Gretzenbach

Frisches Wasser dank neuem Brunnen – Bau des Pumpwerks im Aarenfeld hat begonnen

Mit dem Bau des Pumpwerks im Aarenfeld in Gretzenbach erhält das Niederamt eine neue Grundwasserfassung. Am Montag ging es mit den Bauarbeiten los.

Alles stand am Montagnachmittag bereit, um die Bohrung für das neue Grundwasserpumpwerk Aarenfeld in Angriff zu nehmen. Alles, bis auf die Hauptakteurin: Die Verrohrungsmaschine, die benötigt wird, um die Bohrrohre in den Boden zu treiben, war noch nicht da. Auf dem Weg von ihrem letzten Einsatzort in Dänemark zu ihrem neuen Bestimmungsort in Gretzenbach ist die Maschine am Basler Zoll hängengeblieben.

So wurde gestern der offizielle Baustart ohne eigentliche Brunnenbohrung begangen. Die transportbedingte Verzögerung ändert aber nichts daran, dass es mit dem Bau des neuen Pumpwerks – und damit mit der Umsetzung des regionalen Wasserversorgungsplans Olten Gösgen (siehe Kontext) – endlich so richtig losgeht.

Geplant ist im Aarenfeld eine Grundwasserfassung, die dereinst bis auf eine Förderleistung von 10'000 Litern pro Minute ausgebaut werden könnte. Alle Installationen werden deshalb bereits heute so angelegt, dass ein künftiger Ausbau problemlos möglich ist. Dementsprechend fallen die Dimensionen aus: Das Bohrloch wird einen Durchmesser von zwei Metern aufweisen und rund 30 Meter tief in den Untergrund reichen. Der Bau eines Trinkwasserbrunnens dieses Ausmasses liegt im Kanton Solothurn bereits 25 Jahre zurück.

Bis Ende September soll der Brunnen so weit fertiggestellt sein, dass im Oktober erste Pumpversuche durchgeführt werden können. Die Versuche dienen dazu, die Grösse der Schutzzone abzuschätzen, die um die Grundwasserfassung gelegt werden muss. Ausserdem werden Untersuchungen vorgenommen, um die chemische und bakteriologische Qualität des Wassers zu bestimmen. Anschliessend wird um den Brunnen herum das eigentliche Pumpwerkgebäude errichtet.

Der zweigeschossige Bau wird etwa 3 Meter in die Höhe ragen und eine Grundfläche von zirka 12 mal 12 Metern aufweisen. Geplant ist, das Pumpwerk im Oktober 2019 in Betrieb zu nehmen. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf ungefähr vier Millionen Franken. Bauherrin ist die am 1. Januar 2017 gegründete Wasserversorgung Unteres Niederamt (WVUN), an der die beiden Gemeinden Schönenwerd und Gretzenbach anteilsmässig beteiligt sind.

Versorgungsplan wird umgesetzt

Verschiedene Entwicklungen gaben den Ausschlag für den Neubau des Grundwasserpumpwerks Aarenfeld. Erstens stehen Schönenwerd und Gretzenbach seit drei Jahren ohne eigene Wasserversorgung da. Aufgrund des Baus des Eppenbergtunnels musste nämlich das Schönenwerder Pumpwerk Spitzacker, das bisher die beiden Gemeinden mit Trinkwasser versorgt hatte, stillgelegt werden. Seither wird das Wasser aus Aarau bezogen. Zu diesem Zweck wurde zwischen Schönenwerd und Aarau eine Verbindungsleitung gelegt. Diese ist gleichzeitig Teil des regionalen Wasserversorgungsplans Olten Gösgen.

Zweitens sieht ebendieser Plan vor, im Niederamt zwei neue Grundwasserfassungen zu errichten. Angedacht sind hierfür zwei Standorte: Einer im Obergösger Schachen und einer im Gretzenbacher Aarenfeld. Sie sollen den künftigen zusätzlichen Wasserbedarf decken, der wegen der Stilllegung nicht mehr gesetzeskonformer Wasserfassungen und aufgrund des Bevölkerungswachstums entstehen wird.

Die Fördermenge von 10'000 Litern pro Minute soll dabei gemäss Plan auf die beiden Pumpwerke verteilt werden. Da aber noch offen ist, ob dereinst im Schachen überhaupt ein neues Pumpwerk gebaut wird, ist die Anlage im Aarenfeld so konzipiert worden, dass sie allein bereits die benötigte Menge fördern könnte. Vorerst wird für das Pumpwerk, an dem nun gebaut wird, aber lediglich eine Konzession für 5000 Liter pro Minute beantragt.

Neues Reservoir in Schönenwerd

Die Förderung grösserer Wassermengen erfordert auch grössere Speicherkapazitäten. Deshalb wird seit vergangenem Herbst in Schönenwerd am neuen Reservoir Föhren gebaut. Es wird über ein Speichervolumen von 3000 m3 verfügen und soll bis im Frühling 2019 fertiggestellt sein. Das bisherige Reservoir vermochte lediglich 1400 m3 Wasser zu fassen.

Im Niederamt gelangen somit gleich drei Massnahmen des Versorgungsplans zur Umsetzung. Der Kanton übernimmt bei allen Infrastrukturanlagen, die Teil des regionalen Wasserversorgungsplans sind, 35 Prozent der Kosten.

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