«Wir haben viele Kinder aus Familien mit hohem Einkommen hier. Andere Kinder stammen aus Familien, die von der Sozialhilfe unterstützt werden», erklärt Jann Bernhard, Geschäftsführer der Sternekita in Trimbach. Und diejenigen, die weder in das obere noch das untere Ende der Skala fallen? «Solche haben wir kaum», so Bernhard.

Dies soll sich jetzt ändern: Denn der Gemeinderat hat beschlossen, Mittelstandfamilien mit Betreuungsgutscheinen für die Kindertagesstätte zu unterstützen. Während der Pilotphase von zwei Jahren stellt die Gemeinde jährlich 45 000 Franken dafür zur Verfügung. «Das scheint auf den ersten Blick wenig Geld zu sein», sagt Gemeindepräsident Martin Bühler. «Aber für eine Gemeinde, die sich immer überlegen muss, wie sie überhaupt irgendetwas finanziert, ist das doch ein grosser Betrag.»

Familien unter Druck

Ein Grund, weshalb die Unterstützung auf den Mittelstand ausgerichtet ist: Familien mit mittlerem Einkommen stehen unter Druck – muss eine Familie die Vollkosten für einen Kita-Platz übernehmen, lohnt es sich kaum noch, in dieser Zeit arbeiten zu gehen, da das verdiente Geld direkt in die Kinderbetreuung investiert wird. So muss das Arbeitspensum der Eltern reduziert werden, um für die Kinder zu sorgen, was wiederum zu einem niedrigeren Einkommen führt – ein Teufelskreis, der Martin Bühler aus seiner eigenen Zeit als junger Vater kennt. «Auch der Mittelstand soll Familie und Beruf unter einen Hut bringen können», findet er.

Daher können vom neuen Reglement vor allem Familien profitieren, deren Jahreseinkommen zwischen 30 000 und 75 000 Franken liegt. Bei einem Einkommen bis 40 000 Franken werden von der Gemeinde rund 30 Prozent der Kosten übernommen, bis 75 000 Franken gibt es rund 20 Prozent – dies sind jedoch nur ungefähre Zahlen, die exakten Beiträge werden von Fall zu Fall neu entschieden. Die Eltern müssen mindestens 25 Franken pro Betreuungstag selber zahlen. Weiter werden nur diejenigen Tage unterstützt, an welchen die Eltern arbeiten.

Auch gilt das Angebot nur für Trimbacher Einwohner und nur für die Sternekita. Andere, beispielsweise private Betreuungsplätze werden nicht unterstützt. «Die Sternekita erfüllt die Anforderungen der Gemeinde bezüglich Professionalität und Transparenz», so der Gemeindepräsident.

Durchmischte Gruppen

Mit dem neuen Angebot zufrieden ist denn auch Geschäftsleiter Bernhard. «Wir sind froh, wenn es eine durchmischte Gruppe gibt. Denn das werden die Kinder auch antreffen, sobald sie in den Kindergarten kommen», findet er. In der Sternekita ist in diesem Alter jedoch noch nicht Schluss mit der Betreuung: Kinder können die Angebote ab drei Monaten bis zum Ende der Primarschule nutzen, wie Bernhard bei der Führung durch das Gebäude erklärt. In der hiesigen Küche gilt seit Januar ein Bio-Ernährungsplan: «Wir wollen ja, dass sich die Kinder gesund ernähren», so Bernhard. Beim Gang durch die Kita fällt auf, dass es auch während der Schulferien viele Anwesende gibt: In jedem Zimmer spielen, malen oder lesen Kinder vom Baby- bis ins Primarschulalter.

Ersatz für FamiTri-Kinderhort

Letztere besuchten früher den Kinderhort des gemeinnützigen Vereins FamiTri – auch dieser war von der Gemeinde subventioniert worden. Weil keine neue Hortleiterin gefunden werden konnte, musste er jedoch 2016 schliessen. So ist nun auch Corinne Etter Schimmann, Präsidentin des Vereins, glücklich mit der neuen Lösung: «Wir sind froh, dass unsere Arbeit hier weitergeführt wird.»

Tag der offenen Tür Sternekita, Samstag, 17. März. Die Gemeinde gibt Tipps für das Ausfüllen des Formulars für die Betreuungsgutscheine.