Die Vorbereitungen für die nächsten Schlossspiele Falkenstein in Niedergösgen haben begonnen. Wie schon 2016 kommt auch dieses Mal wieder ein Stück von William Shakespeare auf die Bühne: Mit «Ein Sommernachtstraum» will Regisseurin Käthi Vögeli das Publikum verzaubern. Die Freilichtaufführungen finden vom 9. August bis zum 1. September 2018 statt.

Wer immer schon von einem Auftritt in einem Shakespeare-Klassiker geträumt hat, bekommt in Niedergösgen die Gelegenheit. Die Castings finden noch diesen Monat statt. Wie viele Darsteller am Ende für das Stück verpflichtet werden, ist noch unklar. Denn der Bühnenwald mit seinen Elfen und Kobolden lässt sich mehr oder weniger ausbauen und somit dem Ensemble anpassen. «Aber mein Wunsch wäre schon, auf 35 Personen zu kommen», gibt Vögeli zu.

Für jeden etwas dabei

Die Anforderungen an die Schauspieler variieren. Wegen der reichen Rollenvielfalt kann auch eine grosse Erfahrungsvielfalt bedient werden. «Von viel Bühnenerfahrung bis hin zu wenig oder gar keiner ist für jeden etwas dabei», erklärt die Regisseurin. Es gebe Rollen mit viel Text, daneben aber auch kleinere Sprechrollen oder solche ohne Text. Auch Tänzerinnen und Tänzer sind gefragt. Die Bewegungsabläufe werden mit einer professionellen Tanzchoreografin einstudiert. Die Tanzrollen können mit Akrobatik kombiniert werden, und auch bei diesen gibt es sowohl Sprech- als auch Statistenrollen.

Was also braucht ein Schauspieler oder eine Schauspielerin, um bei den Schlossspielen mitzuwirken? «Den Willen, auf die Bühne zu gehen und gemeinsam etwas zu erschaffen», erklärt Vögeli. Mit dieser Bereitschaft und der Freude am Spielen könne man aus jedem etwas herausholen. Für Theateraffine, die nicht im Rampenlicht stehen wollen, gibt es weitere Aufgaben hinter der Bühne, im Nähatelier oder beim Bühnenbau engagieren.

Shakespeare auf Schweizerdeutsch

Adi und Ueli Blum übersetzen das Stück direkt aus dem Englischen in eine schweizerdeutsche Fassung. Analog zu Shakespeares Stück wird auch in der schweizerdeutschen Version die selbe Versform verwendet. «Das gibt dem Stück etwas Ungewohntes und eine tolle Qualität», findet Käthi Vögeli. Bereits bei den letzten Schlossspielen 2016, an denen «Romeo und Julia» aufgeführt wurde, übersetzten Adi und Ueli Blum das Stück.

Auch die Musik soll im Stück einen hohen Stellenwert einnehmen. «Die Musik ist im Theater ein extrem wichtiges Gestaltungsmittel», so Käthi Vögeli. Der Oltner Musiker Fabian Capaldi komponiert diese eigens für die Niedergösger Schlossspiele 2018. Das Ziel: Die musikalische Begleitung des Stücks soll wie Filmmusik wirken.

Fasziniert von Shakespeares Brillanz

Sie übernehmen nächstes Jahr zum zweiten Mal die Regie der Schlossspiele. Gibt es etwas, das Sie dieses Mal anders machen?

Käthi Vögeli: Anders wird es sowieso, da es sich um ein neues Stück handelt. Ansonsten gibt es nichts, das ich ändern würde. Beim letzten Mal ist alles gut gegangen, die Vorführungen haben viel Anklang gefunden. 

Worum geht es im neuen Stück?

Shakespeares «Sommernachtstraum» handelt von einer leidenschaftlichen Sommernacht, die alles enthält, was das Leben ausmacht. Es wird eine zeitgemässe Inszenierung mit spannungsvoller Musik und Tanz, mit frechem Witz, verspielter Poesie und wilder Leidenschaft. Das Stück ist ein Verwirrspiel um Liebe und Vernunft, irgendwo zwischen Traum und Wirklichkeit.

Weshalb haben Sie sich mit «Ein Sommernachtstraum» erneut für ein Shakespeare-Stück entschieden?

Einerseits ist es die Faszination, die ich für Shakespeares Brillanz empfinde. Sie ist unübertroffen. Andererseits arbeiten die Übersetzer Adi und Ueli Blum exklusiv mit Shakespeare-Stücken. Auch lässt die Location nicht alle Stücke zu.

Was zeichnet den Schlosshof als Kulisse aus?

Der Fels im Schlosshof gefällt mir unglaublich. Deshalb habe ich die Blickrichtung für das Publikum geändert. Früher blickte das Publikum an eine Wand mit Tor, nun blickt es zum Felsen. Aber auch das Tor ist noch zu sehen. So wird das von Menschenhand Geschaffene mit der Natur verbunden, was für das Publikum neue Assoziationen zulässt und eine neue Atmosphäre kreiert.