Trimbach

Geplante Einsparungen im Bereich Bildung und Jugendarbeit wurden abgelehnt

Gesenkte Köpfe: Die Trimbacher Gemeindeversammlung im Mühlemattsaal lehnte mehrere Budgetkürzungen des Gemeinderates ab (stehend: Gemeindepräsident Karl Tanner).

Gesenkte Köpfe: Die Trimbacher Gemeindeversammlung im Mühlemattsaal lehnte mehrere Budgetkürzungen des Gemeinderates ab (stehend: Gemeindepräsident Karl Tanner).

An der Gemeindeversammlung gab besonders das Budget zu reden. Mit den damit verbundenen Einsparungen waren nicht alle einverstanden. Vor allem ein Thema war dabei die geplante Reduktion des Partnerunterrichts an der Primarschule.

Wie schon im letzten Jahr gab an der Gemeindeversammlung in Trimbach hauptsächlich das Budget zu reden. Der Gemeinderat präsentierte den anwesenden 79 Stimmberechtigten ein Budget mit einem Aufwandüberschuss von 393 265 Franken. Damit verbunden waren zahlreiche Kürzungen, mit denen nicht alle einverstanden waren.

Zu reden gab besonders die geplante Reduktion des Partnerunterrichts an der Primarschule. Sowohl Eltern wie auch Lehrerin Marianne Wyss und Schulische Heilpädagogin Melanie Senn betonten die Wichtigkeit davon, während mancher Lektionen zu zweit zu unterrichten.

Gerade in einer Gemeinde wie Trimbach mit sehr heterogenen Klassen sei dies wichtig, um schwächere und stärkere Kinder gleichermassen zu fördern, so der Tenor. Der Antrag, das Budget für den Partnerunterricht wieder von 75 000 auf die bisherigen 100 000 Franken aufzustocken, wurde mit 48 zu 17 Stimmen angenommen.

Pensum für Jugendarbeit bleibt

Eine weitere Kürzung hätte die Jugendarbeit betroffen. Diese hätte mit 60 bis 80 Stellenprozenten statt aktuell 120 Prozenten auskommen müssen. Dominik Hess, Präsident der Jugendkommission, betonte die Wichtigkeit der Jugendarbeit und die Probleme, die sich bei einer Reduktion ergeben würden.

So könnte zum Beispiel nur noch ein Mitarbeiter beschäftigt werden, was einerseits zu Überforderung führen könnte und andererseits verunmögliche, dass sowohl ein männlicher wie auch eine weibliche Mitarbeiterin als Ansprechperson da seien.

Hess hob hervor, dass es seit der Einführung der Jugendarbeit in Trimbach vor vier Jahren ruhiger im Dorf geworden sei. «Die Jugendarbeit ist eine Investition für die Zukunft», so Hess.

Mit 37 zu 24 Stimmen nahm der Souverän den Antrag an, die bisherigen 140 000 statt nur noch 106 000 Franken ins Budget zu nehmen.

Auch blieben 800 Franken für den Unterhalt der Solothurnischen Wanderwege im Budget. Die geänderte Version des Budgets 2017, neu mit einem Aufwandüberschuss von 453 065 Franken, wurde grossmehrheitlich angenommen.

Problem: tiefe Steuereinnahmen

Dennoch äusserten sich auch kritische Stimmen zum Aufheben der Sparmassnahmen. So beispielsweise Daniel Mackuth, der wissen wollte, wie viel Eigenkapital noch da sei und wie lange es denn so noch weitergehen könne. Finanzverwalter Adolf Müller antwortete, dass das Eigenkapital aktuell noch 2,9 Millionen Franken betrage.

Das Amt für Gemeinden empfehle jedoch für eine Gemeinde in der Grösse Trimbachs ein Eigenkapital von 5,7 Millionen Franken. Das Hauptproblem der Gemeinde Trimbach hob Silvia Lehmann, Gemeinderätin Ressort Finanzen, hervor: Trimbach verfüge über zu wenig zahlungskräftige Einwohner. Rund ein Drittel aller Einwohner befinde sich in der tiefsten Einkommenskategorie. Deshalb liegen Trimbachs Steuereinnahmen rund 25 Prozent tiefer als in Gemeinden vergleichbarer Grösse.

Weiter nahm der Souverän die Revisionen und Änderungen im Abfallreglement, im Benützungsreglement Gemeindeanlagen, im Reglement über die Schulzahnpflege sowie im Feuerwehrreglement an. Die Gemeindeversammlung genehmigte zudem einen Kredit von 530 000 Franken für die Totalsanierung von Garderoben und WC in der Leinfeldturnhalle.

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