Trimbach

Gemeinde kämpft mit Abgängen: Vier Stellen mussten neu besetzt werden

Heisst es bald Lichterlöschen bei der Gemeindeverwaltung von Trimbach? Gleich mehrere Führungspersonen verliessen die Gemeinde.

Personalproblem in Trimbach

Heisst es bald Lichterlöschen bei der Gemeindeverwaltung von Trimbach? Gleich mehrere Führungspersonen verliessen die Gemeinde.

Die Mitarbeitenden auf der Gemeindeverwaltung von Trimbach waren verunsichert. Vier Führungspositionen wurden frei. Deshalb mussten sie zusätzliche Arbeit erledigen.

Die Gemeindeverwaltung von Trimbach verlor in den vergangenen Wochen und Monaten vier Führungspersonen. Als Erste verliess Chantal Müller die Verwaltung. Sie war bis im Juni die Gemeindeschreiberin von Trimbach (wir berichteten). Die Vorstellungen über die Arbeitsführung seien intern auseinandergegangen. Auch soll es zu Unstimmigkeiten zwischen Müller und Gemeindepräsident Martin Bühler gekommen sein.

Bereits im Sommer gab Schulleiter Philippe Fehr seine Kündigung auf Ende Schuljahr bekannt. Bauverwalter Pius Schenker verlässt die Gemeinde auf Ende Februar 2019.

Grosse Unsicherheit und Unzufriedenheit

Zuletzt traf ein Schicksalsschlag den Trimbacher Finanzverwalter: Jürgen Waldspurger erlitt im Herbst einen Hirnschlag und befindet sich derzeit in der Reha.

Die Mitarbeitenden der Gemeindeverwaltung mussten in den vergangenen Wochen die Aufgaben der nicht anwesenden Führungspersonen übernehmen, wie eine Person dieser Zeitung gegenüber berichtet. Die Situation habe grosse Unsicherheit und Unzufriedenheit hervorgerufen. Der Gemeinderat habe nicht schnell genug gehandelt.

«Das zerrt natürlich an den Nerven»

Gemeindepräsident Bühler bestätigt auf Anfrage: «Das zerrt natürlich an den Nerven.» Die Gründe der Abgänge seien unterschiedlich, darüber könne man nur spekulieren. Zum Teil habe es aber sicher mit den geplanten Strukturveränderungen zu tun. «Ich als Gemeindepräsident bin nun mal die zentrale Figur. Das schleckt keine Geiss weg», so Bühler. Die Zusammenarbeit mit dem Team müsse halt auch auf menschlicher Ebene funktionieren. Sonst könne man «den Laden nicht führen». Und: «Wenn man absolut glücklich ist mit seinem Job, schaut man sich nicht nach anderen Stellen um.»

Doch der Gemeindepräsident beschwichtigt: Die Situation habe mittlerweile entschärft werden können. Die Verwaltungsmitarbeitenden wurden am Weihnachtsessen Mitte Dezember darüber informiert, dass die vier offenen Stellen in der Geschäftsleitung besetzt werden konnten.

Übergangslösung in Finanzverwaltung gefunden

So wird es einen fliessenden Übergang zwischen dem Abgang von Schenker und dem neuen Bauverwalter Roland Brunner geben. Der Niedergösger beginnt Anfang März in Trimbach. Schenker wechselt zum Kanton: «Ich nehme eine neue Herausforderung an beim Amt für Verkehr und Tiefbau.» Die Stimmung auf der Verwaltung habe er stets als gut empfunden.

Auch in der Finanzverwaltung wurde eine Lösung gefunden — wenn auch nur eine vorübergehende: Bis Ende Januar unterstützt Adolf Müller die Abteilung. Er kam nach der Erkrankung von Waldspurger in einem Teilzeitpensum aus seiner Pension zurück.

«Er war der Wunschkandidat»

Ab Februar wird Susanne Notter vom Treuhandbüro Hüsser Gmür und Partner die Finanzverwaltung führen. Bühler: «Es handelt sich um eine Übergangslösung, da wir hoffen, dass Jürgen Waldspurger wieder zurückkommt.» So wolle man die Stelle offen halten und ihm Zeit geben, sich vollständig zu erholen. Das sei auch im Sinne aller Mitarbeitenden.

An der Sitzung des Trimbacher Gemeinderats am Dienstagabend wurde der Nachfolger von Schulleiter Fehr bestätigt: André Pfranger aus Riehen BS wird die Stelle im Sommer 2019 übernehmen und in die Region ziehen. «Er war der Wunschkandidat unseres Schulleitungsteams», so Bühler.

Neuer Gemeindeschreiber ab 1. Februar

Nachdem Gemeindeschreiberin Chantal Müller Trimbach bereits Ende Juni 2018 verlassen hatte, übernahm Gemeindepräsident Bühler zusammen mit der stellvertretenden Gemeindeschreiberin Jennifer von Däniken deren Aufgaben. Auf den 1. Februar 2019 hat die Verwaltung nun einen neuen Gemeindeschreiber: Philipp Fehr kommt aus Bubendorf BL und ist derzeit Gemeindeverwalter in Zwingen BL.

Bühler erklärt, warum die Suche nach dem geeigneten Kandidaten so lange gedauert hat: «Der Markt der Gemeindeschreiber ist recht ausgetrocknet. Die meisten sind bereits bei einer Gemeinde angestellt, da können sie nicht per sofort die Stelle wechseln.» Deshalb habe man sich entschieden, die Vakanz in Kauf zu nehmen, «um nachher eine gute Lösung zu haben».

Gemeinderäte bekommen ein Pflichtenheft

Sobald die Neuangestellten ihren Job angetreten und sich eingearbeitet haben, soll die Arbeitssituation analysiert und eine neue Verwaltungsstruktur erarbeitet werden. Laut Bühler sollen die Stellenbeschriebe der Verwaltungsmitarbeitenden überprüft und die Pflichtenhefte für die Gemeinderäte formuliert werden.

Die Strukturen müssen dann im Juni 2019 von der Gemeindeversammlung verabschiedet werden. Bühler: «Ich bin froh, wenn dann die ganze Geschäftsleitung geschlossen da steht.»

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