Projekt

Für ein Nebeneinander von Natur und Mensch: «Öisi Aare» zieht positive Bilanz

Zwei Oltech-Mitarbeiter räumen Abfall am Aareufer weg.

Zwei Oltech-Mitarbeiter räumen Abfall am Aareufer weg.

Die Massnahmen in diesem Jahr des Niederämter Projekts «Öisi Aare» zeigen ihre Wirkung. Trotzdem steigen die Abfallmengen weiter.

Die von der Gemeindepräsidentenkonferenz Niederamt eingesetzte Projektgruppe «Öisi Aare» im Aareraum Niederamt zieht für die Sommersaison dieses Jahres eine gute Bilanz. Ziele der Projektgruppe sind, ein Nebeneinander von Mensch und Natur zu ermöglichen, der Schutz der Anwohner und eine Sensibilisierung auf die Hochwassergefahren. «Die Massnahmen zeigen klar Wirkung», erzählt Daniel Gubler, Präsident der Projektgruppe und Gemeindepräsident von Winznau.

Ein wichtiger Teil der Massnahmen, die dieses Jahr getroffen wurden, sind die Oltech-Mitarbeiter, die während der gesamten Outdoor-Saison eingesetzt wurden. Diese wurden mit speziellen «Öisi Aare»-Westen ausgerüstet, um die Marke zu fördern und die Leute auf das Projekt zu sensibilisieren. Ein weiterer Grund für die Westen: «Wir wollten zwei Aussagen verstärken. Erstens: Wir tun etwas. Zweitens: Das Naherholungsgebiet Aare ist uns wichtig», sagt Gubler. Zwischen Juni und Oktober hatte die Oltech den Auftrag, an insgesamt 20 Arbeitstagen und mindestens alle zwei Wochen den Projektperimeter zwischen Winznau und Erlinsbach abzulaufen und den Abfall einzusammeln.

Weniger Littering an der Aare

Weitere Massnahmen waren Presseberichte, der Ersatz der Plakate mit neuen Sujets, die Ergänzung der Plakatstellen und Abfallfässer im Gebiet. Laut Gubler wurden vor allem die Fahrverbote besser beachtet, wozu die Informationskampagnen und Polizeikontrollen geführt haben.

Obwohl die Abfallmengen trotz der Massnahmen nicht abgenommen haben, ist Gubler überzeugt, dass man auf dem richtigen Weg ist. Denn die Abfallmengen würden steigen, weil das Gebiet stärker frequentiert und genutzt werde. «Ein Nachlassen bei den Bemühungen wäre also falsch, weil wir sonst unmittelbar wieder zu den früheren Zuständen, zusätzlich verstärkt durch die höhere Nutzung, zurückfallen würden», so der Präsident der Projektgruppe.

Lassen Leute vermehrt Müll liegen, da sie wissen, dass ihn eh jemand wegräumt? «Genau das Gegenteil ist der Fall. Liegt nämlich Abfall herum, ist die Hemmschwelle tiefer, seinen Abfall ebenfalls achtlos auf den Boden zu werfen. Ist das Erscheinungsbild ordentlich, steigt diese Hemmschwelle merklich.» Es sei klar feststellbar, dass weniger Littering vorkomme und die Leute ihren Abfall in den Abfallbehältern deponierten. Aber: «Besucher nehmen ihren Abfall nicht mehr mit zurück nach Hause, dafür ist man vermutlich zu bequem. Sind die Fusswege länger, tragen wir auch weniger mit uns mit», so Gubler.

Projekt wird weitergeführt

Für das nächste Jahr ist sich die Arbeitsgruppe einig, dass das Projekt im gleichen Rahmen weitergeführt werden soll. «Persönlich freue ich mich über diese Absichtserklärung. Sie zeigt, dass das bisher Erreichte als Erfolg erkannt wird und dass Massnahmen als notwendig erachtet werden», sagt Gubler. Die nächsten Schritte werden sein, die definitiven Zusagen der Gemeinden abzuholen. Ausserdem wolle man die Verantwortlichkeit des Kantons bezüglich Hochwasserschutz und Renaturierung prüfen: «Wir stellen fest, dass zwischen dem Nutzungskonzept bei den Projekten Emme und Aare grosse Unterschiede bestehen. Wir klären, warum dem so ist und ob eine Angleichung einzufordern ist.»

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