Um bei seinem Heimrennen in Lostorf an den Start gehen zu können, hat Manuel Fasnacht extra seine Abreise nach Tschechien verschoben. Vom kommenden Mittwoch bis zum Sonntag finden in Nove Mesto die Weltmeisterschaften der Mountainbiker statt. Der 21-jährige Gretzenbacher Manuel Fasnacht tritt an der WM bei den U23-Junioren an. Sein Ziel in Tschechien ist eine Platzierung unter den besten zwanzig Fahrern.

Für Manuel Fasnacht hat es sich definitiv ausbezahlt, dass er das Rennen in Lostorf noch mitgenommen hat vor der WM. Er dominierte das Rennen der U23-Fahrer nach Belieben und realisierte den Tagessieg mit einem Vorsprung von über anderthalb Minuten. Und dies, obwohl er vor dem Start selber ein bisschen an seiner Form gezweifelt hatte: «Ich habe einen sehr harten Trainingsblock hinter mir und war mir nicht ganz sicher, wie gut meine Beine schon wieder sind.» Die Sorgen waren unberechtigt, Fasnacht präsentierte sich, obwohl ihm laut eigener Aussage schon noch ein bisschen die Frische gefehlt habe, in bestechender Form. Ausser beim Start: «Der ist mir misslungen», sagte der Niederämter im Ziel mit einem Lachen, das er sich jetzt leisten konnte. «Danach habe ich schnell meinen Rhythmus gefunden und konnte nach vorne fahren.»

Der Publikumsliebling

Der Lokalmatador Manuel Fasnacht wurde in Lostorf praktisch zum Sieg getragen. Das Rennen vor der Haustüre sei etwas ganz Spezielles, unterstrich er im Ziel: «Vor allem beim langen Aufstieg habe ich die Anfeuerungsrufe vom Streckenrand gut gehört, das war extrem motivierend. Wenn man diese Unterstützung mitbekommt, sind auch die Schmerzen während des Rennens erträglicher.» Im Gegensatz zu anderen Fahrern beurteilte Fasnacht die Strecke in Lostorf als technisch nicht sonderlich anspruchsvoll. Für ihn bestand die grösste Schwierigkeit darin, die Konzentration während der gesamten Renndauer hochzuhalten. «Weil es am Vortag noch stark geregnet hatte, war die Strecke sehr klebrig», kommentierte Fasnacht die Bedingungen. «Als Fahrer musst du den Kopf die ganze Zeit bei der Sache haben, um keinen Fehler zu machen und nicht auszurutschen.»

Bereits am Montagmorgen reiste Manuel Fasnacht Richtung Tschechien ab. Mit einem guten Gefühl im Gepäck: «Nach dieser gelungenen Hauptprobe mit dem ersten Platz in Lostorf bin ich sehr zuversichtlich, was die WM betrifft.» Sein Ziel für das U23-Rennen, das am kommenden Samstag in Nove Mesto über die Bühne geht: «Wenn es super läuft, kann ich in die Top 20 fahren. Damit wäre ich sehr zufrieden. Mein Vorteil ist, dass ich ohne Druck und mit dem Bonus des Aussenseiters an den Start gehen kann.» Fasnacht fügte aber sogleich an: «Der WM-Lauf ist nicht das einzige wichtige Rennen in den nächsten Wochen. Nach der Weltmeisterschaft steht das Weltcup-Rennen auf der Lenzerheide an und dann die Schweizer Meisterschaften.»

Julian Absalon geschlagen

Im stark besetzten Rennen der Elite gabs in Lostorf eine Überraschung: Olympiasieger und Kronfavorit auf den obersten Podestplatz, Julian Absalon, musste sich mit dem dritten Rang begnügen. Dies tat der Laune des Franzosen aber keinen Abbruch. Er fand nach dem Rennen insbesondere lobende Worte für die Veranstalter: «Nach den Regenfällen vom Samstag hatte ich Befürchtungen wegen des Zustands der Strecke. Doch die Organisatoren haben einen unglaublichen Job gemacht.» Absalon sprach von einem sehr schnellen Rennen. Er sei definitiv nicht mit angezogener Bremse gefahren, um sich für die WM zu schonen: «Mathias Flückiger war diesmal einfach besser als ich. Die Revanche kommt hoffentlich nächste Woche in Tschechien.»

«Ein perfekter, letzter Test»

Der 28-jährige Leimiswiler Mathias Flückiger tankte mit seinem Sieg in Lostorf viel Selbstvertrauen für die WM, wie er selbst sagte: «Das war ein perfekter, letzter Test für mich. Die Strecke war sehr schwierig mit einigen rutschigen Passagen. Es war aber alles fahrbar.» Nach einem Ruhetag am Montag und einem weiteren Trainingstag gehts für Mathias Flückiger am Mittwoch Richtung Tschechien. Er wird am Sonntag im Elite-Rennen an den Start gehen.

Wie auch Severin Sägesser. Der Niedergösger fuhr im Elite-Rennen in Lostorf auf den 9. Schlussrang. Der dritte WM-Teilnehmer aus dem Niederamt, der Schönenwerder Reto Indergand, wollte vor den wichtigen internationalen Titelkämpfen nichts mehr riskieren und liess das Rennen in Lostorf wegen einer Verletzung aus.