Wisnerhöchi

Geplante Windräder fliegen aus Richtplan – das freut die Wisner: «Der Horizont wäre massiv beeinträchtigt worden»

Auf der Wisnerhöchi wurde 2016 ein 99 Meter hoher Mast aufgestellt

Auf der Wisnerhöchi wurde 2016 ein 99 Meter hoher Mast aufgestellt

Auf der Wisnerhöchi soll durch die Anpassungen des kantonalen Richtplans ein künftiger Windpark verunmöglicht werden.

Kaum zwei Jahre, nachdem der Bundesrat im Herbst 2018 den kantonalen Richtplan genehmigt hatte, steht schon eine erste Anpassung bevor. Zurzeit läuft die öffentliche Planauflage, die bis zum 13. März dauert. Unter anderem geht es dabei um Veränderungen bei den Windpark-Arealen. Neu soll das Gebiet «Chall» ob Kleinlützel als Potenzialgebiet für einen Windpark in den Richtplan aufgenommen werden, angrenzend zum bestehenden Potenzialgebiet «Chall-Burg» auf Baselbieter Boden. Hingegen soll das Gebiet «Wisnerhöchi», ein Gebiet von zweiter Priorität, aus dem Richtplan entfernt werden.

In Wisen war man, als das Projekt vor etwa zwölf Jahren auf den Tisch kam, nicht begeistert von den Plänen. In der Einwohnerschaft formierte sich der Verein «Wisnerhöchi ohne Windpark (WOW)». Der Verein organisierte die Motion «Schutz der Wisnerhöchi» und forderte, dass der Gemeinderat Wisen das Landschaftsbild der Wisnerhöchi schütze. Dieser besuchte die Windparkanlagen im Kanton Jura und kam zum Schluss, dass der Standort Wisnerhöchi für eine solche Anlage nicht geeignet ist, sagt Gemeindepräsident Paul Hecht: «Das passt bei uns einfach nicht. Die Windräder wären vom Dorf aus direkt sichtbar, die meisten Leute schauen von ihrem Zuhause aus dorthin.»

Auch hätten die Windräder für Hecht das Landschaftsbild gestört: «Der Horizont wäre massiv beeinträchtigt worden. Wir haben aus Gründen des Landschaftschutzes und auch wegen der Sichtbarkeit dagegen opponiert.» Die Firma Trinael Suisse, eine Gesellschaft mit mehreren Aktionären aus dem Energie-Bereich, plante dennoch, vier Windräder aufzustellen. 2016 wurde ein 99 Meter hoher Messturm aufgestellt. Hecht hätte gerne erfahren, wie die Messungen ausfielen. «Trinael hat die Daten der Windmessungen nie öffentlich zugänglich gemacht.» Er hat Verständnis, dass sie über die privat gemessenen Werte verfügen können, findet die Geheimniskrämerei aber seltsam: «Wenn viel Wind da ist, kann man das auch veröffentlichen.» Trinael ist inzwischen vom Markt verschwunden, die Firma wurde aufgelöst.

Wisnerhöchi auch nicht mehr in Bundeskataster

Frohlocken will Hecht noch nicht. Bis zum 13. März läuft die Einsprachefrist. Hecht will abwarten und bleibt wachsam: «Vielleicht kommen noch Einsprachen. Erst wenn es beschlossen ist, dann ist es für uns abgeschlossen. Bis dahin gedulden wir uns.» Zuversichtlich stimmt ihn, dass die «Wisnerhöchi» auch aus dem Windpotenzialkataster des Bundes gekippt wurde. «Auch die Eidgenossenschaft scheint zur Einsicht gekommen sein, dass hier nicht genug Wind herrscht.» Ein Erfolg ist für ihn, dass es nach zwölfjährigem Ringen überhaupt bis zur geplanten Streichung gekommen ist: «Man kann auch als kleine Gemeinde etwas bewirken. Man muss einfach dran bleiben und Geduld haben.»

Auch die Nachbargemeinden Hauenstein-Ifenthal und Trimbach haben Wisen mit einer ablehnenden Stellungnahme unterstützt. Martin Bühler, Gemeindepräsident von Trimbach, sah weder bei Trinael noch bei den möglichen Nachfolgern ein grosses Interesse am Projekt. «Es schien uns, die Betreiber glaubten selber nicht wirklich daran.» Bühler befürwortet Windkraft generell, aber nicht dort: «Man soll grosse Anlagen bauen, nicht nur so ein paar Windräder, die für eine Gemeinde wie Wisen eine starke visuelle und akustische Beeinträchtigung darstellen würden.»

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1