Es ist wohl wahr; die Dänikerinnen und Däniker hatten sich mit Sicherheit besseres Wetter bestellt; der Neujahrsapéro der Gemeinde vom Montagnachmittag war nämlich als Freiluftveranstaltung geplant gewesen. So mussten die rund 80 Gäste wegen des aufkommenden Windes und Regens kurzfristig ins Foyer des Gemeindehauses zügeln, um die erste Neujahrsansprache des neuen Gemeindepräsidenten Matthias Suter hören zu können. Er hatte im Spätsommer die Amtsgeschäfte von seinem 16 Jahre wirkenden Vorgänger Gery Meier übernehmen dürfen.

Faktor «Zeit» als roter Faden

Um es vorwegzunehmen: Suter hatte mit seiner Ansprache buchstäblich den «Nerv der Zeit» getroffen, denn der Faktor «Zeit» wirkte wie ein roter Faden durch die ganze Rede hindurch. Was ihm aufgefallen war, fragte er die Bevölkerung gleich rhetorisch: «Kommt es Ihnen auch so vor, dass die Zeit immer schneller vergeht?» Dies habe unter anderem damit zu tun, dass man im Alter langsamer in den Bewegungen und Abläufen werde und sich zudem viele Erfahrungen wiederholten.

«Generell wird Neues weniger und hinterlässt somit weniger Erinnerungen in unserem Gedächtnis», so Suters philosophische Betrachtungsweise. Und in vielen ihm zugestellten Weihnachts- und Neujahrskarten sei ihm speziell der Satz aufgefallen: «Schenken Sie anderen und sich selbst Zeit.» Zeit, bekannte Suter, sei in der modernen Gesellschaft ein rares Gut geworden. Die technischen Neuerungen hätten zwar dazu geführt, dass man mehr Frei-Zeit besässe. Doch wie nutze man sie? Vieles müsse schnell gehen, aber man dürfe sich auch einmal langweilen, «sofern man es bewusst macht».

Es entstünden im Zusammenhang mit der Zeit auch spannende Wortkombinationen wie ein «freies Zeitfenster», eine «zeitnahe Erledigung», «Entschleunigen» oder «Slow Food». Und er wünschte allen «nicht nur Zeit für andere, sondern auch Zeit für uns selber. Schliesslich ist es auch wichtig, sich bewusst eine ‹Ich-Zeit› zu schaffen.» Dies sei nötig, damit der persönliche Akku wieder geladen werden könne.

Zeit für gute Gespräche

Und Zeit – die konnten sich die Dänikerinnen und Däniker nach der Ansprache ihres neuen Gemeindepräsidenten reichlich nehmen: Zeit für gute Gespräche miteinander und Zeit, die vom Party-Service der Metzgerei Scheibler aus Dulliken gelieferte Erbsensuppe mit Wiener Würstchen sowie die dazu gehörenden Tranksamen zu geniessen. Denn inzwischen hatte sich das Wetter auch wieder etwas beruhigt, was ein geselliges Beisammensein auch im Freien ermöglichte.