An der Sitzung von Ende September beriet der Niedergösger Gemeinderat gleich über mehrere Traktanden. So wurde der Projektierungskredit für die Gesamtsanierung des Musikschulhauses oder die Kreditfreigabe für das Pfadiheim diskutiert. Zudem war es die letzte Gemeinderatssitzung für den abtretenden Gemeindepräsidenten Kurt Henzmann.

Die «Umbaukommission Kapelle» beantragte dem Gemeinderat einen Projektierungskredit über 95'000 Franken, was zu einer angeregten Diskussion führte. Seit Beginn des neuen Schuljahrs, nachdem mit einigen Sofortmassnahmen im Umfang von 20'000 Franken das Gebäude auf Vordermann gebracht wurde, steht die Kapelle als Musikschulhaus im Einsatz.

Weiteren Gruppen wie der Musikspielgruppe, dem Zwergentreff des Elternvereins und der Jugendmusik Gösglingen wird Gastrecht in der Kapelle gewährt. Die Musikschulleitung sowie die Musiklehrpersonen sind glücklich über die neue Lösung. Derzeit wird nur noch der Schlagzeugunterricht ausserhalb der Kapelle erteilt, was sich aber bald ändern soll.

Die Umbaukommission hat mit dem Architekturbüro Mercatali und dem Innenarchitekten Matthias Keller zwei in Umbauten erfahrene Büros für die Offerte eines Planungskredits angefragt. Es sollen die Kosten für die Gesamtsanierung zur langfristigen Nutzung des Gebäudes ermittelt werden. Man geht von Gesamtsanierungskosten im Umfang von einer knappen Million Franken aus. Aufgrund dessen wurden Projektierungskosten über 90'000 Franken vorangeschlagen.

In einem ersten Schritt ist die Bestandesaufnahme des gesamten Gebäudes geplant, dann werden drei Sanierungsvorschläge mit Kostenvoranschlag ausgearbeitet. Die Abklärungen sollten bis in einem Jahr abgeschlossen sein. Sobald der Gemeinderat sich für ein Projekt entschieden hat, wird der Budgetgemeinde — voraussichtlich im Jahr 2020 — der Kredit vorgelegt. Die Kommission möchte die Sanierung im Jahr 2021/2022 bewerkstelligen, um dann im Sommer 2022 das Musikschulhaus der Musikschule zu übergeben. Der Gemeinderat genehmigte daraufhin mit grossem Mehr die Aufnahme des Planungskredites von 95'000 Franken in die Investitionsrechnung 2019.

Zebrastreifen vor 30er-Zone

Auf das Begehren von besorgten Eltern von Schulkindern hin wird an der Schlossrainstrasse beim Eingang zum 30er-Zonen-Tor ein Fussgängerstreifen markiert. Mit Signalpfosten wird der Warteraum vergrössert. Durch die Einengung der Strasse erhofft man sich eine Geschwindigkeitsreduktion der Verkehrsteilnehmer.

Diese Massnahmen sollen noch während der Herbstferien bewerkstelligt werden. Die Eltern werden angehalten, ihren Kindern das korrekte Verhalten im Strassenverkehr zu lernen. Trotz des Fussgängerstreifens darf man sich als Fussgänger gleichwohl nicht in absoluter Sicherheit wähnen.

Weiter wurde die Kreditfreigabe für den Bau des neuen Pfadiheims besprochen. Die Budgetgemeindeversammlung hat im November 2017 dem Pfadiheimverein einen Betrag von 180'000 Franken für den Bau des Pfadiheims zugesichert. Dem Gemeinderat wurde vorgängig das Projekt über 625'000 Franken präsentiert und gesagt, der Baubeginn erfolge erst, wenn ein Finanzierungsnachweis für 90 bis 95 Prozent des Betrages vorliege. Die Pfadiheim-Verantwortlichen wollten nun die Auszahlung des Gemeindekredites veranlassen.

Der Gemeinderat verwehrte dies jedoch einstimmig, weil erst rund 60 Prozent des Finanzierungsbedarfs gedeckt sind. Von den Pfadi-Verantwortlichen wird nun eine detaillierte Finanzierungszusicherung inklusive Belegen und Zeitplan erwartet. Erst dann wird der Rat den zugesicherten Betrag freigeben.

Abschied von Henzmann

Zudem richtete der Gemeinderat an der letzten Sitzung seine Wünsche an den neuen Gemeindepräsidenten. An der nächsten Sitzung soll dieser zu den Themen Ortsplanungsrevision, Schutzzone Inseli, Stand des Kaufs der Liegenschaft an der Hauptstrasse und Baubeginn bei der Leistfabrik sowie Fussweg-Dienstbarkeit Stellung nehmen.

Gleichzeitig wurde Kurt Henzmann als Gemeindepräsident verabschiedet. Ende September leitete er seine letzte und ungefähr 435. Sitzung. Er bedankte sich bei seinen Ratskollegen für ihre Mitarbeit und verlieh seiner Hoffnung Ausdruck, dass sie auch seinem Nachfolger gegenüber offen und ehrlich sein werden. Auch der Gemeinderat sprach dem scheidenden Gemeindepräsidenten seinen Dank für sein enormes Engagement zugunsten der Einwohnergemeinde während den letzten 21 Jahren aus.

Des Weiteren beschäftigte sich der Niedergösger Gemeinderat mit einigen kleineren Diskussionspunkten. Die Gemeinde vergab den Auftrag für die Kanalsanierungen 2018 an die Firma ARPE AG Kanaltechnik in Buckten BL zum Preis von 104'303 Franken. Der Gemeinderat validierte die Gemeindepräsidenten-Ersatzwahlen vom 23. September 2018.

Es wurde keine Beschwerde eingereicht. Weiter wurde diskutiert, ob die Ertüchtigung der Aula dem Souverän an der Budgetgemeindeversammlung beantragt wird. Der Gemeinderat hat noch keinen Entschluss gefasst. Er wünscht erst von der Finanzkommission eine Liquiditätsplanung über die nächsten sechs Jahre. (mgt)