Das alte Pfadiheim der Pfadi Gösgen hat eine lange Geschichte: Zuerst war es 15 Jahre lang ein Büro des Kernkraftwerks, dann durften während 30 Jahren Pfadimitglieder die Holzbaracke nutzen. Wegen Schimmel und Parasitenbefall musste die Pfadi jedoch schon vor einigen Jahren das Heim auf dem Inseli in Niedergösgen verlassen.

Im Oktober 2017 wurde das marode Haus dann abgerissen – auch um Platz für einen Neubau zu machen. Dieser soll den mehr als 100 Pfadimitgliedern aus Niedergösgen und den umliegenden Gemeinden unter anderem aus Schönenwerd, Lostorf und Obergösgen ein neues Zuhause bieten.

Der Dachstock des neuen Heims könnte zum Massenlager ausgebaut werden.

Der Dachstock des neuen Heims könnte zum Massenlager ausgebaut werden. 

Nach der Verzögerung durch die Altlasten-Untersuchung des Gebiets und dem Abwarten auf die Zusage des Kantons steht der Neubau des Pfadiheims nun kurz vor der Verwirklichung. Die Pfadi Gösgen hat mittlerweile die Finanzierung des Projekts sichern können. Insgesamt müssen rund 625'000 Franken aufgebracht werden. Allein die Gemeinde Niedergösgen steuert 180'000 Franken bei, wie die Gemeindeversammlung vom Dezember 2017 beschloss.

Rohbau ist bis im Dezember fertig

Weiter hat der Solothurner Regierungsrat am Dienstag über einen Antrag des Pfadiheim-Vereins beraten: Für den Neubau des Pfadiheims erhält der Verein einen Beitrag aus dem kantonalen Sportfonds in der Höhe von rund 45'000 Franken, lautet der Beschluss des Regierungsrats. Zusätzlich bekommt die Pfadi Gösgen Spenden und Sponsoring-Beiträge von Privatpersonen und lokalen Firmen. Auch am Strassenfest am vergangenen Wochenende rührte die Pfadi Gösgen nochmals die Spendentrommel.

«Das bisher gesammelte Geld reicht für die schlüsselfertige Hülle des neuen Pfadiheims aus», sagt Markus Spielmann, Präsident des Pfadiheim-Vereins. Damit ist der fertige Holzbau gemeint, der Innenausbau folgt später. An der ausserordentlichen Generalversammlung der Pfadi Gösgen am kommenden Samstag werde über den Antrag für den Baubeschluss abgestimmt: «Wir müssen noch einige Abklärungen machen. Aber unser Ziel ist es, im Oktober mit den Bauarbeiten zu beginnen», so Spielmann.

Der Holzbau soll dann bis anfangs 2019 stehen – «sofern die Baufirmen, der Holzbauer und das Wetter mitmachen». Der Innenausbau werde anschliessend zusammen mit den Pfadimitgliedern, deren Familien, freiwilligen Helfern und ehrenamtlich arbeitenden Handwerkern vollbracht.

Der zweckmässige Bau beinhaltet laut Pfadiheim-Verein Gruppenräume, ein Materiallager, WC-Anlagen sowie einen Aufenthaltsraum mit Küche. Der Dachstock könnte zum Massenlager ausgebaut werden. Das Heim soll künftig auch für Familien-, Firmen- oder Vereinsanlässe gemietet werden können. Das Land auf dem Inseli wird der Pfadi weiterhin kostenlos von der Bürgergemeinde Niedergösgen zu Verfügung gestellt.

Im März 2017 erteilte das kantonale Amt für Umwelt der Pfadi die definitive Baubewilligung. Nun sei bei der Pfadi Gösgen die Freude gross über den baldigen Baubeginn: «Langsam wurden wir ungeduldig, schliesslich mussten wir nun lange auf die Verwirklichung des neuen Heims warten», sagt Spielmann.