Schlossspiele Falkenstein

Finden sich genügend Freiwillige fürs nächste Stück?

Auch nächstes Jahr soll im Schlosshof wieder Theater gespielt werden

Auch nächstes Jahr soll im Schlosshof wieder Theater gespielt werden

Die Schlossspiele Falkenstein suchen für ihre neue Produktion noch männliche Theaterspieler.

Käthi Vögeli lacht durchs Telefon. Nein, das nächste Stück der Schlossspiele Falkenstein sei keine Referenz an den Frauenstreik. «Es ist ein Zufall», so die langjährige Regisseurin zur Idee, zu den nächsten Schlossspielen «Lysistrata» von Aristophanes aufzuführen. «Mich hat der Stoff schon lange beschäftigt.» Nach den Shakespear-Produktionen «Romeo und Julia» im Jahr 2016 und «Sommernachtstraum» zwei Jahre später steht nun das antike Thema eines Liebesstreikes im Vordergrund. Die Frauen von Athen und Sparta wollen ihre Männer dazu bringen, den Krieg zu beenden. Dafür ersinnen sie ein Druckmittel: Liebesentzug. Sie stellen die Männer vor die Wahl: Entweder Krieg oder Sex.

Am vergangenen Sonntag führte das Leitungsteam um Vögeli ein erstes Casting durch, um Amateurschauspielerinnen und Amateurschauspieler zu rekrutieren. Etwa die Hälfte der Interessierten kennt Vögeli aus früheren Produktionen, die anderen stiessen neu dazu. Noch fehlen genügend Männer für die rund 40 Rollen.

Ob Männer generell weniger spielfreudig sind oder an Lampenfieber leiden, kann Vögeli nicht abschliessend ergründen. «Vielleicht sind sie einfach mehr mit anderen Hobbies beschäftigt», mutmasst die Trägerin des Solothurner Anerkennungspreises für Theater. Aber auch Frauen werden noch gesucht, wenngleich hier keine massive Unterbesetzung droht. Wer mitspielen will, braucht vor allem eines: freie Zeit.

Je nach Rolle sind ein bis zwei Abende pro Woche mit Proben belegt, je nach Sprechanteil. Gegen die Premiere hin wird das Engagement intensiver, um in 13 Vorstellungen im August nächsten Jahres zu münden. Fachliche Voraussetzungen gibt es keine. «Spielfreude ist das Wichtigste», erklärt Vögeli. Im Casting versucht sie, die Gruppe "workshop-artig" an das Stück heranzuführen. «Wir lesen kleine Passagen oder üben Bewegungsabläufe.»

Wer am Casting teilnimmt, verpflichtet sich noch nicht definitiv, erst Mitte Dezember geht es dann um die endgültig Einschreibung. Danach verteilt Vögeli die Rollen, wobei sie auf die Persönlichkeit der einzelnen Protagonisten eingeht: «Jeder soll seinen Platz finden.» Vögeli ist zuversichtlich, bis dahin genügend Mitwirkende zu finden.

Immer wieder auf nächste Aufführung angesprochen

Vögeli stellt fest, dass das Publikum sich sehr für die nächste Produktion interessiert: «Ich wurde immer wieder gefragt, wie es nun weitergeht, ob wir eine neue Produktion starten und wann genau.» Die Vorbereitungen dazu sind nun abgeschlossen. Adi und Ueli Blum haben «Lysistrata» neu auf Mundart übersetzt, Fabian Capaldi liefert eigens komponierte Musik dazu. An «Lysistrata» gefällt Vögeli «die Kraft, der Witz und die gewisse Frechheit», die das Stück in sich trage. Die Frage nach Liebe und Krieg hat für Vögeli nichts von ihrer Aktualität eingebüsst: «Offenbar sind das Themen, die uns Menschen seit Jahrtausenden beschäftigen.»

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