Winznau
Garagenbesitzer nach Brand: «Ein Teil meines Lebenswerks ist verbrannt, das tut mir weh»

Der bekannte Winznauer Auto-Tuner Ueli Anliker hat ein unruhiges Osterwochenende hinter sich. Ein Teil seines Autospritzwerks ist in der Nacht auf Samstag völlig ausgebrannt. Er denkt aber bereits an die Zukunft.

Fabian Muster
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Brand in Winznau
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Ein Teil des Gebäudes ist in der Nacht auf Samstag völlig ausgebrannt
Am Karfreitag um 23.12 Uhr ging bei Anlikers Handy der Brandmeldealarm ein.
Dass das Feuer nicht auf die Garage übergreifen konnte, ist den Vorsichtsmassnahmen von Anliker zu verdanken.
Die Feuerwehr verschaffte sich an der Gösgenstrasse gewaltsam Zugang.
Die Feuerwehr konnte den Brand löschen, aber der Verlust ist trotzdem gross.
Die Werkstatt ist ausgebrannt.
Der Sachschaden beträgt mehrere 100 000 Franken
Die Brandursache wird derzeit von den Spezialisten der Kantonspolizei ermittelt.
Als Brandursache infrage kommen ein technischer Defekt, Fahrlässigkeit oder Brandstiftung.
Anliker hat vor die ausgebrannte Malerei abzureissen und neu aufzubauen.
Laut dem Garagenbesitzer befindet sich der grosse Fahrzeugbestand in Sicherheit

Brand in Winznau

Fabian Muster

Es geht pressant zu im Büro von Ueli Anliker. Der bekannte Auto-Tuner aus Winznau hängt fast dauernd am Handy: Versicherung, Offertanfragen für eine neue Autoeinbrennkabine oder Kollegen, die vernommen haben, dass es beim ihm übers Osterwochenende gebrannt hat.

«Ja, es tut mir weh, dass ein Teil meines Lebenswerks verbrannt ist», sagt der 58-jährige Anliker zwischen zwei Telefonaten.

Er hätte in der ausgebrannten Malerei 40 Jahre gearbeitet, unter anderem ist dort ein Teil des 10 Millionen teuren McLaren SLR 999 – Red Gold Dream entstanden. Doch für den «Selfmademan», wie er sich selbst nennt, ist das nur ein kleiner Rückschlag – er schaut bereits in die Zukunft.

Zur Person

Auto-Tuner und Selfmademan

Der 58-jährige Ueli Anliker ist in der Auto-Tuning-Szene eine bekannte Grösse und wurde wegen seines «Goldautos» auch in breiteren Kreisen wahrgenommen. In mehr als 30 000 Arbeitsstunden hat der Winznauer Selfmademan einen «McLaren SLR 999 – Red Gold Dream» gebaut. Bestandteil des 10-MillionenAutos sind fünf Kilo Gold und über 600 Rubine. Ob er das zum Verkauf ausgeschriebene Auto noch besitzt oder es beim Brand Schaden genommen hat, will Anliker aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen.

«Ich habe vor, die ausgebrannte Malerei abzureissen und neu aufzubauen.» Wie eingangs erwähnt, hat er die ersten Anfragen für Offerten gleich am Dienstag gestartet.

Malerei war vermietet

Rückblick: Am Karfreitag um 23.12 Uhr geht bei Anlikers Handy der Brandmeldealarm ein. «Ein Minute später habe ich Feuerwehr und Polizei schon verständigt gehabt.»

Die Feuerwehr verschafft sich – weil anscheinend kein Schlüssel vorhanden war – gewaltsam Zugang zum angebauten und vermieteten Autospritzwerk im hinteren Teil des grossen Wohn- und Geschäftsgebäudes an der Gösgerstrasse und löscht den Brand.

Zur gleichen Zeit will das Ehepaar Anliker Fahrzeuge aus der davor liegenden Garage in Sicherheit bringen. Bis auf ein Spezialfahrzeug gelingt dies aber nicht, weil es die Einsatzkräfte aus Sicherheitsgründen verbieten. Anlikers Frau muss danach wegen des eingeatmeten Rauchs zur Kontrolle ins Spital. Ueli Anliker berichtete dazu am Dienstag, dass der grosse Fahrzeugbestand sich in Sicherheit befände, mehr wolle er aus ermittlungstaktischen Gründen aber nicht sagen.

Die Brandursache wird derzeit von den Spezialisten der Kantonspolizei ermittelt. Infrage kommen ein technischer Defekt, Fahrlässigkeit oder Brandstiftung. Der Sachschaden beträgt mehrere 100 000 Franken. Dass das Feuer nicht auf die Garage übergreifen konnte, ist den Vorsichtsmassnahmen von Anliker zu verdanken. Die Verbindungstür zwischen der ausgebrannten Malerei und seiner Garage ist brandgesichert.

Überall sind zudem Videokameras und Brandmeldeanlagen installiert.
Die nun ausgebrannte Werkstatt war vermietet seit zweieinhalb Jahren, der Vertrag aber per Ende März von der Mieterpartei gekündigt worden. Am Dienstag hätte die Übergabe geregelt werden sollen.

Der Geschäftsführer der Autolackiererei will sich aber zum Vorfall nicht gross äussern und seinen Namen auch nicht in der Zeitung lesen. Er will nur vermerkt haben, dass Ueli Anliker sehr wohl im Besitz der Schlüssel zur Malerei gewesen wäre und die Feuerwehr sich nicht gewaltsam hätte Zutritt verschaffen müssen.