Gefahr von oben
Erosion und Klimawandel: Eine weitere Strasse in Trimbach soll vor Steinschlägen geschützt werden

An der Hauensteinstrasse kommt es überdurchschnittlich häufig zu Steinschlägen. Nun reagiert die zuständige Behörde des Kantons. Die Gesuche für die Schutzbauten sind noch beim Solothurner Amt für Raumplanung hängig.

Felix Ott
Drucken
Zwischen Trimbach und Hauenstein wird im Sommer eine Felswand mit Steinschlagschutznetzen gesichert.

Zwischen Trimbach und Hauenstein wird im Sommer eine Felswand mit Steinschlagschutznetzen gesichert.

Bruno Kissling

An der Hauensteinstrasse in Trimbach oberhalb des Rankbrünneli kommt es überdurchschnittlich häufig zu Steinschlägen. Dies schrieb der Kanton in einer Mitteilung vergangenen Februar. Da die Gemeindegrenze Trimbachs und Hauenstein-Ifenthal durch das betroffene Gebiet geht, wurde im April in beiden Gemeinden ein Baugesuch für eine Hangsicherung und Schutzbauten publiziert.

Bereits vor rund zwei Monaten hat Trimbach grünes Licht für Steinschutznetze oberhalb der Baslerstrasse gegeben. Und auch im Stüsslinger Chliflüehli wurden kürzlich Sicherheitsmassnahmen an einer Felswand ergriffen.

Grund für die häufigen Steinschläge sei das Juragestein, welches leicht erodiere, wie Andrew Walker, Projektleiter Strassenbau beim Kanton Solothurn, mitteilt. Durch den hohen Kalkanteil sei das Gestein anfällig für Witterungsschäden. Aber auch die Klimaerwärmung trage ihren Teil zur Problematik bei. Durch die Trockenheit seien auch Wurzeln der Bäume trockener und würden früher nachgeben.

Bröckeliger Jurakalk und lose Brocken: Die Strecke stellt für Autofahrende eine Gefahr dar.

Bröckeliger Jurakalk und lose Brocken: Die Strecke stellt für Autofahrende eine Gefahr dar.

Bruno Kissling

Schutznetze und abgedeckte Felsen sollen helfen

Die Felswand bei der Hauensteinstrasse befindet sich sehr nahe an der Strasse. Um die Stelle für Passierende sicherer zu machen, sollen nun Schutznetze angebracht sowie Massnahmen am Felsen, wie etwa Felsreinigung und Netzabdeckung, umgesetzt werden.

Doch die beiden Baugesuche seien noch beim Kanton hängig, so Walker. Da sich die Gefahrenstelle und deren Schutzmassnahmen ausserhalb der Bauzone befinden, müssen die Gesuche zusätzlich beim kantonalem Amt für Raumplanung geprüft werden. Daher ist auch der Zeitplan für die Baumassnahmen noch nicht bekannt.

Die Baukosten werden sich aber laut Walker auf rund 450'000 Franken belaufen, wovon rund ein Viertel vom Bund übernommen wird. Auf die beiden Gemeinden falle demnach nichts zurück.

Sobald die Baubewilligung erteilt werde, könne mit der Detailplanung begonnen werden. Auch mögliche Strassensperrungen werden dann angeschaut. Wenn immer möglich soll die Strasse nur einspurig gesperrt werden, da auch der Bus weiterhin durchkommen müsse. Komplettsperrungen werden laut Walker möglichst kurzgehalten.

Aktuelle Nachrichten