Starrkirch-Wil

Finanzen sehen gut aus, trotzdem wurde heftig diskutiert – nicht nur übers Budget

Auch die Sanierung des Spielplatzes gab zu reden. (Symbolbild)

Auch die Sanierung des Spielplatzes gab zu reden. (Symbolbild)

Am Montagabend versammelten sich 42 Stimmberechtigte Starrkirch-Wiler im Dorfchäller des alten Schulhauses für die Budgetgemeindeversammlung. Gemeindepräsident Christian Bachofner erklärte nach der Versammlung, dass normalerweise mehr Leute anwesend seien. Die Gemeinde mit rund 1700 Einwohner hat auch schon Versammlungen mit über 100 Stimmberechtigten erlebt.

Dass es keine gewöhnliche Gemeindeversammlung wird, wurde beim Haupttraktandum Budget 2020 klar. Ein Bürger stellte nach langen Ausführungen den Antrag auf Nichteintreten. Er bezweifelte, dass das Budget sorgfältig gemacht wurde und war sich sicher, dass die Zahlen der prognostizierten Steuereinnahmen nicht realistisch seien. Sein Antrag wurde mit einer überwiegenden Mehrheit abgelehnt. So konnte nach dem holprigen Start das Budget besprochen werden.

Nach den erklärenden Worten des Chefs der Gemeindeverwaltung, Beat Gradwohl, führte Bachofner durch die verschiedenen Budgetposten. Zu einigen Punkten wurden Fragen gestellt und dann wurde darüber abgestimmt und wieder dasselbe Bild: Eine verschwindend kleine Minderheit stimmte gegen das Budget und die überwiegende Mehrheit sprach ihr Vertrauen in die Verwaltung aus. So rechnet die Gemeinde nächstes Jahr mit einem Ertragsüberschuss von 213'500 Franken und will für 874'500 Franken investieren. Der Steuerfuss bleibt bei 115 Prozent.

Neuer Internet-Auftritt aufgeschaltet

Für diese Versammlung war keine weitere Abstimmung traktandiert. Unter Verschiedenes wollte der Gemeindepräsident über den Stand der Dinge wichtiger Geschäfte der Gemeinde informieren. Doch schon beim ersten Punkt, der Sanierung, beziehungsweise Neubau der Brücke Hardstrasse, wurde eine hitzige Diskussion losgetreten. Dabei wurde vorgebracht, dass die Anwohner auf der anderen Seite der Brücke über die Dauer der Bauarbeiten informiert werden müssen, denn sie seien ja die Hauptleidtragenden.

Nicht nur bei dieser Information wurde, wenn auch bei wenigen, viel Unmut über die Arbeitsweise der Gemeinde laut. Auch bei der Sanierung des Spielplatzes wurde die Planung scharf kritisiert. So spürte Bachofner bei jedem Punkt einen steifen Gegenwind. Nach fast zweieinhalb Stunden machte sich die Müdigkeit in der Versammlung breit. Ein Stimmberechtigter bat darum, dass die Sitzung doch langsam geschlossen werden sollte, damit die Versammelten zum wohlverdienten Apéro gehen können. Bevor dies geschah, verkündeten Bachofner und Gradwohl nicht ohne Stolz, dass ab heute Donnerstag, die Gemeindewebsite im neuen Kleid aufgeschaltet wird. «Wir haben diese Website seit 2007 und jetzt wurde es Zeit, sie zu erneuern», erklärte Gradwohl.

Bachofner gab sich nach der Gemeindeversammlung zufrieden: «Eine Gemeindeversammlung ist dazu da, Geschäfte zu besprechen und Unzufriedenheiten anzusprechen.» Für ihn sei wichtig, dass diskutiert werde, denn dies sei ein wichtiger Bestandteil der Kommunalpolitik.

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