Gretzenbach
Keine Chance für Newcomerin, bisheriger Vizegemeindepräsident ist gewählt

Walter Schärer von Fokus Gretzenbach gelingt die Wahl ins Gemeindepräsidium – Barbara Gerber, die Kandidatin der SP, unterliegt deutlich.

Noël Binetti
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Der Bisherige Vizepräsident Walter Schärer (FOG) und die politisch Unbekannte, Barbara Gerber (SP). Das Resultat ist deutlich: Schärer ist mit 76 Prozent der gültigen Stimmen gewählt.

Der Bisherige Vizepräsident Walter Schärer (FOG) und die politisch Unbekannte, Barbara Gerber (SP). Das Resultat ist deutlich: Schärer ist mit 76 Prozent der gültigen Stimmen gewählt.

Bruno Kissling

In Gretzenbach kam es am Sonntag zur einzigen Kampfwahl im Niederamt um den Einzug ins Gemeindepräsidium. Walter Schärer von Fokus Gretzenbach hat diese für sich entschieden: Er wird neuer Gemeindepräsident. Barbara Gerber (SP), die bisher noch kein politisches Amt innehatte, forderte den bisherigen Vizegemeindepräsidenten ohne Erfolg heraus.

Die Newcomerin wurde dem Routinier nicht gefährlich, das Ergebnis spricht eine deutliche Sprache: Schärer holte 667 von 886 Stimmen, Gerber lediglich deren 183. Dies bei einem absoluten Mehr von 440 Stimmen. Somit gaben 76 Prozent der Wahlberechtigten ihre Simme Schärer, nur 20,8 Prozent waren es für Gerber. Die Wahlbeteiligung betrug 52,9 Prozent. 28 Personen – was einem Anteil von 3,2 Prozent entspricht – legten ihren Wahlzettel ohne Namen in die Urne; ungültig waren deren 8.

Schärer will Probleme nicht im Alleingang lösen

Walter Schärer zeigt sich auf Anfrage erfreut über das Resultat: «Ich habe mit einem klarem Ergebnis gerechnet. Diese Deutlichkeit habe ich aber nicht erwartet.» Er glaube, dass seine Bekanntheit im Dorf und sein Einsatz im Gemeinderat über viele Jahre hinweg den Ausschlag gegeben hätten. Und schliesslich sei er auch in Gretzenbach aufgewachsen.

«Das Resultat bedeutet, dass ich bis hierhin vieles richtig gemacht habe.»

Schärer ist denn auch froh über die erzielte Stimmbeteiligung: «Nur weil ich parteiübergreifende Stimmen holte, gelang mir dieses Resultat», sagt er. «Das gibt einen gewissen Druck, aber auch Mut, die Herausforderungen anzugehen.» Diese will Schärer nicht im Alleingang bewältigen: «Mit dem neuen Gemeinderat werde ich eine Klausur lancieren, wo sich alle austauschen und ihre Ideen einbringen können.» Am meisten Handlungsbedarf sieht Schärer bei den Finanzen: «sie müssen wir ins Lot bringen, am Ende sind auch alle anderen Dossiers davon abhängig.»

Schärer stellt sich nur für eine Legislatur - also für vier Jahre - zur Verfügung und hat das bereits bei seiner Kandidatur kommuniziert. Gefragt, ob er diesen Entscheid noch einmal überdenken werde, sagt er: «Nein, das steht für mich fest.» Schliesslich werde er 2025 während insgesamt 36 Jahren Einsitz im Gemeinderat von Gretzenbach gehalten haben. «Dann unternehme ich noch ein paar andere Dinge, das habe ich auch mit meiner Frau so abgemacht.»

«Wer nicht wagt – der nicht gewinnt, darum habe ich es probiert.» Barbara Gerber erklärt auf Anfrage:

«Ich habe mich bei dieser Wahl keinen Illusionen hingegeben und bin vom Resultat nicht überrascht.»

Ihr Ziel sei es dennoch, in die Gemeindepolitik einzusteigen. «Nun werde ich mich in einer Kommission engagieren und für die Interessen der SP, einsetzen.» Welche Kommission das sein wird ist noch unklar.

Im Vorfeld der Wahlen verwies Schärer auf seine Erfahrung in der kommunalen Politik und auf sein bestehendes Beziehungsnetz in der Gemeinde. Gerber wiederum wollte «frischen Wind» in den Gemeinderat bringen und den Wahlberechtigten mit ihrer Kandidatur eine Auswahl bieten.

Zweiter Wahlgang um Einzug ins Vizepräsidium

Bei der Wahl ums Vizegemeindepräsidium verpassten alle vier Kandidierenden das absolute Mehr von 444 Stimmen. Es kommt am 26. September zum zweiten Wahlgang. Monika Eicher (CVP) ist mit ihren 302 Stimmen in der Poleposition. Hinter ihr liegen Beat Tännler (FDP, 199 Stimmen), Rolf Schertenleib (SVP, 193 Stimmen) und Pascal Wüthrich (SP, 175 Stimmen).