Der Verein «Niederamt ohne Endlager» (NoE) liess sich zum Entscheid der Nagra, den Standort Jura-Südfuss von der Liste für mögliche Endlager zu streichen, wie folgt vernehmen: «Mit unglaublicher Erleichterung» nehme man diesen Entscheid auf. Sieben Jahre Widerstand hätten sich gelohnt. «Ich persönlich kann bis heute nicht nachvollziehen, wie diese Region je in den Planungen des Bundes auftauchen konnte, weil sie sich in keiner Weise für ein Endlager eignet», erklärt Vereinspräsident und Kantonsrat Urs Huber dazu.

Im Niederamt herrsche eine grosse Bevölkerungsdichte, für die Bevölkerung wäre ein Endlager «eine grosse Belastung» geworden. «Schon zu Beginn war klar, dass diese Region nicht wegen ihrer besonders sicheren Begebenheiten ausgewählt wurde, sondern weil man in Bern wohl wenig Widerstand erwartete. NoE ist es gelungen, dieses Image einer Region, der man alles aufdrücken kann, zu zerstören. Unter anderem mit einer politisch breit abgestützten ersten Kundgebung im eiskalten Januar 2009 auf dem Obergösger Dorfplatz», heisst es weiter.

Nur aus politischen Gründen sei man in diesen Prozess geraten, und aus politischen Gründen sei man wieder draussen. Spätestens im Jahr 2011, als sich 80 Prozent der Niederämter Bevölkerung im Rahmen einer sozioökonomischen Studie gegen ein Endlager ausgesprochen habe, «hätte es allen klar sein müssen, dass hier kein Blumentopf zu gewinnen war», heisst es im Communiqué weiter. Huber selbst wirft dem Kanton vor, kein verlässlicher Partner gewesen zu sein. Zusammen mit der Regionalkonferenz Jurasüdfuss habe er «die teils wirklich abstrusen Verfahrensvorgaben mitgetragen», so das Communiqué.

«Wein – aber kein Champagner»

Glaubt Huber denn, dass das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi) den Entscheid der Nagra noch umstossen könnte? «Wenn dies der Fall wäre, hätte ich jedes Vertrauen in die entsprechenden Behörden verloren», hält er auf Nachfrage dieser Zeitung fest. Er hofft, «dass die Sache nun wirklich vom Tisch ist». Zeit zu feiern also? «Sagen wir es so: Um eine Champagnerflasche zu öffnen, ist es noch zu früh. Aber eine Flasche Wein können wir uns schon mal gönnen», lacht er.

Denn: Für die Auflösung des Vereins sei es noch zu früh. «Solange das Ensi die Beurteilungen der Nagra überprüft, bleibt der Verein NoE sicher bestehen. Wir werden das Ganze genau beobachten, bis ein definitiver Entscheid da ist. Wir gehen quasi auf Standby-Modus, sicher ist sicher», hält Huber fest. Und: «Das Auftauchen einer komplett neuen Verfahrensvariante würde mich keineswegs überraschen», zeigt er sich skeptisch.