Die Hände sind mit Handschellen gefesselt, das Licht im Raum ist schummrig, im Hintergrund hört man ein Stöhnen. Die Blutspritzer an der Wand und auf dem Boden bestätigen: Die Zombie-Apokalypse hat begonnen. Und drei Redaktorinnen sowie der Fotograf des Oltner Tagblatts sitzen mittendrin fest. Sie haben Schutz gesucht in einem Gefängnis. Im Kontrollraum des Sektors 3 wurden sie eingeschlossen. Ihr Ziel: Den Weg nach draussen finden, bevor die Zombies zurückkommen. Eine Stunde Zeit haben sie dafür. Gelingt es ihnen?

Das Szenario des ersten «Escape Rooms» in der Region Olten lässt einem bereits das Blut in den Adern gefrieren. «Wir haben uns an der TV-Serie ‹The Walking Dead› orientiert», erklärt Roy Moser, der das Projekt zusammen mit seiner Frau Claudia und Freund Siro Gloor realisiert hat. Im Juli begann das Dreierteam mit den Umbauarbeiten im vierten Stock des Gebäudes von Swiss Recycling Services im Schönenwerder Industriegebiet. In Handarbeit und mit viel Liebe gestalteten sie ihren «Escape Room» so hässlich, blutig und gruselig wie möglich. Moser: «An den Wänden haben wir sicher zwölf Farbschichten, damit es nun so echt wie möglich aussieht.»

Rund 40'000 Franken investierten die Abenteuerliebhaber in das Projekt. Der Raum namens «Walking Death» wurde ursprünglich von einer griechischen Firma entworfen, die sich auf «Escape Rooms» spezialisiert hatte. «Wir übernahmen etwa 20 Prozent. Die restlichen Rätsel und Spezialeffekte haben wir uns selbst ausgedacht», sagt Roy Moser. Vorerst bleibt der «Escape Room» noch ein Hobby: Claudia Moser übernimmt jeweils die Spielleitung, Gloor und Roy Moser helfen aus, wenn sie selbst nicht arbeiten müssen.

Seit heute Mittwoch können Ausflüge in den Horror-Raum gebucht werden. Mehr als 70 Personen haben das Spiel bereits in Testläufen absolviert — nicht alle konnten vor Ablauf der Zeit die Tür nach draussen öffnen. Der Rekord liegt bei 38 Minuten. So viel sei bereits verraten: Das Oltner-Tagblatt-Team knackte diese Bestleistung nicht.

Nachdem der Schlüssel für die Handschellen gefunden war, konnten die anderen Rätsel in Angriff genommen werden. Nach 45 Minuten surrte der Türöffner — und unser Team konnte vor den hungrigen Zombies fliehen.