Amtsgericht
«Heroinhandel im grossen Stil»: Drohen dem Dealer 14 Jahre Haft?

Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz, Geldwäscherei, Urkundenfälschung sowie Widerhandlung gegen das Waffengesetz: Die Staatsanwaltschaft fordert für Heroindealer Ardit M. eine Freiheitsstrafe von 14 Jahren.

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Keystone/Martial Trezzini

«Ein krimineller Sumpf mit einer Art Mafia-Aura» sei das Café Alexander in Trimbach – so jedenfalls zitierte am Dienstag Staatsanwalt Philipp Rauber Mitglieder des Trimbacher Heroinhandelrings in seinem Plädoyer.

Für Ardit M.* fordert er eine Freiheitsstrafe von 14 Jahren. Ardit M. musste sich in einer zweitägigen Verhandlung wegen Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz, Geldwäscherei, Urkundenfälschung sowie Widerhandlung gegen das Waffengesetz vor dem Amtsgericht Olten-Gösgen verantworten.

Gründe für die lange Freiheitsstrafe nennt Rauber mehrere. Einerseits rechnet er den Amtsrichterinnen die mengenmässige Schwere des Falls vor: Aus den vorgeworfenen 40 bis 45 Kilogramm Heroingemisch mit einem Reinheitsgrad von durchschnittlich 20 Prozent ergeben sich acht bis neun Kilogramm reines Heroin, welches Ardit M. besessen und teils veräussert haben soll. «Damit sind die 12 Gramm, die einen mengenmässig schweren Fall ausmachen, deutlich und um ein x-Faches überschritten», so Rauber.

Er habe eine grosse kriminelle Energie an den Tag gelegt, indem er während ungefähr zehn Jahren Heroinhandel im grossen Stil betrieben habe. Ausserdem nennt der Staatsanwalt die diversen Vorstrafen als straferhöhende Faktoren, genauso wie sein Verhalten in der Untersuchungshaft. Mehrmals habe es disziplinäre Massnahmen gegen ihn gegeben, unter anderem wegen Drogenmissbrauchs.

Dass die Geldwäscherei, welche Ardit M. vehement abstreitet, stattgefunden habe, ist für Rauber unbestritten. Es sei offensichtlich, dass erhebliche Mengen Geld erwirtschaftet wurden, die nicht sichergestellt werden konnten – dies zeige die erfolgreiche Geldwäscherei.

Weder Reue noch Einsicht

Strafmildernde Faktoren findet der Staatsanwalt hingegen keine. Weder Reue noch Einsicht zeige der Beschuldigte. Max Birkenmaier, der Verteidiger des Angeklagten, sah dies jedoch anders. Ardit M. habe Reue und Einsicht gezeigt, indem er eingestanden hat, im Drogenhandel tätig gewesen zu sein. Lediglich bei den Mengen des Heroins sei man sich uneinig.

Ausserdem habe er einen guten Leumund und keine Vorstrafen – hier widersprechen sich Staatsanwalt und Verteidiger. Ardit M. sei nur wegen Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz und Widerhandlung gegen das Waffengesetz zu fünf Jahren Freiheitsstrafe zu verurteilen. Auch sei er umgehend aus dem vorzeitigen Strafvollzug zu entlassen.

Das letzte Wort hatte der Beschuldigte. «Es tut mir alles sehr leid, was ich getan habe», erklärte er. Der Antrag des Staatsanwalts auf 14 Jahre schockiere ihn: «Ich habe doch drei kleine Kinder und einen kranken Vater.»

Das Urteil wird demnächst schriftlich eröffnet. (ksp)

*Name der Redaktion bekannt

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