Digitale Technologien

Feldversuch mit smarten Farmern: ETH testet neue Anbaumethoden im Niederamt

Während vier Jahren sollen im Niederamt innovative Anbaumethoden mit digitaler Unterstützung getestet werden.

Während vier Jahren sollen im Niederamt innovative Anbaumethoden mit digitaler Unterstützung getestet werden.

ETH-Forscher wollen mithilfe von Niederämter Landwirten den Nutzen digitaler Technologien untersuchen.

«Die Landwirtschaft wird seit Jahren umgebaut und renoviert; dabei gibt es Ungewisses und Überraschungen», begrüsste André Erni, Präsident des Landwirtschaftlichen Vereins Niederamt, am Donnerstagabend die zahlreich erschienenen Mitglieder im Restaurant St. Urs und Viktor in Walterswil.

«Immer mehr Interessengruppen wollen bei der Gestaltung der zukünftigen Landwirtschaft mitreden», fuhr er weiter. Es scheine ihm, dass es bei der Neuausrichtung der Landwirtschaft nicht mehr primär ums Produzieren von Lebensmitteln, sondern um eigene Interessen der Wirtschaft mit Freihandelsverträgen zulasten der Bauernfamilien gehe.

«Mit den Abgeltungen, die wir vom Staat erhalten, sind wir ziemlich erpressbar», sagte er. Trotzdem sollten die Bauern nicht resignieren und müssen die Chance nutzen, an den Umbauprojekten mitzuwirken.

50 Teilnehmer gesucht

Ein Team von fünf Wissenschaftlern der ETH war von Zürich nach Walterswil gereist, um das Forschungsprojekt «InnoFarm – Digitale Innovation für eine nachhaltige Landwirtschaft» vorzustellen. Einige fragten sich, weshalb kommen diese Leute gerade zu uns. Das Team wollte sein Projekt «Digitale Technologien für die Landwirte im Niederamt und Wasseramt» präsentieren mit dem Ziel, in den beiden Regionen rund 50 Landwirte und Landwirtinnen zum Mitmachen zu gewinnen.

Es soll untersucht werden, wie Drohnen und neueste Sensortechnologie genutzt werden können, um Stickstoff und andere Hilfsstoffe gezielter und effizienter in der Landwirtschaft einzusetzen. Mit mobilen, hochauflösenden Messgeräten wird der Einfluss der Präzisionslandwirtschaft auf landwirtschaftliche Erträge und Nitratemissionen berechnet. Darauf aufbauend untersuchen die ForscherInnen, welchen ökologischen Nutzen diese Technologien in der kleinräumigen Schweizer Landwirtschaft haben können.

Robert Finger von der ETH Zürich stellt den Mitgliedern des Landwirtschaftlichen Vereins Niederamt das Forschungsprojekt InnoFarm vor.

Robert Finger von der ETH Zürich stellt den Mitgliedern des Landwirtschaftlichen Vereins Niederamt das Forschungsprojekt InnoFarm vor.

Das Projekt dauert vier Jahre. Während dieser Zeit sollen Bauernfamilien zwei mal zwei Stunden für Interviews zur Verfügung stehen, dem Team erlauben, über ihre Felder zu fliegen und für die Auswertung der Daten Einsicht in die Feldjournale zu gewähren. «Wir geben auch etwas zurück», hielt der Leiter des Projekts, Prof. Robert Finger, fest. Die Betriebe erhalten Informationen, wie sie das Management der Nährstoffverfügbarkeit auf ihren Feldern optimieren könnten. Ausserdem wird für sie berechnet, ob sich der Einsatz dieser Technologien auf ihrem Betrieb lohnen könnte.

Nach der Vorstellung stellten die Anwesenden viele Fragen. Ein Zeichen, dass Interesse vorhanden ist. André Erni erklärte: «Kosten entstehen für uns keine; wir müssten lediglich Zeit investieren.» Er fragte die Versammelten: «Fahren wir weiter mit den Vorbereitungen?» Es ertönte ein vielstimmiges «Ja». Somit wird an der Flurbegehung vom Donnerstag, 19. April, an der auch das ETH-Team teilnimmt, das weitere Vorgehen besprochen. Danach können Landwirte sich für die Teilnahme am Projekt anmelden.

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