Den grausigen Fund, den zwei Landwirte aus Dulliken am Mittwochmorgen auf einem ihrer Maisfelder machten, werden sie wohl nicht so schnell vergessen. Bei Feldarbeiten stossen die beiden inmitten der Maispflanzen auf einen stark verwesten Leichnam.

Auch die Einsatzkräfte der Polizei, die wenig später beim Maisfeld eintreffen, können weder das Geschlecht noch die Todesursache der Person feststellen und übergeben die Leiche einem Institut für Rechtsmedizin zur Obduktion.

Einen Tag nach dem schrecklichen Fund hat die Solothurner Polizei noch keine neuen Erkenntnisse parat. «Aufgrund des Zustands der Leiche kann die Klärung der Identität und der Todesursache der Person mehrere Wochen dauern», erklärt Bruno Gribi, Mediensprecher der Kantonspolizei Solothurn auf Anfrage der az. Keine Auskunft gibt Gribi auf die Frage, an welches Institut der Leichnam zur Obduktion übergeben wurde. 

Liegezeit der Leiche schwer zu ermitteln

Wie lange die tote Person bereits im Maisfeld in Dulliken lag, lässt sich nur schwer eruieren, wie Dr. med. Daniel Eisenhart, Chefarzt des Instituts für Rechtsmedizin am Kantonsspital Aarau, auf Anfrage der az erklärt. «Fäulnis und Verwesung gehören zu den späten Leichenveränderungen, die zwar grundsätzlich unmittelbar nach dem Tod eines Menschen beginnen, jedoch erst nach einer gewissen Zeit sichtbar werden», so der Forensiker. 

Die Zeitspanne bis zum Auftreten von späten Leichenveränderungen hänge wesentlich von der Umgebungstemperatur, dem Sauerstoffgehalt in der Umgebung und der Besiedelung des Körpers durch Bakterien zum Zeitpunkt des Todes ab. «Gerade bei konstant hohen Sommertemperaturen», erläutert Eisenhart weiter, «können fortgeschrittene Verwesungserscheinungen auch schon nach wenigen Tagen auftreten.»

Identifizierung über DNA-Analyse

Trotz des Zustands der Leiche sei eine Identifizierung der Person möglich. Eisenhart: «Diese erfolgt bei fäulnisveränderten Verstorbenen in der Regel über eine DNA-Analyse.» Denn auch bei einer längeren Leichenliegezeit liesse sich noch DNA aus den Knochen gewinnen. Liege zudem ein Vergleichsprofil der verstorbenen Person vor, könne die Sicherung der Identität vorgenommen werden.

«Auch Angaben zur Todesursache lassen sich trotz fortgeschrittener Verwesung feststellen», erklärt der Rechtsmediziner. «Verletzungen durch stumpfe Gewalt an Knochen und Organen sind lange nachweisbar und auch körperfremde Substanzen sind auch längere Zeit nach dem Tod noch erkennbar.»

Dennoch könne es manchmal schwierig sein, Befunde bei Verwesungserscheinungen zu beurteilen, so Eisenhart. «In Einzelfällen sind konkrete Angaben zu den Umständen, unter welchen eine Person starb, nicht möglich.»