Schönenwerd
Fest der Kulturen verspricht Spaghetti, Spanferkel und Speck

Nächsten Samstag findet auf dem Bühl in Schönenwerd das Fest der Kulturen mit 13 Nationen statt. Da ist Multi-Kulti und Kulinarik aus aller Herren Länder garantiert.

Kelly Spielmann
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Rasu Gnanendran (links) wird am Fest der Kulturen mit seiner Familie Sri Lanka vertreten. Seine Tochter wird an der Aufführung tanzen.

Rasu Gnanendran (links) wird am Fest der Kulturen mit seiner Familie Sri Lanka vertreten. Seine Tochter wird an der Aufführung tanzen.

Kelly Spielmann

Italiener sitzen neben Serben und Österreichern am Tisch, neben eine Familie aus Sri Lanka setzt sich eine philippinische, Kinder aller möglichen Nationalitäten rennen gemeinsam laut lachend über den Platz. Die Strahlen der Abendsonne fluten den Bühl in Schönenwerd mit warmem Licht, auf einem Grill brutzeln Würste und Spiesse. Vom Buffet aus sind Gespräche in mindestens vier verschiedenen Sprachen hörbar, die universelle Sprache des Lachens schallt aus jeder Ecke. Rund 60 Personen haben sich auf dem Bühl eingefunden, um gemeinsam zu feiern – es sind die Helfer des Fests der Kulturen, das nächste Woche am selben Ort stattfinden wird.

Die Idee, einen Begegnungsort zu schaffen und die Bevölkerung Schönenwerds zusammenzubringen, hatten vor sieben Jahren zwei Frauen vom Verein Kulturpunkt. Schnell fanden sie weitere Begeisterte für das Projekt. «Wir haben uns überlegt, wie wir das am besten hinkriegen», so Mirjam Lenz Silva, eine der Organisatorinnen. «Da haben wir gedacht: Mit Essen, Trinken und Musik geht das am besten», lacht sie. Der Erfolg des Konzepts zeigt sich, denn am 1. Juli findet das Fest der Kulturen zum fünften Mal statt. Organisiert durch Dina Keller-Ferrara, Mirjam Lenz Silva, Käthi Walde Hunkeler, Andrea Meier-Hodler und Yolanda Obrist werden die Schönenwerder Vertreter von insgesamt 13 Nationen ihre Speisen präsentieren und Aufführungen vorführen.

Programm

Vorverkauf: 11 bis 16 Uhr

Abendkasse: ab 18 Uhr

Festbeginn: 19 Uhr


Das Fest findet auch bei schlechter Witterung auf dem Bühl statt, Zelte sind organisiert.

Das Spanferkel bleibt im Trockenen

Die Gäste, die das Fest besuchen werden, können vom abfalllosen Konzept der Organisatorinnen profitieren: Für 18 Franken gibt es einen Teller, den man von Stand zu Stand bringt, bevor man ihn anschliessend zurückgibt. Die Köche und Helfer arbeiten am Fest der Kulturen gratis und in ihrer Freizeit. Ihr Lohn ist das Helferfest, an welchem alle mit viel Vorfreude antworten, wenn sie auf die Veranstaltung von nächster Woche angesprochen werden.

«Wir werden ein Spanferkel machen», erzählen Sasa Milosevic, Neven Popovic und Velibor Malonevic vom serbischen Folkloreverein Schönenwerd. «Es ist schon eine grosse Verantwortung. Schliesslich zahlen die Leute und erwarten auch etwas Gutes», sagt Milosevic. «Und wir wollen uns natürlich bestmöglich präsentieren. Wir sind für alles bereit», fügt Malonevic an. Ihr Wagen sei gedeckt, also könne auch schlechtes Wetter dem Spanferkel nichts anhaben. Der serbische Verein wird am Event auch einen Folkloretanz aufführen. Beim Erzählen über die Zubereitung des Essens und die Art des Tanzes schimmert bei den drei Männern Stolz durch, ihr Wissen und ihre Fähigkeiten zu zeigen.

Feuerwehrkommandant hilft mit

Wer sich mit so viel Fleisch nicht anfreunden kann, ist am Stand von Rasu Gnanendran besser bedient: Er vertritt mit seiner Familie Sri Lanka und kocht ein vegetarisches Menu. «Ich freue mich, wir waren schon mehrmals dabei. Die ganze Familie hilft mit, und sie wird sogar an der Vorführung tanzen», sagt er, stolz zu seiner Tochter blickend. Sie lacht verlegen und nickt. Ob sie sich auf ihren Auftritt freut? «Ich weiss nicht. Ich bin noch etwas nervös», sagt sie schüchtern. Die anderen Geschwister reden ihr aufmunternd zu, sie entspannt sich und lächelt zufrieden.

Vom asiatischen Kontinent gehen die Gespräche weiter an den nächsten Tisch, zurück nach Europa. Die Österreicher sind zum ersten Mal beim Fest der Kulturen dabei. Daniel Herzog ist der Vertreter seines Heimatlandes. «Aber ich werde nicht selber kochen, dafür habe ich Mami angerufen», lacht er. Sie wird mit Knödel gefüllte Schweinsbrust kochen – «sehr deftig, aber sehr lecker», wie die Begleiterin Herzogs erklärt. Zu Hilfe kommt jedoch nicht nur Herzogs Mutter, denn der Feuerwehrmann hat auch seine Kollegen zum Mitmachen motivieren können. So wird auch der Schönenwerder Feuerwehrkommandant Alessandro Klaiber in knappen Lederhosen dabei sein, um seinen Kollegen zu unterstützen. «Wir können eben nicht nur Feuer löschen», witzelt er.

Die Schwierigkeit, mit der sich alle Helfer auseinandersetzen müssen, ist die Menge des Essens abzuschätzen. Denn, wie Dina Keller-Ferrara erzählt, sind bei gutem Wetter jeweils rund 800 Gäste am Fest. Rosa Mertenat vertritt mit ihrem «Papa La Huencaia» – Kartoffeln an einer pikanten Käsesauce – ihr Heimatland Peru. «Letztes Mal haben zehn Kilo Kartoffeln nirgends hingereicht», erzählt sie.

Essen aus aller Welt

Der Hunger wächst mit der Zahl der Gesprächspartner stetig weiter. Slowakische Spätzli mit Speck und Käse, griechische Gyros mit Tzatziki oder eine einfache Cervelat mit Brot – die Speisen könnten unterschiedlicher nicht sein. Doch was alle Teilnehmenden gemeinsam haben: Sie sind sichtlich stolz, ein Stück ihrer Kultur mit ihrer neuen Heimat teilen zu können.