Eppenbergtunnel
Gemeinderat gibt grünes Licht für die Aushub-Transporte

Keine Beschwerde gegen das Transportkonzept für das Ausbruchmaterial aus dem Eppenbergtunnel: Der Gemeinderat von Eppenberg-Wöschnau verzichtet auf einen Gang ans Bundesverwaltungsgericht.

Christian von Arx
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Das Anliegen der Gemeinde Eppenberg-Wöschnau hatte die Route im Industriegebiet in der Wöschnau betroffen.

Das Anliegen der Gemeinde Eppenberg-Wöschnau hatte die Route im Industriegebiet in der Wöschnau betroffen.

Christian von Arx

Den SBB wird ein Felsbrocken vom Herzen fallen: Der Gemeinderat von Eppenberg-Wöschnau macht keine Beschwerde ans Bundesverwaltungsgericht gegen das Transportkonzept für den Aushub aus dem Eppenbergtunnel. Das teilte Gemeindeschreiberin Karin Imbimbo gestern Donnerstag gegenüber dieser Zeitung mit. «Der Gemeinderat hat sich aufgrund der Verhältnismässigkeit dafür entschieden, auf das Rechtsmittel zu verzichten», erklärte die Gemeindeschreiberin.

Der Aufwand für einen Gang ans Gericht sei zu hoch im Vergleich zum allfälligen Nutzen. Schliesslich gehe es vor allem um die Führung der Transportroute im Industrie- und Gewerbegebiet von Eppenberg-Wöschnau.

Keine andere Beschwerde

Der Entscheid des Eppenberg-Wöschnauer Gemeinderates bedeutet, dass das aufgrund einer Unternehmervariante geänderte Transportkonzept in Kürze rechtskräftig wird. Das Bundesamt für Verkehr (BAV) hatte diese Projektänderung am 30. Mai genehmigt. Dabei hat das BAV die Anliegen der Stadt Aarau und der Gemeinden Holziken, Kölliken und Gretzenbach als Auflagen in das Konzept aufgenommen.

Einzig die Forderung von Eppenberg-Wöschnau wurde vom BAV abgewiesen. Dagegen hätte die Gemeinde innert 30 Tagen Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht in St. Gallen einreichen können. Da sie nun darauf verzichtet, steht der Umsetzung des neuen Transportkonzepts nichts mehr im Weg. Die Tunnelbohrmaschine – die von September bis Dezember vor Ort zusammengebaut wird und dann Ende dieses Jahres ihren Betrieb aufnehmen soll – kann kommen, der Zeitplan für den Eppenbergtunnel steht.

Das Transportkonzept

Das Transportkonzept

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Weniger Lastwagenfahrten

Das neue Massen-, Material-, Entsorgungs- und Transportkonzept (MTK) beruht auf dem Vorschlag der Tunnelbau-Unternehmer, der Arbeitsgemeinschaft Marti AG. Gegenüber dem früheren, im September 2014 genehmigten Projekt reduziert es die Gesamtzahl der Lastwagenfahrten um 20 Prozent.

Der grössere Teil des Ausbruchmaterials aus dem Tunnel wird vor Ort aufbereitet und wieder für den Tunnelbau verwendet.

Sondermülldeponie auffüllen

Das nicht verwertbare Material (Untere Süsswassermolasse) eignet sich in Qualität und Menge zur Auffüllung der Sondermülldeponie Kölliken (SMDK). Es wird deshalb mit Lastwagen nach Kölliken transportiert und dort deponiert. Die Transportroute beschreibt einen Kreis: Die Lastwagen fahren von der Wöschnau durch den Aarauer Schachen und die Telli zum Autobahnanschluss Aarau Ost, dann über die Autobahn A 1 (bis Ausfahrt Aarau West) zur SMDK.

Für die Rückfahrt benützen die leeren Lastwagen die Hauptstrassen von Kölliken über Gretzenbach und Schönenwerd zurück zur Baustelle.

Das Anliegen der Gemeinde Eppenberg-Wöschnau hatte einzig die Route im Industriegebiet in der Wöschnau betroffen. Die Gemeinde hätte es bevorzugt, wenn die leeren Lastwagen auf der Rückfahrt nicht auf der Wöschnauer Industriestrasse beim Coop Bau+Hobby zur Baustelle zurückgefahren wären (in der Kartenskizze rot), sondern auf der Baupiste entlang der Bahnlinie, die für die Ausfahrt der Lastwagen Richtung Aarau neu erstellt wird (in der Kartenskizze grün). SBB und BAV beurteilten das Unfallrisiko jedoch anders und lehnten diese Variante ab.

In Aarau müssen die SBB die Bevölkerung über die Transporte durch Schachen und Telli informieren. In Kölliken haben sie sich an den Kosten zur Sicherung der Schulwege und des «Sonnen»-Kreisels zu beteiligen. In Gretzenbach müssen sie während der Schulzeit Verkehrslotsen an den Fussgängerstreifen Schulstrasse und Täliweg einsetzen, in Holziken braucht es eventuell einen Verkehrsdienst.