Stüsslingen
Höhere Pensen statt Überstunden und eine Anfrage aus Rohr

Der Gemeinderat von Stüsslingen möchte die Dienst- und Gehaltsordnung an neue Gegebenheiten anpassen. Weitere Themen, der am kommenden Montag stattfindenden "Rechnungsgmeind", sind die positive Rechnung 2016, die Sanierung der Gösgerstrasse, die Bestuhlung der MZH und ein Fusionsgesuch aus Rohr.

Marcel Daucourt
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Stüsslingen hat die Gösgerstrasse auf 5 Meter ausgebaut, im Bereich von Golfplatz und Gemeindegrenze werden noch Schwellen eingebaut. Vom 3. bis 5. Juli ist eine erste Sperrung für den Belagseinbau geplant.

Stüsslingen hat die Gösgerstrasse auf 5 Meter ausgebaut, im Bereich von Golfplatz und Gemeindegrenze werden noch Schwellen eingebaut. Vom 3. bis 5. Juli ist eine erste Sperrung für den Belagseinbau geplant.

Bruno Kissling

An der Rechnungsgemeindeversammlung vom 26. Juni kann der Stüsslinger Gemeinderat dem Souverän einen erfreulichen Abschluss für das Jahr 2016 vorlegen: Es resultiert ein Ertragsüberschuss von Fr. 108 070.90, bei einem budgetierten Defizit von 184 095 Franken. Das Resultat liegt somit um rund 292 000 Franken über den Erwartungen. Nebst der Steuerfusserhöhung (von 117 auf 121 Prozent) hat ein straffes Kostenmanagement zu diesem positiven Ergebnis beigetragen.

"Gmeind" am nächsten Montag

Der Gemeinderat von Stüsslingen lädt alle Einwohnerinnen und Einwohner herzlich zur Rechnungsgemeindeversammlung ein. Diese findet am nächsten Montag, 26. Juni, um 20 Uhr im Vereinsraum der Mehrzweckhalle statt.

Finanzkompetenzen erhöhen

Der Gemeinderat legt der Versammlung eine Änderung der letztmals im Jahr 2012 revidierten Gemeindeordnung vor. Neu soll die Möglichkeit eingefügt werden, ein externes Rechnungsprüfungsorgan einzusetzen, wenn nicht genügend qualifizierte Einwohner für die Bildung eine Rechnungsprüfungskommission gefunden werden können. Das Weitern sollen die bestehenden Finanzkompetenzen von Gemeindepräsident und Gemeinderat erweitert werden, um nötige Arbeiten effizienter und schneller abwickeln zu können. Dies ist aus Sicht des Gemeinderates vertretbar, da nach dem neuen Rechnungslegungsmodell HRM 2 sämtliche Nachtragskredite der Gemeindeversammlung vorzulegen sind.

Neue Pensen und Entschädigungen

Die Dienst- und Gehaltsordnung wurde komplett neu erarbeitet und an aktuelle, vergleichbare Besoldungssysteme herangeführt. Die Entschädigungsansätze für Gemeinderäte sollen massvoll erhöht werden. Neu aufgenommen ist die Entlöhnung von Musiklehrpersonen, da die kantonale Finanzierung geändert hat. Die Tätigkeit des Brunnenmeisters erfolgt in Zukunft nicht mehr in Form eines Nebenamts, sondern als Teilzeit-Anstellung von 20 Prozent, da die Akzeptanz der Arbeitgeber für Nebentätigkeiten in diesem Umfang schwindet.

Überdies ist die Möglichkeit vorgesehen, ab 1. August 2018 eine kaufmännische Lehrstelle in der Gemeindeverwaltung zu schaffen. Zwar ist die Betreuung aufwendig, aber nach der Einarbeitung kann der oder die Lernende die Verwaltung tatkräftig unterstützen. Die Gemeinde sieht sich auch in einer gewissen Vorbildfunktion, nach Möglichkeit eine Ausbildungsstelle anzubieten.

Ferner soll das Pensum der Gemeindeverwaltung um 30 Prozent erhöht werden, da in letzter Zeit verschiedene Aufgaben neu in die Gemeindeverwaltung integriert wurden (Bestattungswesen, Steuerverwaltung, Schulsekretariat, Anlassbewilligungen, Integrationsgespräche usw.). Dadurch gibt es einerseits aber auch einige zusätzliche Einnahmen (Anlassbewilligungen, Inkasso von Kirchensteuern), andererseits entfallen Entschädigungen (Steuerverwaltung, Bestattungswesen). Zudem geht der Gemeinderat davon aus, dass die Überstundenentschädigungen entfallen oder stark zurückgehen. Deshalb erhöht sich zwar die Lohnsumme geringfügig, die Kosten für die Verwaltung insgesamt nehmen aber leicht ab.

Ebenfalls soll das Pensum der Schulhausabwartin um 10 Prozent erhöht werden, da der bisherige Mehraufwand bei Einsätzen an Veranstaltungen ins Pensum integriert statt als Überzeit ausbezahlt werden soll. Es handelt sich somit in erster Linie um eine Anpassung an die tatsächlich geleistete Arbeitszeit.

Stüsslingen-Rohr: "Fusion braucht Jahre"

Es liegt eine Anfrage von Rohr vor, ob Stüsslingen bereit wäre, über eine Fusion zu diskutieren. Der Gemeinderat von Stüsslingen erklärte sich offen für Gespräche, sind die Gemeinden doch schon heute über Schulen, Kirchgemeinden und Vereine eng miteinander verbunden. Dem Rat ist es ein Anliegen, eine denkbare Fusion nur unter engem Einbezug und im Dialog mit der Bevölkerung anzugehen. Im Moment beschäftigt sich eine Arbeitsgruppe bestehend aus Mitgliedern beider Gemeinderäte damit, die nötigen Informationsgrundlagen zu erarbeiten. Der Prozess zu einem möglichen Zusammenschluss würde erhebliche Zeit in Anspruch nehmen, sodass eine Fusion erst in einigen Jahren ein Thema sein kann.

Sanierung Gösgerstrasse

Die Arbeiten schreiten planmässig voran. Die Fahrbahn wurde abschnittsweise auf die geplante Breite von 5 Metern ausgebaut. Ausstehend sind noch die verkehrsberuhigenden Schwellen im Bereiche des Golfplatzes und des Grenzgebiets Stüsslingen/Niedergösgen. Nun wird etappenweise der Einbau des definitiven Belages umgesetzt. Dazu ist eine erste Sperrung vom 3. bis 5. Juli vorgesehen (ab Golfplatz bis Dorfgrenze).
Unbeachtet geblieben ist vielleicht die Sanierung der Brücke über den Dorfbach. Diese Arbeiten wurden in einer zeitgemässen Methode, mit sogenannten CFK-Lamellen ausgeführt, einer externen geklebten Verstärkung der Tragkonstruktion. Der Eingriff erfolgte ausschliesslich von unten. Diese Technik ist deutlich kostengünstiger. Zudem konnten die Erstellung einer Notbrücke und eine Totalsperrung der Gösgerstrasse vermieden werden.

Bestuhlung Mehrzweckhalle

Die Stühle und Tische der Mehrzweckhalle stammen weitgehend aus den 1970-er Jahren. Der Kunststoff der Stühle ist brüchig, die Tischplatten sind teilweise beschädigt, die Stapelklötze ausgerissen. Schon mehrfach wurden Reparaturen an den Tischen ausgeführt. Der Gemeinderat beantragt der Gemeindeversammlung einen Kredit von 90 000 Franken für den Ersatz der Stühle und Tische. Noch brauchbare Stücke sollen in anderen Räumen weiter verwendet oder verkauft werden. Eine Teppich-Auskleidung der Aufbewahrungsschubladen unter der Bühne soll das neue Mobiliar besser schonen.

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