Rund ein Dutzend engagierte Gewerbetreibende haben sich kürzlich im Niedergösger Schlosshof zu einem Gedankenaustausch zum Thema «Lädelisterben» getroffen, um innovative Wege aus der sich in den vergangenen Jahren abzeichnenden Tendenz zu finden.

Den Unternehmerinnen und Unternehmern, welche den Weg in den Schlosshof gefunden haben, liegt der Marktplatz Niedergösgen sehr am Herzen. Sie alle haben durch ihre geäusserten Voten und Ideen gezeigt, dass Niedergösgen ein grosses Potenzial besitzt.

An Gemeindepräsident Kurt Henzmann und Vizegemeindepräsident Andreas Meier wurden verschiedene, (auch) kritische Fragen gestellt zur Verantwortung der Politik für die heutige Situation. Gefordert wurde, dass das Submissionsreglement geändert werde und dass die Baukommission über die erteilten Restaurationsbewilligungen akribisch wacht. Auch dass die Kehrichtabfuhr nicht alle Gewerbebetriebe gleich behandelt, wurde von einem Teilnehmer beklagt.

Dass das heutige Kaufverhalten eine soziale Komponente besitzt, war für alle Anwesenden klar. Heute kaufen zahllose Menschen über das Internet ein oder gehen über die Landesgrenzen zum Shopping. Wenn dann im Alter der Fahrausweis abgegeben wird, beklagen sie sich über zu wenige Einkaufsmöglichkeiten in der nächsten Umgebung. Die Sensibilisierung auf diese Situation auf diese wachsenden Bedürfnisse zu fördern ist das Gebot der Stunde.

Neue mit zu wenig «Biss»?

Zu wenig «Biss» bei den neuen Unternehmern und Unternehmerinnen wurde auch moniert. Oft werde konzept- und strategielos ein Unternehmen gegründet, dessen Zukunft absehbar sei. Und man müsse als Unternehmer bereit sein 60 bis 70 Stunden pro Woche zu arbeiten, um gleich viel zu verdienen wie als Angestellter.

Auch die soziale Komponente eines Detailhändlers wurde beleuchtet: Viele Kunden wollten primär reden und sich austauschen. Wenn dies dann zur Erklärung des per Internet gekauften Geräts erfolgt, dann werde es echt problematisch.

Wieder Gewerbeausstellungen?

Auch die Gewerbeausstellungen 1979 bis 1999 in Niedergösgen wurden thematisiert, und einige fanden sich bereit, bei einem Neustart mitzumachen. Attraktive Kauferlebnisse für die Kunden zu organisieren, sei das A und O einer gewerblichen Dorfgemeinschaft.

Der Niedergösger Gemeinderat nimmt diese engagierten und spannenden Voten auf und wird sie anlässlich einer der kommenden Sitzungen diskutieren, um das Beste für das Gewerbe und das Dorf zu realisieren. (mgt)