Das Budget 2019 wurde im Gemeinderat an drei Sitzungen intensiv beraten. Anfänglich waren Mehrausgaben von rund 696 000 Franken zu verzeichnen gewesen. Wünschenswerte Anschaffungen wurden deshalb grösstenteils zurückgestellt oder noch nicht zwingende Sanierungen um ein Jahr verschoben. Das Budget 2019 weist bei einem Ertrag von 16 832 700 Franken und einem Aufwand von 17 057 500 Franken ein laut dem Lostorfer Gemeinderat vertretbares Defizit von 224 800 Franken auf. Gegenüber dem Vorjahr sind in einigen Bereichen — etwa für die soziale Sicherheit, den Unterhalt der Strassen oder die Kreisschule Mittelgösgen — grössere Mehraufwendungen zu erwarten. Das Budget wurde vom Gemeinderat einstimmig gutgeheissen.

Vorerst keine Steuererhöhung

Die Gemeindeversammlung hat am 9. September 2014 beschlossen, dass die Gemeinde einen Skonto gewähren kann. Die jährlich stattfindende Budget-Gemeindeversammlung beschliesst, ob im darauffolgenden Jahr ein Skonto gewährt wird und legt dessen Höhe fest. In Anbetracht der finanziell weiterhin sehr angespannten Situation schlägt der Gemeinderat der Gemeindeversammlung einstimmig vor, auch für 2019 keinen Skonto zu gewähren.

Aufgrund des vorliegenden Budgets 2019 wäre eigentlich einer Steuererhöhung von zirka 2 Prozent erforderlich. In den vergangenen drei Jahren schloss die Rechnung aber jeweils immer besser als budgetiert ab. Gemeinderat und Finanzplankommission sind deshalb der Ansicht, dass für 2019 ein Steuerfuss von unverändert 109 Prozent vertretbar und in dieser Höhe belassen werden kann. Wegen der geplanten Investitionen in den Folgejahren wird man aber vermutlich nicht um eine Steuererhöhung herumkommen.

Weiter beriet der Gemeinderat über eine Kalibervergrösserung der Kanalisationsleitung in der Stüsslingerstrasse. In diesem Jahr kam es dort zu mehreren Wassereinbrüchen und im südlichsten Abschnitt der Trottenackerstrasse. Wegen der starken Bodenversiegelung und den Starkregenfällen ist es in diesem Gebiet zu einem Rückstau in der Kanalisation gekommen. In diesem Bereich besteht an der Abwasserleitung gemäss dem Generellen Entwässerungsplan der Bedarf einer Kalibervergrösserung. Abklärungen mit dem verantwortlichen Ingenieurbüro haben ergeben, dass die Kalibervergrösserung die Problematik des Rückstaus der Kanalisation in diesem Bereich beheben würde. Die Umsetzung dieses Teilbereichs ist möglich.

Das Ingenieurbüro hat das vorliegende Projekt zusammen mit einer Kostenschätzung erarbeitet. Der Gemeinderat hat das Kreditbegehren für die Kalibervergrösserung im Betrag von 125 000 Franken einstimmig genehmigt, vorbehalten bleibt die Zustimmung durch den Souverän. (MGT)