Der Gemeindeschreiber nimmt eine wichtige Position auf der Verwaltung einer Gemeinde ein: Er ist der Chef der Verwaltungsangestellten, agiert als Bindeglied zwischen Politik und Bevölkerung und sorgt mit seinen Berichten dafür, dass die Geschäfte des Gemeinderats in der Gemeinde wahrgenommen werden.

In den vergangenen sieben Monaten musste Trimbach ohne einen solchen Gemeindeschreiber auskommen. Die vorherige Stelleninhaberin hatte im Juni 2018 ihre Stelle per sofort gekündigt. Der Nachfolger konnte erst Ende des vergangenen Jahres präsentiert werden. Er heisst Philipp Felber, ist 38 Jahre alt und wohnt in Bubendorf BL. Seit dem 4. Februar ist er im Amt. Bislang habe seine Arbeit vor allem daraus bestanden, sich einen Überblick zu verschaffen, berichtet Felber. Bereits jetzt habe er bemerkt, dass seine Stelle lange unbesetzt war: «Es sind ein paar Sachen liegen geblieben. Aber das ist logisch, wenn niemand da ist, der sich um diesen 100-Prozent-Job kümmern kann.» Es sei aber keinesfalls so, dass er jetzt aufräumen müsse, betont Felber.

Trimbach bereits vorher gekannt

Der 38-Jährige war vorher sechseinhalb Jahre als Verwaltungsleiter in Zwingen BL angestellt. Nach dieser Zeit habe er sich nach einer Herausforderung umgesehen und diese in der Niederämter Gemeinde gefunden. «Ich möchte mich hier weiterentwickeln», sagt er. Ausschlaggebend für die Zusage in Trimbach seien die Grösse der Verwaltung und die «guten Gespräche» mit dem Gemeindepräsidenten Martin Bühler gewesen.

Felber hat seinen neuen Arbeitsort bereits vor seinem Stellenantritt gekannt: «Trimbach ist auch im Baselbiet bekannt für seine Töfftreffs. Ausserdem hatte ich schon einmal einen Auftritt mit der Militärmusik im Mühlemattsaal», sagt der Trompetenspieler, der auch Mitglied in einer Fasnachts-Clique aus dem Baselbiet ist. Viel von Trimbach hat der Bubendorfer allerdings noch nicht gesehen. Der Rundgang mit dem Bauverwalter steht erst noch bevor. Einen ersten Eindruck konnte er dennoch bereits gewinnen: «Ich habe mich schnell gut aufgenommen und wohl gefühlt.» Mit dem Gemeinderat hatte er bislang wenig zu tun, da die erste Sitzung nach den Sportferien ansteht.

Etwas umgewöhnen muss sich Felber jedoch schon: Einerseits ist der Arbeitsweg etwas länger – Felber hat nicht vor, umzuziehen. Andererseits unterscheidet sich das Solothurner vom Baselbieter Recht: «Das Prinzip von Ersatzgemeinderäten kennen wir nicht», weiss Felber.
Am Job des Gemeindeverwalters schätzt Felber vor allem die Vielseitigkeit: «Ich beschäftige mich nicht ‹nur› mit Zahlen, sonder erhalte einen Einblick in alle Gebiete einer Verwaltung.» Am neuen Arbeitsort warten denn auch Aufgaben wie die Veränderung der Führungsstruktur auf ihn. Er kann sich zudem vorstellen, die Trimbacher Homepage zu überarbeiten oder die von ihm entwickelte App «Gemeinde News» einzuführen, die die Bevölkerung via Push-Meldungen über aktuelle Ereignisse auf dem Laufenden hält. Seine App wird mittlerweile von rund 50 Gemeinden in der Deutschschweiz verwendet.

Grosse Erwartungen an ihn

Zudem ist er neu auch der Chef von 17 Mitarbeitenden. «Ich bin jemand, dessen Tür stets offen ist», sagt der Baselbieter über sich selbst.

Die personelle Situation auf der Trimbacher Gemeindeverwaltung, die sich Felber bei Amtsbeginn präsentierte, sah nicht gerade rosig aus. Es galt, diverse Führungspositionen neu zu besetzen. «Es geht viel Erfahrung verloren, wenn ein langjähriger Mitarbeiter ein Unternehmen verlässt», sagt Felber dazu und ergänzt: «Neue Leute bringen aber auch immer neuen Schwung und neue Ideen.»

Durch die vielen Wechsel sei eine gewisse Unsicherheit entstanden. Deshalb hat man in Trimbach grosse Erwartungen an den neuen Mann: «Ich soll dafür sorgen, dass sich wieder ein geregelter Alltag auf der Verwaltung abspielt. Die Leute sollen wieder Sicherheit erhalten und wissen, woran sie sind.»