Däniken

Fussballspielerin sieht den FC Aarau als neue Herausforderung

Svenja Zengaffinen auf einem der Fussballplätze neben der Däniker Erlimatthalle. Hier hat sie als Juniorin gekickt.

Svenja Zengaffinen auf einem der Fussballplätze neben der Däniker Erlimatthalle. Hier hat sie als Juniorin gekickt.

Die Dänikerin Svenja Zengaffinen spielt seit ihrem vierten Lebensjahr Fussball, seit 2013 für den FC Basel. Nun hat sie ihren langjährigen Verein verlassen und zum FC Aarau gewechselt.

«Angefangen hat alles hier», sagt Svenja Zengaffinen und zeigt auf die Fussballplätze bei der Däniker Erlimatthalle. An diesem Ort hat sie als kleiner Knirps ihre Leidenschaft für das Spiel mit dem runden Ball entdeckt. «Mein Vater hat mich damals mit auf den Platz mitgenommen», blickt die heute 19-Jährige zurück. Als F- und E-Juniorin wurde sie gar von ihm trainiert. Das sei eine tolle Erfahrung gewesen, meint Zengaffinen heute.

Von da an hat sie das Spiel nicht mehr losgelassen: Teamwechsel und Aufgebote für regionale und nationale Auswahlen folgten. 2013 rief der FC Basel. Die Mittelfeldspielerin folgte dem Ruf. Bis vor kurzem spielte sich ihr Leben hauptsächlich in der Stadt am Rhein ab. Sie besuchte dort zuerst die Sekundar- und dann die Wirtschaftsmittelschule für Sportler in Reinach BL und ging zwischen den Lektionen ins Training auf dem FCB-Campus. Weil die Schüler solcher Sportschulen mehr Zeit für ihren Sport aufwenden und ihnen daher weniger für die Schule bleibt, dauern Sportschulen ein Jahr länger.

Highlight: Champions League

Am Anfang ist Zengaffinen zwischen Däniken, ihrem Wohnort, und Basel hin und her gependelt. Dann zog sie zuerst zu einer Gastfamilie und im Anschluss ins FCB-Wohnhaus. Hin und wieder ist sie auch in Däniken, wo ihre Familie immer noch wohnt, anzutreffen.

Im Sommer 2018 wechselte sie von der U19 des FCB in die erste Mannschaft der Basler Frauen. Dort trainierte sie, wie bereits vorher, sechs Mal in der Woche, dienstags und donnerstags jeweils zweimal. Ein typischer Tag sah denn auch so aus, dass sie morgens die Schulbank drückte, von 10 Uhr bis 12 Uhr ins Training ging, am Nachmittag bis um 15 Uhr wieder die Schule besuchte und am Abend nochmals trainierte. Zengaffinen: «Ja, manchmal ist die Doppelbelastung gross. Aber sie ist auch ein guter Ausgleich. Ich brauche nämlich beides, die Schule und den Fussball.» Wenn sie nicht mit Freude und Leidenschaft dabei wäre, hätte sie schon längst aufgehört.

Das Team spielt in der höchsten Schweizer Liga, der Nationalliga A. «Ich wusste von Anfang an, dass es nicht einfach wird, mich als junge Spielerin aufzudrängen, die erst gerade von der U19 zum Team gestossen ist.» So stand sie in der Vorrunde der aktuellen Saison nur einmal auf dem Platz. Trotzdem kann sie bereits auf ein ganz grosses Ereignis in ihrer Karriere zurückblicken: Im August spielte die Frauenmannschaft um die Qualifikation für die Champions League. In der Gruppenphase traf das Team auf den montenegrinischen Club ŽFK Breznica, den FC Kiryat Gat aus Israel und den serbischen Verein ŽFK Spartak Subotica. Im Spiel gegen den Club aus Montenegro wurde Zengaffinen in der Halbzeit eingewechselt. «Das war das Highlight meiner bisherigen Karriere.»

Saisonziel: Aufstieg in die NLA

Zur Sport-WMS gehört neben dreienhalb Jahren Schule auch ein Praktikum, das eineinhalb Jahre dauert. «Es war schwierig, eine Firma zu finden, die die Sportlösung unterstützt. Denn auch im Praktikum wird der Trainingsbetrieb weitergehen. Die Dänikerin hat schliesslich eine Stelle bei der Firma «the same productions & films» in Binningen BL gefunden. Das Unternehmen realisiert Filmprojekte, Stadt-Krimis und eigene Theaterproduktionen.

Nicht nur in beruflicher, sondern auch in sportlicher Hinsicht hält das Jahr 2019 neue Optionen für Zengaffinen bereit: In der Winterpause wechselte die Dänikerin zum FC Aarau, von welchem sie im Winter ein Angebot erhielt, in die Nationalliga B. «Ich habe Lust, zu spielen, und das will ich beweisen». Seit zwei Wochen trainiert sie nun mit dem aargauischen Club. Das erste Ligaspiel ist für Mitte Februar angesetzt. «Wir streben diese oder spätestens nächste Saison den Aufstieg an», sagt die 19-Jährige über ihren neuen Club. Sie sieht den Wechsel als neue Herausforderung, mit dem sie sich auch wieder für die Nati A aufdrängen will.

Ihr grosses Vorbild ist der französische Stürmer Antoine Griezmann, der aktuell beim spanischen Verein Atlético Madrid unter Vertrag steht. «Ich bin fasziniert von seinem Spielwitz und der Art, wie er Fussball spielt», erklärt die Zentrumsspielerin, die grosse Unterschiede sieht zwischen dem Frauen- und dem Männerfussball. «Das kann und darf man nicht vergleichen. Ich denke, es ist bei den Männern schwieriger, an die Spitze zu kommen, weil halt viel mehr Männer Fussball spielen. Andererseits erhalten sie schon viel früher Unterstützung und werden auf eine andere Art gefördert als wir Frauen.» Sie kann sich vorstellen, irgendwann im Ausland Fuss zu fassen. Ein grosser Traum sind Länder wie Frankreich, Amerika oder England.

Autor

Rahel Bühler

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