Seit bald 90 Jahren verbindet man Lostorf mit der Mineralquelle. 1933 übernahm die Mineralquelle Eptingen AG dann den Standort am Dorfrand. Das Lostorfer Mineralwasser hatte weitherum einen guten Ruf. Mittlerweile wird das Wasser zwar unter anderen Namen verkauft. Der Ruf eilt den Produkten jedoch weiterhin voraus.

Besonders beliebt ist das Mineralwasser im Gesundheitswesen. «Unser Wasser ist ideal für Aktive und Sportler», sagt Damaris Buchenhorner. Schliesslich enthalte es «nichts, das nicht rein gehört». Seit zehn Jahren ist sie Teil des Familienunternehmens. Ihr Mann, Matthias Buchenhorner, übernahm die Eptingen AG vor zehn Jahren von seinem Vater. Mit ihm ist nun die vierte Generation am Drücker. Damaris Buchenhorner ist Mitglied der Geschäftsleitung und verantwortlich für die Bereiche Kommunikation und Marketing.

Drei Mineralwasser kommen aus Lostorf

«Als ich vor fast zehn Jahren eingestiegen bin, wurde ich ins kalte Wasser geschmissen», erzählt Damaris Buchenhorner. Für sie sei es aber ein Privileg, in dieser Firma arbeiten zu dürfen. Dabei gelte es immer, als Unternehmen die soziale Verantwortung wahrzunehmen. Derzeit arbeiten in Lostorf 15 Personen in jeweils einer Tagesschicht. Insgesamt beschäftigt die Eptingen AG 65 Mitarbeitende.

Buchenhorner beschreibt den Standort Lostorf als «wichtiges Standbein für unser Unternehmen, hier konzentrieren wir uns auf Mineralwasser». Drei Marken werden hier produziert, die schweizweit erhältlich sind: «Saguaro» gibt es im Lidl zu kaufen, «Cristella» steht in Denner-Filialen im Regal und «Cristallo» – die bekannteste Marke – kann bei Transgourmet gekauft werden. Darum trifft der Konsument dieses Mineralwasser vor allem in der Gastronomie oder Anlässen an. Drei Quellen sind in Lostorf erschlossen, für jede Marke eine eigene. Sie befinden sich zwischen 100 und 500 Metern entfernt von den Produktionshallen.

«Sirupküche ist in Lostorf zu Hause»

Neben den Mineralwassern wird in Lostorf aber auch ein wichtiger Bestandteil der Süssgetränke von Eptingen AG hergestellt: «Im Ursprungsgebäude aus den Gründerjahren ist unsere Sirupküche zu Hause», erzählt Buchenhorner. Der typische Grapefruit-Geschmack, die Süsse des Pepita-Cola und der Citro-Sirup entstehen hier.

Die dickflüssige Zucker-Lösung wird anschliessend nach Eptingen transportiert. Dort entsteht die Mischung: «Mit Eptinger Mineralwasser und Lostorfer Sirup kreieren wir schliesslich etwa unseren Klassiker, das Pepita-Getränk», so Buchenhorner.

Sich im Verdrängungsmarkt behaupten

Den Grapefruit-Drink mit dem Papagei auf der grünen Etikette liess das Familienunternehmen vor zehn Jahren neu aufleben – mit Erfolg. Ebenso scheint sich der Fokus auf die Mineralwasser-Klassiker zu lohnen. Besteht darin also das Erfolgsgeheimnis der 120 Jahre alten Firma? «Ein Schlüssel zum Erfolg ist sicher, dass wir uns auf unsere Wurzeln konzentrieren.» Buchenhorner spricht damit etwa die Regionalität an, auf die sich die Eptingen AG fokussiert.

«Wir befinden uns in einem ausgeprägten Verdrängungsmarkt. Gewinnt eine Firma einen Auftrag, verliert die andere einen.» Ausserdem nehme die Schnelllebigkeit der Produkte stetig zu. Dazu komme, dass das Familienunternehmen nicht die Schlagkraft und Investitionsmöglichkeiten habe, wie grosse, weltweit agierende Produzenten. Die Baselbieter Firma versuche vielmehr mit langfristigen Plänen, klassischen Produkten und regionaler Verankerung mit schweizweiter Ausstrahlung zu überleben.

Im Sommer produzieren sie 30 Prozent mehr

Ein Rundgang durch die Produktionshallen in Lostorf zeigt: Die Maschinen haben keine Zeit, mal still zu stehen. Pro Stunde werden bis zu 15'000 Flaschen abgefüllt.

Gerade in den Sommermonaten laufen die Maschinen deutlich mehr Stunden pro Tag. «2018 haben wir aufgrund der Hitze eine stärkere Nachfrage gespürt», sagt Buchenhorner. Rund 30 Prozent mehr hätten sie im Sommer produziert als in den Wintermonaten. Und dieser Trend setze sich dieses Jahr fort.