Lostorf
Grosse Pläne für eine sicherere Hauptstrasse Nord

Das Betriebs- und Gestaltungskonzept für die Hauptstrasse Nord in Lostorf wird wesentliche Veränderungen bringen. Die Umsetzung des Projekts wird 4,7 Mio. Franken kosten.

Markus von Däniken
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Auf dem Juraplatz sollen Festanlässe möglich werden.

Auf dem Juraplatz sollen Festanlässe möglich werden.

Markus von Däniken

Der Lostorfer Gemeinderat hatte im Frühjahr 2014 den Kredit für die Planung der Sanierung der Hauptstrasse Nord bewilligt. Die beauftragte Firma Metron Verkehrsplanung AG, Brugg, hat in Zusammenarbeit mit einer Arbeitsgruppe, welche aus Anstössern und Vertretern der Baukommission besteht, ein Sanierungskonzept erarbeitet. Der Auftrag beinhaltet auch das Gestaltungskonzept und die Belange des Hochwasserschutzes entlang des Dorfbachs sowie diejenigen der Schulwegsicherheit. Im Konzept wurde die Hauptstrasse Nord in drei Teilbereiche unterteilt: Unterdorf (Schmittenbrücke bis Dorfplatz), Dorfplatz und Oberdorf.

Trottoir im Unterdorf verlegen

Die wesentlichsten Punkte des Konzeptes betreffen den unteren Dorfteil (Dorfplatz bis Schmittenbrücke). Das bestehende Trottoir führt heute dem Dorfbach entlang. Es soll auf die östliche Strassenseite verlegt werden. Dadurch kann eine Verbesserung der Sichtweiten bei den östlichen Grundstückzufahrten erreicht und die Übersicht wesentlich verbessert werden. Der Juraweg kann wie bisher als Fussweg benutzt werden. Auf dem ehemaligen Juraplatz (ehemals Restaurant Jura) sollten künftig auch Festanlässe möglich sein. Zudem werden die bisherigen Bushaltestellen «Dorfplatz» in diesen Bereich verlegt.

Begegnungszone beim Dorfplatz

Im Bereich Dorfplatz ist eine Begegnungszone mit einer Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h vorgesehen. Bei der Begegnungszone müssen alle Verkehrsteilnehmer aufeinander Rücksicht nehmen. Das Signal «Begegnungszone» kennzeichnet Strassen in Wohn- oder Geschäftsbereichen, auf denen die Fussgänger die ganze Verkehrsfläche benützen dürfen. Sie sind gegenüber den Fahrzeugführern vortrittsberechtigt, dürfen jedoch die Fahrzeuge nicht unnötig behindern.

Mit der Begegnungszone soll der heute vom motorisierten Verkehr dominierte Dorfplatz verkehrssicherer gestaltet werden, nicht zuletzt weil er Teil des Schulwegs ist. Der Dorfplatz soll weiterhin als Buswendeplatz genutzt werden. Weil dort aber die im Behindertengleichstellungsgesetz vorgeschriebenen höheren und rollstuhlgängigen Haltestellen nicht erstellt werden können, ist vorgesehen, die Haltestellen nach Süden zu verschieben.

Der Rat hat nun die Arbeitsgruppe beauftragt, für den Bereich Dorfplatz zwei Varianten auszuarbeiten – eine Variante mit und eine ohne Begegnungszone.

Optische Einengung im Oberdorf

Auch im Oberdorf wird das heutige Temporegime von 50 km/h beibehalten. Durch die etwas niedrigeren Verkehrsmengen als im Unterdorf und weniger Busverkehr soll die Fahrbahnbreite auf 5,50 m festgelegt werden. Dies soll jedoch nicht als Schikane verstanden werden. Zwischen Fahrbahn und den ostseitigen Mauern ist ein Bankett von 50 cm bis 1 m Breite vorgesehen, das überfahren werden kann. Die Einengung der Fahrbahn auf 5,50 m ist also primär optischer Natur, damit sich der motorisierte Verkehr siedlungsverträglich bewegt.

Urnenabstimmung

Der Projektierungskredit muss nicht vom Souverän genehmigt werden, weil es sich um eine gebundene Ausgabe handelt. Für die Umsetzung ist hingegen ein Entscheid der Gemeindeversammlung notwendig. Wegen der Kredithöhe von mehr als 1 Mio. Franken ist auch eine Urnenabstimmung erforderlich.

Begegnen sich zwei grosse Fahrzeuge (Bus, Lastwagen oder Traktor), wird ein Teil des Banketts vom lichten Raum der Fahrzeuge beansprucht. In Anbetracht der geringen Verkehrsmengen wird diese Massnahme als vertretbar erachtet. In regelmässigen Abständen sind kurze Engstellen von 4,50 m Fahrbahnbreite vorgesehen. Diese bringen einerseits lokal eine Verbesserung der Situation (Sicht), andererseits fungieren sie als sanfte Geschwindigkeitsbremsen. Innerhalb der Engstellen können sich zwei Personenwagen kreuzen, bei grösseren Fahrzeugen würde der Vortritt auf Sicht geregelt.

Rund 4,7 Mio. Franken Kosten

Die Kosten des Projekts sind bisher mit einer Genauigkeit von plus/minus 30 Prozent ermittelt. Die Sanierung der Werkleitungen sowie der Landerwerb sind darin nicht berücksichtigt, hingegen sind die Hochwasserschutzmassnahmen eingerechnet, welche die Hauptstrasse unmittelbar tangieren. Es wird mit Gesamtkosten von rund 4,7 Mio. Franken gerechnet.
Im Investitionsplan sind für die Projektphase 175 000 Franken vorgesehen. Das Geschäft wird nun konkretisiert. Aufgrund des Betriebs- und Gestaltungskonzepts müssen Partner gesucht werden, welche das Projekt weiterbearbeiten.

Der Gemeinderat hat das Betriebs- und Gestaltungskonzept der Hauptstrasse Nord und den Projektierungskredit mehrheitlich genehmigt.