Interview
«Gretzenbach ist ein guter Standort»: Geschäftsleiter der Cartaseta AG über die Hygienepapier-Produktion im Niederamt

Die Cartaseta AG ist eine der letzten eigenständigen Hersteller von Hygienepapieren in der Schweiz. Nun bekennt sich der Geschäftsleiter Roberto Todaro zur Beibehaltung der Hygienepapier-Produktion im Niederamt.

Interview: Lorenz Degen
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Die Cartaseta AG produziert eine breite Palette von Hygienepapieren.

Die Cartaseta AG produziert eine breite Palette von Hygienepapieren.

Bruno Kissling

Die Hamsterkäufe diesen Frühling und die Verlegung respektive mögliche Schliessung der Hakle-Produktion von Kimberly-Clark in Niederbipp haben WC-Papier ins öffentliche Bewusstsein gebracht. Zu diesen Themen möchte sich der Geschäftsleiter der Cartaseta AG, Roberto Todaro (47), im Interview jedoch nicht äussern. Die Cartaseta AG in Gretzenbach ist eine der letzten eigenständigen Hersteller von Hygienepapieren in der Schweiz. Todaro hat nach einer Lehre im Detailhandel Weiterbildungen als eidgenössisch diplomierter Kaufmann des Detailhandels und eidgenössisch diplomierter Verkaufsleiter abgeschlossen. Er ist verheiratet und Vater von zwei Söhnen im Alter von 17 und 6 Jahren. Sein Amt in der Geschäfts - und Rechnungsprüfungskommission der Gemeinde Thürnen BL hat er kürzlich abgegeben. Seit 2020 ist Todaro Vorstandsmitglied des Verband Schweizerischer Papier- Karton- und Folienhersteller.

Wie hat sich die Firma Cartaseta AG in letzter Zeit entwickelt?

Roberto Todaro: Wir haben ein sportliches Bauprogramm umgesetzt und konnten im April dieses Jahres die neue Lagerhalle in Betrieb nehmen. Darin befindet sich unser Fertigwarenlager, wo wir unter anderem WC-Papier und Haushaltstücher lagern.

Wie zufrieden sind Sie mit dem Geschäftsgang in diesem Jahr?

Der Geschäftsgang im Jahr 2020 lief gut, wir sind zufrieden. Die Eröffnung der Lagerhalle war ein bedeutender Meilenstein.

Zur Cartaseta AG

Die Cartaseta AG in Gretzenbach ist eines der letzten unabhängigen Unternehmen, das in der Schweiz Hygienepapiere herstellt. Die Firma ist seit 1974 Partnerin der von Albert Friedrich gegründeten Fripa Papierfabrik, die sich noch heute in Familienbesitz befindet. Zu den hergestellten Produkten zählen Toilettenpapier, Falthandtücher und Haushaltspapier. Als Rohstoff dienen Altpapier und Frischzellstoff. Am Standort Gretzenbach beschäftigt die Cartaseta AG 100 Mitarbeitende. Produziert wird im Schichtbetrieb rund um die Uhr. Ein weiterer Produktionsstandort befindet sich in Polen. (ld)

Gibt es Veränderungen in ihrem Sortiment?

Cartaseta ist Hersteller von «Private Labels» unserer Kunden. Es handelt sich um Eigenmarken, vorwiegend aus dem Schweizer Detailhandel. Diese Kunden haben eine Marketingstrategie und geben dann ihre gewünschten Produkte bei uns in Auftrag. Verbesserungen nehmen wir laufend zusammen mit unseren Kunden vor.

Bleibt die Firma in Gretzenbach?

Für uns ist Gretzenbach ein guter Standort. In den letzten 15 Jahren wurde viel und nachhaltig investiert, was ein klares Bekenntnis zum Standort bedeutet. Auch ist die Firma Cartaseta AG in Familienbesitz und damit langfristig orientiert, was dem Betrieb Stabilität und Sicherheit gibt. Geld wird wieder in die Firma investiert und für eine effiziente Gestaltung verwendet. Auch sind wir hier in Gretzenbach gut versorgt mit Altpapier, was für unsere Produktion sehr wichtig ist.

Gibt es weitere Bedingungen für den Erhalt des Standorts?

Wir verfolgen die politischen Entwicklungen im Bereich Energie und Gas. Wir sind ein energieintensiver Betrieb, weshalb für uns Planungssicherheit wichtig ist. Ein Zeithorizont von zehn Jahren, wie bei der letzten Periode des CO2-Gesetzes, ist gut. Im Bereich Gas ist die Verordnung noch nicht fertig. Ich habe aber Vertrauen in die Schweizer Politik, die bislang immer unsere Interessen berücksichtigt hat.

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