Winznau
Gemeinderat prüft Einführung von Tempo 30 im ganzen Dorf

Dank den Einsprachen zum Büelacker-Projekt setzt der Winznauer Gemeinderat nun eine Arbeitsgruppe ein. Darin vertreten sollen sowohl Behördenmitglieder als auch Anwohner sein.

Alexis Strähl
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Das Areal Büelacker soll überbaut werden.
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Kopie von Kopie von Gestaltungsplan für Büelacker in Winznau
Gegen den entsprechenden Gestaltungsplan gingen fünf Einsprachen ein.
Unter anderem wird die Sicherheit der Schulkinder durch vermehrtes Verkehrsaufkommen in Frage gestellt.
Darum setzt der Gemeinderat nun eine Arbeitsgruppe ein, die untersucht, ob im ganzen Dorf Tempo 30 eingeführt werden soll.
Das Areal Büelacker (Bildmitte) liegt noch in der Zone für öffentliche Bauten. Künftig soll es laut Gestaltungsplan der Zone W3 angehören, die dichtere Wohnüberbauungen zulässt.
Je nach Projekt hätten auf dem Areal 11 bis 39 Wohneinheiten Platz. Diese würden in Reihen- und Doppeleinfamilienhäusern sowie in Mehrfamilienhäusern unterkommen.

Das Areal Büelacker soll überbaut werden.

Bruno Kissling

Das Gebiet Büelacker in Winznau soll mit mehreren Doppeleinfamilien- und Reihenhäusern überbaut werden. Der Gestaltungsplan sieht vor, die 12'000 Quadratmeter Fläche von der Zone für öffentliche Gebäude in eine Wohnzone 3 umzuzonen.

Gegen den Gestaltungsplan gingen fünf Einsprachen ein (wir berichteten). Diese nahm der Gemeinderat an seiner Sitzung am Dienstagabend zur Kenntnis und gab der Planungskommission den Auftrag, die Einsprachen abzuarbeiten und einen Bericht zuhanden des Gemeinderats zu verfassen. Erst dann entscheidet der Gemeinderat, ob auf die Einsprachen eingegangen wird. «Das wird etwa im Juni oder spätestens Juli sein», stellte Gemeindepräsident Daniel Gubler fest.

Arbeitsgruppe prüft Tempo 30

Eine Einsprache, der ein Unterschriftenbogen mit über 100 Unterschriften von Winznauern beigelegt war, forderte die Einführung von Tempo 30 in der Lostorferstrasse. Dies wurde mit der Sicherheit für die Schulkinder begründet.

Der Grundtenor an der Gemeinderatssitzung war, dass potenziell jede Strasse, an der ein Schulkind wohnt oder an der es auf dem Schulweg entlangläuft, als Schulweg anzusehen ist. Deshalb befürwortete der Gemeinderat die Lösung, im Rahmen einer Arbeitsgruppe die Einführung von Tempo 30 für das gesamte Gemeindegebiet zu prüfen.

«Es ist für uns eine gute Einsprache, weil wir dadurch Leute finden konnten, die sich in einer Arbeitsgruppe einbringen möchten», erklärte Gubler auf Anfrage dieser Zeitung nach der Sitzung. In der Arbeitsgruppe werden sowohl Behördenmitglieder wie auch Anwohner vertreten sein, die den Unterschriftenbogen unterzeichnet haben.

Gemeinderat steht weiterhin hinter Projekt

Drei weitere Einsprachen richteten sich generell gegen das Vorhaben der Gemeinde, das Areal umzuzonen. Der Gemeinderat steht aber nach wie vor hinter der Idee: Die Umzonung in Wohnzone 3 mit der Einführung von Sonderbauvorschriften gebe der Gemeinde die Möglichkeit, Einfluss auf die Qualität der geplanten Gebäude zu nehmen, erklärt Gubler. «Wir wollten verhindern, dass die Investoren langgezogene zweistöckige Blöcke hinstellen.» Die jetzige Lösung ermögliche verdichtetes Bauen.

Eine weitere Einsprache forderte eine Fristverlängerung für Einsprachen. Dieser wurde stattgegeben.

Bauprojekt auf Huttler-Gebiet geplant

Das nächste Projekt, zu dem sich die Winznauer äussern können, lässt denn auch nicht lange auf sich warten. Das Huttler-Gebiet, das südwestlich vom Kreisel an der Oltnerstrasse liegt, soll überbaut werden. Das Gebiet ist derzeit eine Gewerbezone mit Wohnmöglichkeit. Vorgesehen sind fünf Mehrfamilienhäuser, die so angeordnet sein werden, dass der Blick ins Grüne und auf die Aare frei bleibt. Eine Häuserwand soll damit verhindert werden.

In den zwei Häusern, die in Richtung Oltnerstrasse ausgerichtet sind, soll das Erdgeschoss hoch genug sein, damit auch gewerbliche Nutzung möglich ist. Die Grossverteiler, die die Gemeinde anfragte, interessierten sich zwar nicht für Filialen an dieser Lage. «Anderes Gewerbe, zum Beispiel eine Arztpraxis oder eine Bäckerei, sollen aber Platz haben», erklärte Gubler nach der Sitzung.

Der Gemeinderat diskutierte am Dienstagabend ein Inserat für die öffentliche Mitwirkung sowie eine Pressemitteilung, die in den kommenden Tagen verschickt wird. Die öffentliche Mitwirkung ist vom 25. April bis zum 24. Mai angesetzt.

Weitere Beschlüsse des Gemeinderats:

An der Gemeinderatssitzung entschied der Gemeinderat, weiterhin zwei SBB-Tageskarten zum Preis von je 44 Franken anzubieten. Die Verkaufszahlen stiegen im vergangenen Jahr leicht.

Ausserdem sprach der Rat einen Unterstützungsbeitrag von 250 Franken an das Organisationskomitee vom 1. Mai-Fest, das die Jungbürger jeweils organisieren. Wie in den Vorjahren ist der Betrag an die Bedingung geknüpft, dass die Jungbürger nichts aus den Gärten der Winznauer entwenden.

Einen Unterstützungsbeitrag an den Oltner Velolieferdienst Collectors lehnte der Gemeinderat ab. (als)