Beatrice Niederhauser, Präsidentin der Musikgesellschaft Trimbach, nahm am Frühlingskonzert im Mühlemattsaal in Trimbach kein Blatt vor den Mund: «Letztes Jahr kritisierte ein Politiker aus Olten, dass niemand von den Trimbacher Behörden ans Frühlingskonzert gekommen sei. Es wäre schön, wenn unser Aufwand mit Anwesenheit geschätzt würde.»

Um es anders auszudrücken: Das neu in «Frühlingsfest» umbenannte Traditionskonzert der Musikgesellschaft Trimbach verlief sehr familiär. Etwa 80 Personen hatten am Samstagabend den Weg in den Mühlemattsaal gefunden – dies zur grossen Freude des Musikvereins, der noch im Vorjahr vor deutlich weniger Leuten gespielt hatte. Um wieder mehr Publikum anzuziehen, war das Konzept dieses Jahr geändert worden. Zu Gast war heuer das Sennechörli Bärgröseli Niederamt.

Der sechsköpfige Jodlerchor setzte denn auch einen gelungenen Kontrapunkt zur Blasmusik der Musikgesellschaft. Lieder wie «Bluemestrüssli» und «Häb Freud am Läbe» vermittelten trotz des Hudelwetters draussen Frühlingsstimmung und vermochten auch die jüngeren Herzen, die dem Volkstümlichen nicht so nahe standen, zu berühren.

Die Musikgesellschaft unter der musikalischen Leitung von Heinz Jäggi hatte zuvor das Konzert eröffnet. Nach einem etwas verhaltenen Start gewann sie zusehends an Fahrt und begeisterte die Anwesenden insbesondere mit Klassikern wie «Lambada», «Dr Schacher Seppli» und «Sierra Madre del Sur». Zu Letzterem wurde wie gewohnt mitgeschunkelt und -gesungen, und die Feuerzeuge glimmten, was das Zeug hielt.

Heimlicher Star des Abends war indes René Lüthi, der mit trockenem Humor durch das Programm führte und sich dabei immer wieder selbst auf die Schippe nahm. Die Stimmung im Saal war dementsprechend locker. Der enthusiastische Applaus, der den musikalischen Darbietungen galt, wurde schliesslich mit zwei Zugaben belohnt. Mit dem San-Carlo-Marsch klang das Konzert schwungvoll aus.

MG will dem Dorf etwas bieten

Während die eine oder der andere am Gabentisch seine Tombolagewinne ausfindig machte oder sich an Wienerli mit Kartoffelsalat gütlich tat, bedauerte Präsidentin Bea Niederhauser erneut die fehlende Mitwirkung vonseiten der Trimbacher: «Wir würden es begrüssen, wenn mehr Leute ans Konzert kämen.»

Nachdem der Anlass vergangenes Jahr «ganz leid» besucht gewesen sei, habe sich die Musikgesellschaft überlegt, ob sie das Konzert überhaupt durchführen wolle, da der Aufwand und die damit verbundenen Kosten enorm seien. Dennoch habe sie beschlossen, dass sie dem Dorf etwas bieten wolle. Das sei sie insbesondere den Passivmitgliedern schuldig.