Das Wettkampf- und Festgelände des Kantonalturnfestes nimmt langsam Form an: Auf dem Areal der Kreisschule Mittelgösgen wird seit über einer Woche fleissig gearbeitet. Mit Unterstützung der regionalen Zivilschutzorganisation Niederamt und von Freiwilligen aus den Trägervereinen ist das Organisationskomitee daran, die gesamte Infrastruktur für das nur alle sechs Jahre stattfindende Turnfest bereitzustellen.

Markus Gisiger, im Organisationskomitee für das Ressort Bau verantwortlich, ist nach einer intensiven Aufbauwoche zufrieden mit dem Stand der Arbeiten – obwohl er zugibt, den Aufwand ein wenig unterschätzt zu haben: «Vor allem das Aufrichten der beiden grossen Zelte gab mehr zu tun als erwartet».

Kein Wunder angesichts der Dimensionen: Das Festzelt misst 30 mal 65 Meter, das Turnzelt auf dem roten Platz 30 mal 50 Meter. Letzteres weist mit 8 Metern eine aussergewöhnliche Höhe auf. Diese ist nötig, weil hier Indiaca und Volleyball gespielt wird.

Das grosse Festzelt (l.) und das Turnzelt auf dem roten Platz (r.) wurden bereits aufgestellt, ebenso das WM- und das Party-Zelt (oben l.) sowie die Tribüne (m.).

Das grosse Festzelt (l.) und das Turnzelt auf dem roten Platz (r.) wurden bereits aufgestellt, ebenso das WM- und das Party-Zelt (oben l.) sowie die Tribüne (m.).

Gisiger ist froh um die Unterstützung des Zivilschutzes: Rund 35 Dienstleistende sind täglich von 8 bis 17 Uhr im Einsatz. Im Anschluss daran folgt ein zweiter Arbeitsblock, der bis weit in die Abendstunden dauert. Hier werden Helfer aus den Trägervereinen der umliegenden Gemeinden aktiv. Die Zusammenarbeit im Team und die Stimmung sei gut, sagt Gisiger. Nur so sei es möglich, die anstehenden Arbeiten zu bewältigen: Allein in der ersten Aufbauwoche wurden 150 Tonnen Material verbaut. Daraus entstanden sind acht Zelte und eine Tribüne. «Der Aufbau war happig – richtige Knochenarbeit!», fasst Gisiger die letzten Tage zusammen.

Aufbau und Schulbetrieb parallel

Auch Rainer Siegenthaler blickt mit einiger Genugtuung auf die erste Woche zurück: «Ich bin sehr zufrieden. Alles läuft nach Fahrplan!» Der Verantwortliche für das Ressort Infrastruktur kennt das Festgelände wie seine Westentasche: Seit 18 Jahren ist er Leiter der technischen Dienste bei der Kreisschule und hat sogar lange Zeit auf dem Areal gewohnt.

Seine Ortskenntnisse und sein Wissen über die technischen Möglichkeiten haben die Planung des Turnfestes wesentlich erleichtert. Hilfreich ist sicher auch, dass Siegenthaler schon von Berufes wegen in Kontakt zur Schulleitung steht. Der Aufbau der Infrastruktur für das Turnfest geschieht nämlich parallel zum laufenden Schulbetrieb. Für ein reibungsloses Nebeneinander ist es unerlässlich, dass eine minuziöse Absprache zwischen Organisationskomitee und Schulleitung stattfindet und Informationen frühzeitig weitergegeben werden, erklärt Siegenthaler und ergänzt: «Am wichtigsten ist gegenseitige Toleranz!»

Abwechslungsreiches Programm

Die Aufbauarbeiten laufen diese Woche weiter. Bis zur Eröffnung am Freitagabend muss die gesamte Infrastruktur bereitstehen. An den beiden Festwochenenden werden 12'000 Besucher erwartet – die 6600 angemeldeten Turner nicht eingerechnet. 216 Vereine werden teilnehmen, davon 41 Gastvereine aus der ganzen Schweiz. 4900 Personen haben sich für eine Reise per öV angemeldet. Ein Shuttle-Bus wird regelmässig vom Bahnhof Olten zum Festgelände fahren.

Als Übernachtungsmöglichkeit stehen 1200 Plätze in Hallen und Zivilschutzanlagen zur Verfügung sowie ein rund 9000 m2 grosser Zeltplatz. Nebst den 16 Wettkämpfen in verschiedenen Alters- und Stärkeklassen werden die üblichen Rahmenveranstaltungen wie die Volley-Night oder die Vereinsstafette angeboten. Zum Unterhaltungsprogramm gehören Live-Musik und die Übertragung von WM-Spielen der Schweizer Nationalmannschaft.

Als Besonderheit gibt es am ersten Wochenende die sogenannten «Fun-Games»: Bei Spielen wie Fussball-Dart und Menschen-Fussballkicker können sich die jungen Turner nach dem Wettkampf austoben. Eröffnet wird das Kantonalturnfest traditionellerweise mit der Fahnenübergabe: dieses Mal vom Organisationskomitee 2012 aus Balsthal an das Komitee 2018 aus Gösgen.