Lostorf

Gemeindepräsident ist Obernarr: «Die schönste Jahreszeit ist da»

Thömu dr 1. wurde am Hilari zum Obernarr der Lostorfer Fasnacht proklamiert. Am Samstag hat damit die erste Fasnachtsveranstaltung im neuen Jahr stattgefunden.

In Lostorf gab es am Samstagabend etwas zu feiern: Beim Gemeindehaus fand mit dem Hilari der erste Fasnachtsanlass im neuen Jahr statt. Der Höhepunkt des Abends war die Proklamation von Thömu dr 1. als neuer Obernarr. Auf einem Podest in der Mitte des Zelts übergab der abtretende Obernarr Thomy dr I. das Zepter an seinen Nachfolger. «Die Fasnacht im letzten Jahr möchte ich nicht missen», so Thomy dr 1.

Der neue Obernarr verdankte es mit einer Ansprache in Reimform. «Die schönste Jahreszeit ist jetzt da», befand er und gab zum Ausdruck, was ihm die Fasnacht bedeutet: «Unsere Welt ist schlimm — an der Fasnacht können wir uns auf das Positive beschränken.» Humorvoll machte er auf das Programm der Lostorfer Fasnacht aufmerksam und brachte die Anwesenden zum Lachen. Zwischendurch gönnte er sich einen Schluck Rotwein.

«Ich finde die Lostorfer Fasnacht unterstützenswert»

Mit der Rolle als Obernarr steht nun der Lostorfer Gemeindepräsident Thomas Müller für einmal nicht nur an der Spitze der Gemeindepolitik, sondern auch an der Fasnacht. Er macht seit über 30 Jahren Fasnacht und gehört seit mehreren Jahren der Oltner Höckeler-Zunft — «die einzige Zunft mit Vernunft», wie die Zunft über sich selbst sagt — an.

In anderen Jahren ist er also eher in Olten als in Lostorf anzutreffen. «Ich finde die Lostorfer Fasnacht unterstützenswert und habe mich gefreut, als ich angefragt wurde», so Müller. Er ist der dritte Obernarr in der Lostorfer Fasnachtsgeschichte.

Beheiztes Zelt auf Gemeindeplatz

Vor und nach der Proklamation von Thömu dr 1. spielten neun junge Musikanten aus den beiden Guggen Chüeltormschränzer aus Obergösgen und Chärneschränzer aus Winznau klassische Fasnachtslieder. Die jungen Musiker spielten motiviert und die Leute liessen sich schnell mitreissen, vom typischen Gugge-Klang. Bald klatschten oder wippten die Zuhörer mit oder tanzten auf den Festbänken.

Die kleine Gruppe von Musikern passte gut in den Abend, da eine komplette Guggenmusik wohl nur schwer genügend Platz gehabt hätte. Im Zelt zwischen den zwei Gemeindegebäuden wurde es zwischendurch eng. Dafür war das Zelt beheizt — ein Luxus, den es draussen auf dem Gemeindeplatz nicht gegeben hätte. An der Bar gab es Kafi Lutz und weitere Getränke, die zur Fasnacht dazugehören.

«Der Rahmen ist überschaubar und die Leute kennen sich»

Der kleine Rahmen mitten auf dem Gemeindeplatz in Lostorf muss denn auch kein Nachteil sein: Die Stimmung unter den Anwesenden war gut. Auch Martin Lehmann, der Präsident des Lostorfer Fasnachtsvereins, schätzt die überschaubare Grösse der Fasnacht. Seit der Gründung des Fasnachtsvereins vor acht Jahren sei die Lostorfer Fasnacht jedes Jahr bekannter und grösser geworden, was ihn sehr freut. «Dennoch ist der Rahmen überschaubar und die Leute kennen sich», sagt Lehmann.

Vor der Gründung des Fasnachtsvereins sei die Lostorfer Fasnacht für einige Jahre eingeschlafen. Einen Obernarr hatte es damals nicht gegeben, weshalb der Lostorfer Fasnachtsverein vor drei Jahren den allerersten Lostorfer Obernarr proklamierte.

Motto der Fasnacht 2019 ist «Las Vegas»

Unter dem Motto «Casino – Las Vegas-Feeling in Olten» nimmt der Lostorfer Fasnachtsverein dann ab dem 28. Februar die Fasnacht richtig in Angriff. Am Schmutzigen Donnerstag geht es los mit der Chesslete und der Beizenfasnacht. Am Samstag findet in Lostorf dann der Fasnachtsumzug statt, der im oberen Dorfteil startet und auf dem Platz neben dem Gemeindehaus endet. Dort warten schliesslich Festwirtschaft und Guggenmusik auf die Besucher.

Am Sonntag ist der Fasnachtsverein mit eigenem Wagen am Oltner Fasnachtsumzug anzutreffen. Der Dienstag ist mit der Kinderfasnacht und Umzug vor allem für Kinder und Familien interessant. Den Schlusspunkt setzt der Fasnachtsverein mit dem Bööggverbrennen am folgenden Samstag. Und mittendrin ist der neue Lostorfer Obernarr: Thömu dr 1., der Gemeindepräsident.

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