Über Landesgrenzen hinaus
«Gemeinsamkeiten, die vereinen»: Trimbach pflegt regen Austausch mit Partnergemeinden

Trimbach pflegt mit Triembach-au-Val und Trimbach près Wissembourg einen regelmässigen Austausch. Gemeindepräsident Martin Bühler erklärt die Hintergründe.

Lorenz Degen
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Vertreter aller drei Dörfer trafen sich 2016 im hiesigen Trimbach

Vertreter aller drei Dörfer trafen sich 2016 im hiesigen Trimbach

Christian von Arx (Archiv)
Trimbach Partnergemeinden

Trimbach Partnergemeinden

zvg/Martin Bühler Trimbach

Neben Dulliken mit Ammerndorf und Lostorf mit Rielasingen pflegt auch Trimbach einen Austausch über die Landesgrenze. Zum Abschluss der Serie über Gemeinde-Partnerschaften im Niederamt äussert sich Martin Bühler, Gemeindepräsident von Trimbach, zur langjährigen Beziehung zu den zwei Trimbachs im Elsass.

Herr Präsident, wie und wann kam es zur Partnerschaft mit den beiden Gemeinden?

Martin Bühler: Der ehemalige Gemeindepräsident, Josef (Sepp) Reichmuth ist in den 1970er Jahren auf die Existenz der beiden anderen Trimbach gestossen. Das eine Trimbach, eigentlich Triembach-au-Val liegt näher zur Schweizer Grenze, knapp zwei Autofahrstunden von Trimbach entfernt. Das andere Trimbach liegt noch eine Stunde weiter nördlich, nahe der Grenze zu Deutschland, inmitten von Weinbergen. Von unserem Trimbach aus wurde mit den beiden Gemeinden, die jeweils rund 500 Einwohner haben, Kontakt aufgenommen und es entwickelte sich so eine Partnerschaft zwischen den drei Trimbach. Seitens des Schweizer Trimbach war es immer eine lose Vereinigung von Interessierten, Bürgergemeinde, Einwohnergemeinde und Vereinen, welche die Treffen organisierte.

Wie gestaltete sich die Partnerschaft im Laufe der letzten Jahrzehnte?
Je eine Gemeinde lädt die beiden anderen im Wechsel ein und bewirtet diese. Waren dies früher Wochenendbesuche, so sind es heute Tagesprogramme. Jede Gemeinde hat eine «Carte blanche» und ist bemüht, den Besucherinnen und Besuchern etwas zu zeigen, das neu und originell ist. Daneben ist die Pflege der Nachbarschaft und die Verbundenheit über Landes- und Sprachgrenzen hinweg wichtig.

Wem obliegt heute die Pflege der Partnerschaft?
Im Zentrum stehen die drei Gemeindepräsidenten und die jeweiligen Verwaltungen, welche das Grundgerüst erstellen und für den reibungslosen Ablauf sorgen. Ohne Private und Vereine, die tatkräftig mithelfen und für Programm und Bewirtung sorgen, würden die Anlässe jedoch nicht funktionieren.

Wie wird die Partnerschaft heute gelebt?
Zwischenzeitlich gibt es eine schöne Tradition der gegenseitigen Besuche. «Unser» Trimbach ist in zwei Jahren wieder Gastgeber. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, einen Anlass zu machen, der die jüngere Generation und Familien vermehrt anspricht und einbezieht, da jede Tradition in jeder Generation wieder erneuert werden muss, damit sie nicht ausstirbt.

Plant Trimbach eine Verschwisterung mit weiteren Partnergemeinden?
Nein.

Was erinnert in der Gemeinde an die Elsässer?
Leider gibt es weder Urkunden, noch Denkmäler oder ähnliches, das an diese Partnerschaft erinnert. Das ist wohl dem Umstand geschuldet, dass vieles aufgrund von privater Initiative entstand. Aber die Idee, ein bleibendes Denkmal dieser Tradition zu setzen, finde ich inspirierend.

Waren Sie schon einmal bei den Elsässern? Wie hat es Ihnen da gefallen?
Ich durfte beide Gemeinden schon besuchen. Beide Trimbach heben ihren Charme und die Besuche lohnen sich. Beide Elsässer Trimbach sind stolz, Teil Frankreichs zu sein, aber beide sind auch nahe zu Deutschland. In beiden Trimbacher Gemeinden verstehen und sprechen viele Einwohner auch Deutsch und im einem Gemeindehaus hängen noch Bilder aus dem Zweiten Weltkrieg, Bilder vom Tag als Trimbach befreit wurde. Ein Zeitzeuge erzählte mir von den «armen Bueblis», der Hilterjugend, welche ihr Trimbach verteidigen mussten. «Die Amerikaner haben sie aus der Entfernung einfach mit Mörser- und Panzerfeuer totgeschossen. Die Deutschen waren unsere Feinde und wir wurden befreit; aber die, die an dem Tag auf deutscher Seite fielen waren einfach nur Kinder.» Umso wichtiger ist denn auch den drei Trimbach, dass wir jedes Jahr wieder an den Gemeinsamkeiten, die uns vereinen und uns näher bringen, festhalten.