«Die diesjährige Generalversammlung der Raiffeisenbank Erlinsbach stand ganz im Zeichen der Fusion», teilt Verwaltungsratspräsident Kurt Stauffer mit. Der offizielle Teil der Versammlung – sie fand am letzten Wochenende statt –, habe aus diesem Grund beinahe doppelt so lange gedauert wie in den Vorjahren und habe Geduld erfordert. Schliesslich sagten die Genossenschafter und Genossenschafterinnen nach längerer Diskussion deutlich Ja zur Fusion der Raiffeisenbank Erlinsbach mit der Raiffeisenbank Mittelgösgen. Der Ja-Anteil betrug 86,5 Prozent der abgegebenen Stimmen. Anwesend waren 602 Stimmberechtigte.

Die Raiffeisen Erlinsbach führt die beiden Niederlassungen in Erlinsbach SO und in Küttigen, die Raiffeisenbank Mittelgösgen die Niederlassungen Lostorf, Winznau und Obergösgen. Das neue Konstrukt soll den Namen Raiffeisenbank Mittelgösgen-Staffelegg tragen.

Wozu überhaupt fusionieren?

Verwaltungsratspräsident Stauffer erläuterte an der GV gemäss Medienmitteilung, weshalb die Fusion zukunftsweisend ist. Fusionstreiber seien «die exponentiell steigenden regulatorischen Anforderungen seitens der eidgenössischen Finanzmarktaufsicht, der zunehmende Druck auf die Ertragslage und die sich verändernden Bedürfnisse der Kunden». Diese Umstände liessen sich nicht verändern, so Stauffer. Das höchste Organ der Genossenschaft – die Generalversammlung – könne jedoch die Segel neu setzen, um aktiv auf die Veränderungen zu reagieren.

Beide Banken seien gesund und erfolgreich, führte Stauffer weiter aus. Das primäre Ziel der Fusion sei es, diesen Erfolg in die Zukunft zu tragen und auszubauen. Der Verwaltungsrat empfahl der Generalversammlung, «aus heute zwei gesunden, starken und erfolgreichen Dorfbanken eine neue, noch stärkere regionale ‹Dorfbank› entlang dem Jura und der Aare entstehen zu lassen».

Stimmt die Generalversammlung der Raiffeisenbank Mittelgösgen am 6. April ebenfalls der Fusion zu, entsteht eine neue Bank, die gemäss Mitteilung den Geschäftskreis Biberstein, Küttigen, Densbüren, Kienberg, Erlinsbach AG und SO, Lostorf, Obergösgen und Winznau umfasst. «Die Bilanzsumme der fusionierten Banken würde 834 Mio. Franken betragen», heisst es in der Medienmitteilung. Und: Aufgrund der Fusion werde keine Geschäftsstelle geschlossen. Auch die klassische Generalversammlung mit einem Unterhaltungs-Teil werde beibehalten.

Neben der Fusion war an der Generalversammlung natürlich auch das zurückliegende Geschäftsjahr ein Thema. Gemäss Hanspeter Illi, Mitglied des Verwaltungsrats, sei dieses «anspruchsvoll» gewesen. Die Gesamtkapitalquote betrug laut Medienmitteilung 19.8 Prozent per 31.12.2018. Die Bank sei mit mehr als 30 Millionen Kapital inklusive Reserven «kerngesund und grundsolid».

Die Kundenausleihungen seien um 3.4 Prozent auf 387.2 Mio. Franken gesteigert worden. Hingegen sei der Erfolg aus dem Zinsengeschäft in den letzten Jahren praktisch nicht gestiegen, von 2017 auf 2018 sogar um 1.4 Prozent gesunken. Die Zinsmarge sei weiterhin gesunken, heisst es in der Medienmitteilung. Es sei gelungen, den Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft gegenüber 2017 um fast 15 Prozent zu steigern.

Einbussen aus dem Zinsengeschäft hätten damit nicht kompensiert werden können. Der gesamte Geschäftsertrag, welcher 5.8 Mio. Franken betrage, sei denn auch leicht rückläufig, respektive gegenüber 2017 um 1.6 Prozent gesunken. Das sei viel besser als ursprünglich budgetiert. Der Jahresgewinn sei bei leicht tieferen Erträgen und leicht höheren Kosten um nicht ganz 70 000 Franken gesunken. (nro/AZ)