Die Schweizerische Post AG prüft, ob die Poststelle in Dulliken allenfalls in eine Agentur umgewandelt werden könnte. Darüber haben zwei Vertreter der Post im März an einer Gemeinderatssitzung informiert. Seither hat nur ein loser, schriftlicher Austausch mit der Post stattgefunden, wie Gemeindepräsident Walter Rhiner auf Anfrage erklärt.

Nun hat der Gemeinderat vergangene Woche im Rahmen des Dialogverfahrens seine offizielle Stellungnahme eingereicht. Die zentralen Argumente gegen eine Schliessung betreffen das Einzugsgebiet, die mangelnden Ausweichmöglichkeiten, die Rentabilität der Poststelle sowie die Nachteile einer Agenturlösung:

  • Das Einzugsgebiet der Poststelle Dulliken sei geografisch nicht auf das Gemeindegebiet beschränkt. Auch Einwohner aus Starrkirch-Wil und Obergösgen nutzten die Dulliker Filiale, ebenso wie Anwohner aus den Oltner Quartieren Wilerfeld, Knoblauch, Meierhof und Meisenhard. Nach Ansicht des Gemeinderats stellt die Filiale Dulliken somit die Grundversorgung für etwa 12'000 bis 15'000 Einwohner sicher.
  • Die Hauptpost in Olten sei keine echte Alternative: Einerseits herrsche zu den Hauptverkehrszeiten dichter Verkehr, was die Anreise für motorisierte Postkunden erschwere. Andererseits gäbe es im Umfeld der Hauptpost zu wenig Parkiermöglichkeiten. Beides sei auch für gewerbliche Kunden, die mit dem Lieferwagen vorfahren müssten, problematisch. Die Poststellen der umliegenden Gemeinden Däniken, Lostorf und Schönenwerd stellten ebenfalls keine Ausweichmöglichkeit dar, da die üblichen Verkehrströme der Dulliker Bevölkerung daran vorbei gingen.
  • Der Gemeinderat erachtet die Miete, die die Dulliker Filiale der Post Immobilien AG zu entrichten hat, als nicht marktkonform. Die überhöhten Mietkosten würden die Rentabilitätsrechnung der ansonsten gut frequentierten Poststelle verzerren.
  • Nach Ansicht des Gemeinderats könne eine Agentur den Versorgungsauftrag nicht in gleichem Masse erfüllen wie eine bediente posteigene Filiale mit entsprechender Infrastruktur.

Weiteres Vorgehen

Rhiner geht davon aus, dass die Post mit der Gemeinde das Gespräch suchen und sich zur eingereichten Stellungnahme äussern wird. Sollte im Zuge des Dialogverfahrens keine einvernehmliche Einigung zwischen Post und Gemeinde zustandekommen, erfolgt üblicherweise ein einseitiger Entscheid der Post.

Vom Schliessungsentscheid betroffene Gemeinden können daraufhin die Eidgenössische Postkommission anrufen. Diese überprüft, ob die Post einen angemessenen Dialog mit der Gemeinde geführt hat und ob trotz Schliessung die gesetzlichen Vorgaben bezüglich Erreichbarkeit eingehalten werden. Gemäss diesen Vorgaben müssen 90 Prozent der ständigen Wohnbevölkerung einen bedienten postalischen Zugangspunkt zu Fuss oder mit dem öffentlichen Verkehr innerhalb von 20 Minuten erreichen können.