomaten auch Sauerkraut in den Burger mischen könne. Selbstverständlich mache ich so was», sagt Kammer voller Freude. Sie achtet besonders darauf, dass auch Menschen zum Zuge kommen, die allergisch auf Gluten oder Laktose reagieren. Wie viele Besucher aber am Tag kommen oder wann die erfolgreichste Zeit ist, kann Kammer nicht pauschal beantworten. «Ich möchte auch nicht von ganz oben anfangen mit vielen Kunden, sondern mich von unten emporarbeiten», sagt die 51-Jährige.

Besondere Anlässe wie Halloween oder Samichlaus untermalt Kammer mit aufwendigen Dekorationen. «Für Halloween habe ich riesige Kürbisse geschnitzt und eine kleine Feuerstelle errichtet», so Kammer. An der Fasnacht zieht sie mit ihrem Wagen nach Lostorf und hat dort besonders viel zu tun. Neben diesen Anlässen ist Nadi’s Kitchen auch für private Veranstaltungen wie Geburtstagsfeiern, Taufen oder Firmenanlässe zu mieten. «Dann wird der Wagen geräumt und für den Event vorbereitet, damit auch jeder Kunde König ist», sagt Kammer.

Wie es mit dem Foodwagen in Zukunft weitergehen wird, davon möchte sich Nadia Kammer überraschen lassen.

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