Hauenstein-Ifenthal
Hochbetrieb am Skilift Gsahl: Schnee für die ersten Stemmbögli lockt Skifahrer an

Während im Flachland der erste Schnee grösstenteils bereits wieder dahingeschmolzen ist, schnallten sich die Kinder in Hauenstein-Ifenthal am Mittwochnachmittag die Bretter unter die Füsse. Noch selten ging der Skilift Gsahl schon so früh im Winter in Betrieb.

Kelly Spielmann
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Dutzende Schulkinder gleiten mit Ski oder Snowboards den Hang hinunter, Mütter trinken in der Kafistube ein wärmendes Getränk, ein kleiner Junge macht seine ersten Stemmbögli: Bilder, die sich einem gestern in Hauenstein-Ifenthal boten. Seit 1969 gibt es im Gsahl einen Skilift, am Mittwoch war er zum ersten Mal in dieser Saison in Betrieb. Ein früher Start, wie Daniel Gnehm vom Vorstand des Vereins Skilift Gsahl erzählt. «Ich kann mich an kaum ein Jahr erinnern, in dem wir so früh beginnen konnten», bestätigt auch Werner Wenger, der seit 17 Jahren für die Sicherheit am Skilift sorgt.

Rund 40 Ski- und Snowboardfahrer seien zur Eröffnung dabei gewesen. «Ich bin überrascht, dass es so viele sind», freut sich Wenger. Am Lift bildet sich sogar eine Schlange. Und das, obwohl die Eröffnung relativ kurzfristig beschlossen wurde. Am Sonntag hat der Verein den Start über seine Facebookseite bekannt gegeben. «So kommunizieren wir unsere Öffnungszeiten eigentlich immer», erklärt Gnehm.

Bei genügend Schnee ist der Lift jeweils Mittwochs und Samstags von 13 bis 16.30 Uhr und Sonntags von 11 bis 16.30 Uhr geöffnet, während der Sportferien sogar täglich von 13 bis 16.30 Uhr. Ob der Schnee reicht, wird jeweils am Morgen entschieden. «Jemand vom Verein geht dann vorbei und wägt die Situation ab», so Gnehm. Wie es am Weihnachtswochenende aussehen wird, ist noch unklar. Sollte es – entgegen der Wettervorhersage – doch noch richtig kalt werden, können die Ski auch am Heiligabend aus dem Keller geholt werden.

Dass es gestern schon für die Eröffnung reichte, war hauptsächlich den tiefen Temperaturen zu verdanken, wie Gnehm erklärt: «Wenn es kalt genug ist, ist der Boden gefroren. Dann reicht auch wenig Schnee.» Doch so wenig Schnee liegt im Gsahl gerade gar nicht. «Ich schätze 20 Zentimeter», so Wenger selbstsicher. Um letzte Zweifel aus dem Weg zu räumen, klappt er einen Meter auf und steckt ihn in die weisse Pracht. Er liegt nur knapp daneben: 18 Zentimeter Schnee türmen sich neben dem Skilift.

«Werner, Hilfe!», ertönt es vom Lift, und Wenger rennt. Ein Junge, der den Lift noch nicht alleine schafft. «Es ist schön, jedes Jahr wieder die gleichen Gesichter zu sehen», schwärmt Wenger, nachdem er dem Jungen einen Bügel überreicht. Fast alle Hauensteiner Kinder seien am Skilift anzutreffen. Deswegen sei es auch möglich, den Lift seit Jahrzehnten durch Freiwilligenarbeit zu führen. «Wir machen das für die Kinder», so Gnehm. Meist seien es Eltern, die im Vorstand sind. «Und später hoffentlich unsere Kinder. So wird der Verein von Generation zu Generation weiter getragen», sagt Gnehm, und blickt lächelnd durchs Fenster des Kafistübli auf die Piste zu den Schulkindern.