Die sanierungsbedürftigen Gemeindestrassen von Kienberg waren an der Rechnungsgemeindeversammlung von vergangenem Donnerstag ein wiederkehrendes Thema. Zum einen sind sie der Grund für Budgetüberschreitungen in der Jahresrechnung 2017, zum anderen werden in den nächsten Jahren weitere Investitionen in diesem Bereich getätigt werden müssen.

In der Diskussionsrunde am Ende der Versammlung zeigte sich, dass das Thema die Stimmbürger beschäftigt: Es war die Rede von «unbefahrbaren» Strassen und von Strassen, die diesen Namen gar nicht mehr verdienten. Gemeindepräsidentin Adriana Gubler versuchte, den Missmut mit Verweis auf die sich in Ausarbeitung befindende Bestandesaufnahme zu beschwichtigen: Gegenwärtig sei man daran, den Zustand aller Dorfstrassen sowie der Flur- und Waldwege zu erfassen.

Dadurch werde es möglich, Prioritäten beim Sanierungsbedarf zu setzen und eine entsprechende Kostenaufstellung zu erarbeiten. Dass die Strassen ein grosser Budgetposten sind, zeigt die Jahresrechnung: Rund 190'000 Franken oder 11 Prozent aller Aufwendungen fliessen in den Bereich Verkehr. Beim Unterhalt der Gemeindestrassen wurde das Budget von 30'000 Franken um 12'000 Franken überschritten. Aufseiten der Investitionen wurden für die erste Sanierungsphase der Saalstrasse 17'647 Franken ausgegeben. Mit der zweiten und dritten Bauphase werden auf die Gemeinde weitere Ausgaben zukommen.

Diverse Investitionen nötig

Nicht nur das Strassennetz wird in den nächsten Jahren nach grösseren Investitionen verlangen: So stehen beispielsweise die Sanierung des Schulhauses, der Mehrzweckhalle und der ARA vor der Tür. Finanzverwalter Daniel Studer blickt angesichts des Jahresabschlusses 2017 jedoch optimistisch auf die anstehenden Investitionsprojekte: Die Rechnung schliesst nämlich mit einem Gewinn von 315'778 Franken ab. Das Eigenkapital wächst dadurch auf 1,9 Millionen Franken an. Zwar handle es sich bei diesen guten Zahlen nur um eine Momentaufnahme, relativierte Studer das Ergebnis. Der Überschuss sei einerseits auf niedrige Investitionsausgaben im vergangenen Jahr, andererseits auf unerwartet hohe Steuererträge zurückzuführen. Trotzdem konnte eine finanzielle Reserve angelegt werden, dank der die Gemeinde gut gewappnet sei für die Zukunft: «Wir können mit Zuversicht den kommenden Investitionsprojekten entgegensehen», schloss Studer seine Ausführungen.

Neues Feuerwehrreglement

Nebst der Jahresrechnung 2017, die einstimmig genehmigt wurde, hatten die 26 anwesenden Stimmbürger über drei weitere Traktanden zu befinden, die ebenfalls alle einstimmig verabschiedet wurden. Beim ersten Traktandum handelte es sich um die Totalrevision des Feuerwehrreglements. Wesentliche Neuerungen betreffen die Erhöhung des Dienstalters von 42 auf 45 Jahre, die Aufstockung der Entschädigung für Nacht- und Sonntagseinsätze sowie die Einführung einer CPR-Einheit, die bei Herznotfällen eingesetzt werden kann. Beim zweiten ging es um den Abschluss einer Leistungsvereinbarung mit dem Forstbetrieb Niederamt, das kürzlich aus der Fusion der Betriebe Gösgeramt und Werderamt hervorgegangen ist. Das letzte Traktandum drehte sich um den Abschluss eines Vertrags, das die Bereitstellung von jährlich 800 Schüttraummeter Energieholz zuhanden eines Holzvermarktungsunternehmens zum Inhalt hat.