Alle Dulliker Kinder im Vorschulalter sollen die Möglichkeit haben, die Spielgruppe Kunterbunt während zweier Jahre unentgeltlich zu besuchen. Das hat der Gemeinderat anlässlich seiner letzten Sitzung einstimmig und ohne Enthaltung beschlossen. Pate bei diesem Geschäft stand ein bereits laufendes kantonales Pilotprojekt, bei welchem Vorschulkinder mit sprachlichen und anderen Defiziten im Rahmen der Frühen Förderung erfasst und der Spielgruppe zugeführt werden, wo sie entsprechend gefördert werden. Da dieser Spielgruppenbesuch vom Kanton quasi angeordnet ist, trägt das Volksschulamt auch die gesamten Kosten für diese Kinder. Deren Eltern sind somit von Beitragszahlungen entbunden.

Dies im Gegensatz zu jenen Kindern, bei welchen keine solche Massnahme angeordnet wurde. Deren Eltern hätten weiterhin die ordentlichen Beiträge zu entrichten. Und in diesem Punkt macht der Gemeinderat eine rechtsungleiche Behandlung aus, was quer durch alle Fraktionen als stossend empfunden wird. Der Rat ist der Ansicht, dass es nicht angeht, dass die einen Familien Elternbeiträge bezahlen müssen, während die anderen davon entlastet sind.

Später weniger Zusatzunterricht

In ihrem Mitbericht über die finanziellen Aspekte dieses Geschäfts weist die Finanzkommission darauf hin, dass der unentgeltliche Spielgruppenbesuch die Gemeinde zwar im Moment einige zehntausend Franken pro Jahr kosten wird, dass aber mit einer zeitlichen Verzögerung auf der anderen Seite mit spürbaren Einsparungen beim Deutschzusatzunterricht gerechnet werden darf, wenn fremdsprachige Kinder wegen des Spielgruppenbesuchs mit deutlich besseren Deutschkenntnissen eingeschult werden. Diesen positiven Effekt konnte Andrea Bolliger, Projektleiterin Frühe Förderung, am Beispiel der Gemeinde Zuchwil bestätigen. Dort hat die Frühe Förderung seit mehreren Jahren den Stellenwert, welchen auch Dulliken anstrebt und die Erfahrungen der Gemeinde Zuchwil sind durchwegs sehr positiv.

Fünfjährige Pilotphase

Der Gemeinderat war sich einig: «Die unentgeltliche Spielgruppe ist nicht nur für die betroffenen Eltern ein Pluspunkt, sondern auch für unsere Schulen und damit für die ganze Bevölkerung», schreibt er in seiner Mitteilung. Das neue Angebot wird vorerst als Pilotprojekt gestartet. Nach fünf Jahren soll aufgrund eines Wirksamkeitsberichts über die definitive Einführung eines solchen Regelangebots befunden werden.