Lostorf
Gemeinde verzichtet auf den gepflästerten Mehrzweckstreifen

Ein geplanter 150 Meter langer Mehrzweckstreifen wird aus finanziellen Gründen nicht zustande kommen.

Markus von Däniken
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Die Pflästerung ab Einfahrt «Centro» (Bildseite rechts) bis Höhe Migros wird doch nicht zustande kommen.

Die Pflästerung ab Einfahrt «Centro» (Bildseite rechts) bis Höhe Migros wird doch nicht zustande kommen.

zvg

Im Rahmen der Sanierung und der Umgestaltung der Kantonsstrasse soll in Lostorf im Bereich zwischen der Migros und dem Pfarrhof auf einer Länge von rund 150 Metern ein Mehrzweckstreifen entstehen. Dieser soll den Strassenraum gestalterisch gliedern und der Verbesserung der Überquerungs- und Abbiegeverhältnisse dienen. Jeweils zu Beginn und am Ende dieses Streifens soll je ein Fussgängerstreifen erstellt werden. Das Konzept des Kantons sieht eine Markierung des Mehrzweckstreifens mit beidseitigen, unterbrochenen weissen Strichen vor.

Die Baukommission von Lostorf ist der Ansicht, dass diese spezielle Zone einen sicherheitstechnisch relevanten Einfluss auf den Verkehr nehmen und sich aus diesem Grunde auch markanter vom restlichen Strassenraum absetzen soll. Bereits in einer frühen Planungsphase wurde dieses Anliegen dem Kanton mitgeteilt. Dieser gibt nun vor, dass eine vollflächige Pflästerung des Mehrzweckstreifens nur flächenbündig und einbetoniert verlegt werden dürfte.

Zudem müsste die Gemeinde die daraus entstehenden Mehrkosten von rund 40 000 Franken (Drogerie bis Fussgängerstreifen bei der Migros) selber tragen. Nach Abwägen aller Vor- und Nachteile hat der Gemeinderat grossmehrheitlich entschieden, auf einen gepflästerten Mehrzweckstreifen zu verzichten. Die Baukommission wurde aber beauftragt, die Kosten für das Aufmalen eines Mehrzweckstreifens abzuklären, was mit wesentlich geringeren Kosten verbunden ist.

Kanalisation im Bereich Pfarrhof

Eine Kanalfernsehkontrolle der Kanalisationsanlagen im Bereich der Hauptstrasse hat gezeigt, dass sich die Abwasserleitung aus der Räckholdernstrasse in die Hauptstrasse in einem sehr schlechten Zustand befindet. Für diese Leitung besteht dringender Sanierungsbedarf. Ein Endschacht wurde seinerzeit zu weit nördlich erstellt, weshalb die davon abgehende Leitung trocken ist und sich darin Ungeziefer einnisten könnte.

Dieser Schacht soll nun weiter südlich neu erstellt werden. Ab Mitte März 2016 wird die Hauptstrasse in diesem Bereich saniert, weshalb die anstehende Kanalisationssanierung vorher abgeschlossen sein muss. Es wird mit einem Investitionsbedarf von zirka 50 000 bis 60 000 Franken gerechnet. Die Kosten fallen relativ hoch aus, weil die gesamte Kanalisationsleitung während der Sanierung durch ein Provisorium aufrechterhalten werden muss.

Verzicht auf beidseitiges Parkverbot

Auf der Gemeinde sind vor rund zwei Jahren verschiedene Reklamationen bezüglich der Parkierung an der Mahrenstrasse vor dem eingegangen. Die damals unbefriedigende Situation war vorwiegend, aber nicht ausschliesslich auf die zahlreichen Handwerker auf den drei Grossbaustellen Dubenrain, Lostorf Mitte und Trottenacker zurückzuführen gewesen. Die Geschäftsbesitzer wurden ersucht, die Situation der Parkierung, vor allem zur Znünizeit, mit anderen Möglichkeiten und Massnahmen, Nutzung fremder Parkplätze oder Anbringen eines Hinweises auf die Parkplätze nördlich der Liegenschaft zu entschärfen. Sollte keine Besserung eintreten, würde der Rat im erwähnten Bereich das Anbringen eines beidseitigen Parkverbotes prüfen. Gemeinderat und Baukommission stellen heute fest, dass sich die Situation bereits merklich verbessert hat, nachdem die damals noch aktiven Grossbaustellen beendett wurden. Mit dem neuen Einmünden ab Hauptstrasse in die Mahrenstrasse ist die Übersicht trotzdem gewährleistet. Grundsätzlich ist es erlaubt, die Autos auf der Strasse abzustellen. Vor und nach einem Fussgängerstreifen besteht sogar ein Halteverbot. Aus erwähnten Gründen hat der Gemeinderat einstimmig entschieden, auf die Errichtung eines Parkverbotes vor der Bäckerei und Kafi mit Härz zu verzichten.

Zuwarten beim Werkgebäude

Der Gemeinderat hat im Frühling 2015 entschieden, dass die Bauverwaltung mit den beteiligten Parteien Feuerwehr, Bauamt und Entsorgung abklären soll, ob der redimensionierte Entwurf des Werkgebäudes nach der Berücksichtigung der durch die Feuerwehr erneut vorgebrachten Mindestplatzanforderungen zu einer möglichen Lösung weitergebracht werden kann. Zusammen mit der Gebäudeversicherung hat in der Zwischenzeit eine Sitzung stattgefunden. Dabei stellte sich heraus, dass eine abgespeckte Variante für alle Beteiligten eine unbefriedigende Situation darstellt. Im Gespräch kristallisierte sich aber eine mögliche Lösung heraus, die wieder näher an das Wettbewerbsprojekt angelehnt ist.

Aus dem jetzigen Werkgebäude soll neu ein eingeschossiger Bau erstellt werden, der nur noch der Feuerwehr dient. Daneben sollen analog dem Wettbewerbsprojekt zwei neue Baukörper entstehen, die das Bauamt und die Entsorgung beherbergen. Auch das Bauamt wird auf das minimal Notwendigste reduziert. Im Zusammenhang mit den Budgetberatungen 2016 und der angespannten finanziellen Situation hat der Rat am 9. November entschieden, das Kreditbegehren für die weiterführende Projektierung erst 2017 wieder aufs Tapet zu bringen.