Trimbach
Gerbrunnen-Schulhaus soll saniert oder neu gebaut werden

Der Gemeinderat Trimbach überlegt sich, wie das veraltete Gerbrunnen-Schulhaus in Zukunft genutzt werden soll.

Lorenz Degen
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Das Gerbrunnen-Schulhaus ist ein Sanierungsfall.

Das Gerbrunnen-Schulhaus ist ein Sanierungsfall.

Bruno Kissling

Die Landschaft um das Gerbrunnen-Schulhaus ist idyllisch. Felder erstrecken tal- und bergseitig, nur gerade auf der Seite Richtung Hauenstein liegt der geteerte Pausenplatz. «Um dieses Schulhaus herum hätte einmal ein ganzes Quartier stehen sollen», erklärt Martin Bühler. «In den 1970er-Jahren ging man von einem grossen Wachstum aus. Es war die Zeit, als auch die Stadt Arolfingen postuliert wurde, als Zusammenschluss von Aarau, Olten und Zofingen», führt der Gemeindepräsident (SP) aus.

Doch diese Zeiten trafen nie ein. Die Bevölkerung wuchs nicht im angenommenen Ausmass und so blieb das Gerbrunnen-Schulhaus in seiner heutigen Randlage. Der Gemeinderat überlegt sich derzeit, wie es mit den Schulhäusern der Gemeinde weitergehen soll. «Trimbach hat für seine Grösse von knapp 6500 Einwohnern zu viele Schulstandorte.» Nebst dem Gerbrunnen-Schulhaus gibt es die Schulhäuser Mühlematt, Gassacker/Leinfeld sowie das Brühl-Schulhaus. Letzteres, das älteste aller Gebäude, wird aber nur noch für den Kindergarten und die «Pumuckl-Gruppe» verwendet.

Der Fokus des Gemeinderates liegt auf dem Gerbrunnen-Schulhaus. «Obwohl es das jüngste Schulhaus ist, ist seine Substanz im schlechtesten Zustand. Damals wurde nicht für die Ewigkeit gebaut, so dass wir es mit einem Sanierungsfall zu tun haben, ähnlich wie die anderen Schulhäuser aus dieser Zeit, zum Beispiel die Kanti Olten», sagt Bühler. Der Gemeinderat möchte nun eine konkrete Frage an die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger stellen. «Die Phase der Auslegeordnung ist abgeschlossen. Es sollen nicht nochmals zwanzig Ideen auf den Tisch kommen, was wir alles machen könnten.» Der Gemeinderat prüft zwei Varianten: «Entweder sanieren wir das bestehende Gebäude von Grund auf, oder wir planen einen Neubau», so Bühler.

Rechtzeitig bereit sein für mehr Kinder

Ein Neubau käme am ehesten beim Mühlemattschulhaus in Frage. «Dort haben wir eine gute bestehende Infrastruktur, die man ergänzen könnte. Das Land gehört bereits der Gemeinde.» Ein Neubau hätte den Vorteil, dass kein Provisorium mit Containern errichtet werden müsste, «was weder für Schülerinnen und Schüler, noch für Lehrkräfte angenehm ist.» Vorwegnehmen will Bühler aber damit keine Gewichtung: «Entscheidend ist vor allem, welche Kosten damit auf die Gemeinde zukommen.»

Für Trimbach wird in beiden Fällen, ob Sanierung oder Neubau, ein rechter Batzen fällig werden: «Wir rechnen mit einem zweistelligen Millionenbetrag, so um die zwölf bis fünfzehn Millionen Franken.» Der Kostenrahmen ist durch den im Lehrplan 21 definierten Bedarf an Klassengrössen und Räumen weitgehend vorgegeben. «Sonst könnten wir auch einen grossen Saal bauen und mit einfachen Mitteln abtrennen. Aber das Schulsystem lässt dies im Moment nicht zu», bedauert Bühler.

Für Bühler ist wichtig, dass die Gemeinde jetzt aktiv wird, um so nicht von den Ereignissen überrollt zu werden. Auf dem Wernli-Areal sollen in den nächsten Jahren um die 150 Wohnungen entstehen. «Wir wollen bereit sein, wenn diese Kinder, die dort wohnen, eingeschult werden.»

Nun brütet der der Gemeinderat über den Varianten Sanierung oder Neubau, er möchte an der nächsten Gemeindeversammlung im Juni dem Souverän sein favorisiertes Modell vorlegen. «Es geht dabei erst um eine Orientierung, nicht um einen Entscheid oder gar schon einen Kredit», erklärt Bühler. Wenn ein Projekt dann spruchreif werden wird, überlegt sich der Gemeinderat, dieses an der Urne absegnen zu lassen. «Wir prüfen juristisch, wie wir das demokratiekonform absichern können.» Die Erfahrungen der letzten Urnenabstimmung seien positiv: «Bei relativ unbestrittenen Vorlagen gingen um die 700 Einwohnerinnen und Einwohner an die Urne, während an eine Gemeindeversammlung maximal 270 Personen kommen.»