Zu Beginn der ersten Gemeindeversammlung unter seiner Führung bat der Niedergösger Gemeindepräsident Roberto Aletti um ein respektvolles Miteinander und um sachbezogene Diskussionen am vergangenen Dienstagabend. Daran hielten sich die 66 anwesenden Stimmberechtigten bei den vielen Fragen und Anträgen, die in der fast zweistündigen Versammlung diskutiert wurden.

Das Hauptthema waren die Gemeindefinanzen: Das Budget für das nächste Jahr weist einen Aufwandüberschuss von 767'967 Franken auf, was eine Verschlechterung um rund 300'000 Franken gegenüber dem Budget 2018 darstellt. Das liegt vor allem an Kostensteigerungen im Bereich Bildung und soziale Wohlfahrt, die von der Gemeinde kaum beeinflusst werden könnten.

Strassensanierungen werden verschoben

Ein erster Antrag zum Budget betraf die Sanierung von Gemeindestrassen. Einwohnerin Judith Piller stellte den Antrag, den für Strassenunterhalt im Budget 2019 reservierten Posten von 330'000 Franken auf 200'000 Franken zu senken. Sie kritisierte, dass die Werkkommission nicht genau ausführen konnte, für welche Strassen das Budget vorgesehen ist.

Finanzverwalter Beat Fuchs fand, diese Investitionen müssten sowieso früher oder später getätigt werden und zweifelte an der Sparwirkung der Änderung. Andreas Meier, Vizegemeindepräsident und Vizepräsident der Werkkommission, stellte fest, dass die Investition auch um ein Jahr verschoben werden könnte. Der Antrag wurde schliesslich knapp abgelehnt, mit 32 Nein- und 26 Ja-Stimmen bei fünf Enthaltungen.

Antrag von Einwohnerin abgelehnt

Nach einigen Fragen zu anderen Posten stellte Piller den Antrag, den vorgesehenen Teuerungsausgleich um ein Prozent für die Gemeindeangestellten aus dem Budget zu streichen. Konkret ging es um 20'000 Franken — so stark wären die Lohnkosten gestiegen. Der Antrag wurde grossmehrheitlich mit 2 Ja-Stimmen und 10 Enthaltungen abgelehnt. Das Gesamtbudget genehmigte die Gemeindeversammlung mit 56 Ja-Stimmen deutlich.

Die drei Investitionskredite von insgesamt knapp einer Million Franken, die der Gemeinderat für die Sanierungen von Kanalleitungen an der Aarestrassse sowie Unterhaltsarbeiten am Sandackerweg und am Birkenweg beantragte, genehmigte der Souverän ebenfalls.

Musikschulhaus sorgt für Diskussionen

In der Investitionsrechnung ist weiter ein Planungskredit für den Umbau des Musikschulhauses von 95'000 Franken budgetiert. Dazu stellte Ida Kupferschmid, Co-Präsidentin der örtlichen CVP, diverse Fragen: So zweifelte sie daran, dass das Geld in die geplante Sanierung des Gebäudes gut investiert sei, da sich dieses in einem schlechten Zustand befinde. Ausserdem fragte sie, ob die Bevölkerung die Gelegenheit haben werde, sich zur Sanierung zu äussern.

Meier betonte, dass der Planungskredit kein Freipass für die Behörden sei und sich die Bevölkerung äussern können wird. Es ginge jedoch zuerst um eine umfassende Abklärung, um danach eine sinnvolle Sanierung vornehmen zu können. Mindestens der Keller müsste trockengelegt und das Dach isoliert werden, so Meier. Auch die alte Elektroblockheizung entspreche nicht mehr heutigen Energiestandards. Das Haus biete aber noch diverse weitere Ausbaumöglichkeiten.

Planungskredit bleibt im Budget

Auf die Frage eines Einwohners bestätigte Meier, das Haus müsste nicht für die Musikschule reserviert sein, sondern könnte auch weiterhin für andere Nutzungen zur Verfügung stehen. Durch die Sanierungen dürften zusätzliche Investitionen von über einer Million Franken auf die Gemeinde zukommen. Da niemand einen Antrag stellte, den Planungskredit aus dem Budget zu streichen, können die Abklärungen in die Wege geleitet werden.