Gretzenbach

Gemeinde will mit eigenem Grundwasser-Pumpwerk weiterfahren

Ohne Diskussion und mit nur 1 Gegenstimme entschied sich die Versammlung, auf dem Weg mit eigenem Grundwasserpumpwerk weiterzugehen.

Ohne Diskussion und mit nur 1 Gegenstimme entschied sich die Versammlung, auf dem Weg mit eigenem Grundwasserpumpwerk weiterzugehen.

Die Gemeindeversammlung hiess den Voranschlag 2016 der Einwohnergemeinde einstimmig und ohne Diskussion gut. Trotz des Fehlbetrags von 338 230 Fr wurde der Steuerfuss sowohl für natürliche wie für juristische Personen auf 115 Steuerprozenten belassen

Auf der Ertragsseite entwickeln sich die Steuereinnahmen positiv. Auch erhält Gretzenbach aus dem kantonalen Ressourcenausgleich der Gemeinden, der auf der Steuerkraft basiert, mit 370 000 Franken deutlich mehr als im Vorjahr (129 000 Franken).

Andererseits bringt der neue Finanz- und Lastenausgleich (NFA), der am 1. Januar 2016 in Kraft tritt, auch Einbussen mit sich. Da die bisherigen Besoldungssubventionen bei den Schulen durch eine Schülerpauschale ersetzt werden, erhält Gretzenbach hier weniger Geld vom Kanton.

Gleichzeitig werden zusätzliche Kosten, beispielsweise für die Klassenlehrerentlastung, auf die Gemeinde überwälzt. Deshalb wird die Bildung mit fast 4 Mio. Franken deutlich höher zu Buche schlagen.

Insgesamt machen die voraussichtlichen Mindereinnahmen aus dem NFA von netto 332 900 fast gleich viel aus wie das Defizit der Erfolgsrechnung.

Investitionen in die Infrastruktur

Gretzenbach plant, im nächsten Jahr netto rund 2 Mio. Franken zu investieren. Darin enthalten sind kleinere Beträge, die in der Ausgabenkompetenz der Gemeindeexekutive liegen. Separat vom Budget legte der Gemeinderat der Versammlung fünf Verpflichtungskredite von total 1,27 Mio. Franken vor.

Vier davon betreffen Investitionen in die Infrastruktur. Die Erneuerung der Kanalisation im Bachweg, der Ersatz der rechtsufrigen Kanalisationsleitung entlang des Gretzenbachs und die Sanierung von Leitungen und Strasse am Grabackerweg wurden von den 53 anwesenden Stimmberechtigten einstimmig gutgeheissen.

Der Heuelbach ist unter der Köllikerstrasse eingedolt, biegt nach der Liegenschaft Blösch links ab und wird um drei Ecken zum Gretzenbach geführt, wobei der Röhrendurchmesser von 60 auf 40 cm abnimmt.

Nun ist geplant, den Heuelbach in direkter Linie zu führen und offenzulegen. Der Bruttokredit beträgt 85 000 Franken; da Bund und Kanton das Projekt mit 80 Prozent subventionieren, kostet es die Gemeinde effektiv noch netto 17 000 Franken. Der Kredit wurde mit bloss zwei Gegenstimmen angenommen.

Mit dem gleichen Resultat fand ein Verpflichtungskredit von 180 000 Franken die Zustimmung. Mit diesem Rahmenkredit soll das zwanzigjährige Kommunalfahrzeug ersetzt werden.

Unabhängige Wasserversorgung

Wegen des Eppenbergtunnelbaus musste das Pumpwerk Spitzacker stillgelegt werden. Um die langfristige Versorgung mit Trinkwasser zu gewährleisten, stehen nun zwei Möglichkeiten offen.

Entweder bezieht Gretzenbach das Wasser von Aarau, oder es baut eine eigene neue Grundwasserfassung im Aarefeld. Gemeindepräsident Daniel Cartier zeigte Vor- und Nachteile beider Varianten auf.

Die eine wie die andere Lösung kann mit dem bisherigen Wasserpreis realisiert werden. Vorerst galt es, sich grundsätzlich festzulegen. Ohne Diskussion und mit nur 1 Gegenstimme entschied sich die Versammlung, auf dem Weg mit eigenem Grundwasserpumpwerk weiterzugehen.

Die engere Zusammenarbeit mit Schönenwerd ist immer auch eine Option.

Im Weiteren genehmigte die Versammlung die Änderung des Feuerwehrreglements. Damit wird das Austrittsalter von 45 auf 50 Jahre erhöht. «Wir können so den Erfahrungsschatz der Feuerwehrmitglieder länger nutzen und die Personalknappheit entschärfen», begründete Ressortleiterin Gabriele Lüthi den Schritt.

Ebenso wurde das kommunale Ladenschlussreglement aufgehoben, da es durch die kantonale Gesetzgebung überflüssig wurde. Mit einer Änderung des Gebührentarifs reagiert die Gemeinde darauf, dass sie neu für die Bewilligung von Anlässen zuständig ist.

Sympathisch eingestimmt auf die eher trockenen Geschäfte wurde die Versammlung durch einen musikalischen Apéro, dargebracht von den Querflöten- und Violinenensembles der Musikschule.

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