Niedergösgen
Gewerbler sehen in der Idee eines «Maxi-Kreisels» Vor- und Nachteile

Diese Idee eines «Maxi-Kreisels» unter Einbezug von Jurastrasse und Erlinsbacherstrasse wurde Ende September an einer Aussprache ins Gespräch gebracht. Die Idee soll bei den anwesenden Gewerbevertretern durchweg auf positives Echo gestossen sein. Auf Anfrage der Redaktion bei einer Auswahl von Geschäften an der Hauptstrasse lauteten die Antworten differenziert.

Kelly Spielmannund Christian von Arx
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Um diesen Abschnitt geht es: Hauptstrasse Niedergösgen, in Blickrichtung Schönenwerd.

Um diesen Abschnitt geht es: Hauptstrasse Niedergösgen, in Blickrichtung Schönenwerd.

Christian von Arx

Braucht es auf der Hauptstrasse in Niedergösgen eine Verkehrsberuhigung? Soll der Verkehr auf dem zentralen Abschnitt zwischen der ehemaligen Metzgerei Stöckli und der Raiffeisenbank nur noch in Einbahn geführt werden?

Diese Idee eines «Maxi-Kreisels» unter Einbezug von Jurastrasse und Erlinsbacherstrasse wurde Ende September an einer Aussprache mit Gewerbetreibenden von Gemeindepräsident Kurt Henzmann und Vizepräsident Andreas Meier ins Gespräch gebracht.

Meier, dessen Bauunternehmung ihre Büros seit 2011 an der Hauptstrasse hat, stellt fest: «In diesen fünf Jahren hat der Verkehr stark zugenommen.» Zum Einmünden müssten Autos heute merklich länger warten. Ein Problem seien auch die knappen Parkplätze.

Im September soll die Idee «Maxi-Kreisel» bei den anwesenden Gewerbevertretern durchweg auf positives Echo gestossen sein. Auf Anfrage der Redaktion bei einer Auswahl von Geschäften an der Hauptstrasse lauteten die Antworten differenziert.

«Würden sie zurückfahren?»

Renata Beeler, Geschäftsführerin des Cafés Bank, befürchtet, dass Kunden, die auf den «Maxi-Kreisel» geleitet werden, nicht auf der Hauptstrasse zurückfahren würden, um zur Bäckerei oder ins Café zu kommen. «Wir haben viele Kunden, die beim Durchfahren kurz ein Gipfeli abholen, diese würden fehlen.»

Schon die aktuelle Baustelle führe zu weniger Kundschaft. Als einzigen Pluspunkt des Vorschlags anerkennt Beeler die zusätzlichen Parkplätze.

Robert Berger (Berger Mode) steht der Idee offen gegenüber. Eine Verkehrsberuhigung sei nötig, meint er, und mehr Parkplätze wären gut, da es davon heute viel zu wenige gebe.

Eher gegen den «Maxi-Kreisel» äussert sich Gerhard von Felten (Bürofachgeschäft von Felten). Seine Haltung ist vielleicht mitgeprägt durch die Erfahrungen mit der jetzigen Baustelle, denn diese sei für sein Geschäft eine Katastrophe. Von Felten glaubt nicht daran, dass die Idee des Maxi-Kreisels umgesetzt wird.

«Es ist praktisch eine Autobahn»

Zu den positiven Stimmen zählt hingegen Rahel Mutti (Goldschmied Mutti-Baldin). Zwar fühlt sie sich vom Parkplatzmangel nicht selbst betroffen, da sie Parkplätze hinter dem Geschäft hat. Aber fürs Gesamte sei eine Änderung unbedingt nötig: «Etwas muss getan werden.»

Denn die momentane Situation sei schlecht, die Hauptstrasse werde nur noch als Durchgangsstrasse genutzt – «es ist praktisch eine Autobahn». Wegen der vielen Lastwagen und der fehlenden Parkplätze sei sie nicht attraktiv zum Aussteigen und Verweilen.

Der «Maxi-Kreisel», so denkt Mutti, würde den Verkehr auf der Hauptstrasse beruhigen und diese wieder attraktiver machen.

Einbahn auf Kantonsstrasse?

Vonseiten des Kantons nimmt das Amt für Verkehr und Tiefbau in Solothurn vorderhand weder zustimmend noch ablehnend Stellung zur Idee des «Maxi-Kreisels». «Wir haben Kenntnis von dieser Idee der Gemeinde», bestätigt auf Anfrage Lothar Bürgi, stellvertretender Leiter Projektmanagement Kreis II in der Abteilung Strassenbau.

«Vor einer Stellungnahme warten wir auf jeden Fall das Verkehrsgutachten ab, mit dem ein externer Verkehrsingenieur beauftragt wurde.»

Das Gutachten wurde ausgelöst durch den Wunsch der Gemeinde Niedergösgen, die geplante Überbauung Auenpark an der Hinteren Schachenstrasse direkt an die Erlinsbacherstrasse anzuschliessen. Dafür möchte die Gemeinde die Verkehrssituation im Dorf gesamthaft beurteilen lassen, was auch das kantonale Amt befürwortet.

Darum wird sich das Gutachten unter anderem auch zum Vorschlag «Maxi-Kreisel» äussern. Eine Einbahn auf einem Kantonsstrassenabschnitt wäre möglicherweise ein Unikum im Kanton Solothurn: «Spontan kommt mir kein Beispiel aus einer anderen Gemeinde in den Sinn», erklärt Lothar Bürgi.

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