Wisen
Förster messen ihre Kräfte im Holzhauen

Nachwuchs und altgediente Förster zeigten ihr Können am Holzhauereiwettkampf der Kantone Solothurn, Baselland und Basel-Stadt.

Gabriela Strähl
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So siehts aus, wenn sich Holzhauer wettkampfmässig im Asten messen.

So siehts aus, wenn sich Holzhauer wettkampfmässig im Asten messen.

Motorsägen dröhnen, in der Luft liegt der Geruch von frisch geschnittenem Holz. Über die Lautsprecheranlage werden die Namen und Startnummern ausgerufen. Zuschauer von Jung bis Alt haben sich auf dem Rasen vor dem Schulhaus in Wisen versammelt, um den rund 70 Teilnehmern der Holzhauereimeisterschaft der drei Kantone Solothurn, Basel-Stadt und Baselland zuzuschauen. Die Forstfachmänner und -frauen konnten sich glücklich schätzen, dass der Himmel bedeckt und die Temperatur tiefer war als in der vergangenen Woche, schliesslich mussten sie sich bei den fünf Disziplinen ordentlich ins Zeug legen.

Der Sieg geht ans Baselbiet

- Balz Recher, Ziefen BL

- Urs Amstutz (Gast), Moutier BE

- Marc Rinaldi (Gast), Chaumont NE

Teilnehmer aus der Region

29. Kilian Bader, Mümliswil

34. Viktor Scheidegger, Aedermannsdorf

39. Lars Richard, Balsthal

42. Peter Biedermann, Olten

52. Benjamin Fluri, Balsthal

58. Cedric Senn, Kestenholz

Präzision und Geschwindigkeit

Einer der Teilnehmer ist Peter Biedermann. Der 27-jährige Oltner macht im Betrieb von OK-Präsident Georg Nussbaumer seine Ausbildung zum Forstwart und ist zum ersten Mal bei einem Wettbewerb dabei. Rund um die Absperrungen haben sich die Zuschauer positioniert, dazwischen die Teilnehmer in roten Hosen und grünen T-Shirts. Gerade zeigt die Schweizer Nationalmannschaft, die als Gast auftritt, ihr Können im Asten.

Acht speziell vorbereitete Stämme liegen leicht erhöht bereit. Rundherum wurden dünnere Äste angebracht, die es möglichst schnell und möglichst präzise abzusägen gilt. Biedermann erklärt, worauf es ankommt: «Man kann natürlich so schnell wie möglich arbeiten, aber dann riskiert man Strafpunkte.» Für ihn ist klar, dass es nicht sein letzter Wettkampf war.

Am Samstagmorgen starteten die Teilnehmer in den technischen Disziplinen. Beim Kettenwechsel lohnte sich seriöse Arbeit, musste doch mit dieser Motorsäge der ganze restliche Wettbewerb bestritten werden, erklärt OK-Präsident Georg Nussbaumer. Anschliessend folgten ein Präzisionsschnitt, ein kombinierter Schnitt, bei dem von zwei Seiten in einen Stamm gesägt wurde und sich die Schnitte möglichst gut treffen sollten, sowie das Schneiden eines Keils, der für das Fällen von Bäumen wichtig ist.

Junge Branche

Ein sehr gutes Resultat zeigte Sharon Möller aus Muttenz. «Viel Übung kann das Resultat deutlich verbessern», so die 19-Jährige. «Ich habe allerdings nur den Kettenwechsel geübt.» Trotzdem schliesst sie auf Rang 22 der Gesamtrangliste und auf Rang 4 der Kategorie der unter 24-Jährigen ab.

Viele Teilnehmer sind jung: In dieser Kategorie treten über ein Drittel aller Teilnehmer an. Laut Nussbaumer auch typisch für die Branche: Zwischen dem frisch ausgebildeten Nachwuchs und den altgedienten Forstleuten klaffe zunehmend ein Loch. Viele wechseln mit etwa 30 Jahren den Beruf, weil sich ihnen Möglichkeiten in anderen Gebieten öffnen. «Es wäre wichtig, diese Fachleute im Beruf zu halten, beispielsweise indem die physische Belastung mit steigendem Alter etwas reduziert werden könnte.»

Eher tief ist hingegen der Anteil an Teilnehmern aus der Region Olten. Viele stammen aus den Partnerkantonen Baselland und Baselstadt, mit denen der Kanton Solothurn alle vier Jahre einen Wettkampf durchführt. Die Gäste der Nationalmannschaft reisten teilweise von noch weiter her an. Aus der Region sind einige als Helfer dabei. Darunter Markus Ackermann aus Wolfwil, der als Kampfrichter unter anderem misst, ob das Asten sauber ausgeführt wurde. Der Wisner Turnverein kümmert sich um die Festwirtschaft.

Einige Kinder tummeln sich auf dem Spielplatz beim Schulhaus, etwas abseits sind Skulpturenschnitzer mit ihren Sägen am Werk. Die besten drei auf der Gesamtrangliste qualifizieren sich für die Schweizer Meisterschaft. Für alle anderen gilt: In vier Jahren können sie im Baselbiet erneut ihr Können unter Beweis stellen.

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